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Die Kapitulation der Bären

Ausgabe vom 20.04.2026

Die Kapitulation der Bären

von Torsten Ewert

Die Jubelmeldung vom Freitag über die Öffnung der Straße von Hormus wurde am Samstag wieder kassiert. Zudem erklärte Iran, vorerst nicht mit den USA verhandeln zu wollen. Prompt drohte US-Präsident Trump wieder mit „Vergeltungsmaßnahmen“.

Hohe Ölpreise? Egal, sind doch eh nur Schwankungen!

Trotzdem sollen angeblich rund 20 Schiffe durch die Meerenge gefahren sein. Die Börsen ignorieren diese Widersprüche und Rückschläge auf dem Weg zum Frieden wieder weitgehend. Ok, die Ölpreise haben nach dem Wochenende zunächst zugelegt, kamen dann aber wieder zurück. Doch Schwankungen von 5 % und mehr, die bis Februar außergewöhnlich waren, bringen längst niemandem mehr aus der Ruhe. Das sind inzwischen harmlose Ausschläge, wie der untere Teil im folgenden Chart zeigt:

20260420a_Brent_ATR

Put/Call-Ratio unter 1!

Und mit dem Ausbruch von S&P 500 und Nasdaq 100 auf neue Allzeithochs in der Vorwoche scheinen die Bären kapituliert zu haben. Darauf deutet das Put/Call-Ratio für den S&P 500 hin, das auf 0,94 gefallen ist:

20260420b_PCR S&P500

Quelle: ycharts.com

Das ist der niedrigste Stand seit Juli 2018. Was bedeutet das? Das Put/Call-Ratio (PCR) ist eine Art Stimmungsindikator. Es gibt das Verhältnis der Put- zu den Call-Optionen an, die täglich auf den S&P 500 gehandelt werden. Zur Erinnerung: Mit Put-Optionen setzt man auf fallende, mit Call-Optionen auf steigende Kurse.

Was das PCR aussagt

Ein hohes PCR ist also ein Zeichen, dass die Anleger fallende Kurse fürchten und sich dagegen mit Puts absichern. Markante Hochs des PCR wurden z.B. im August 2015 mit 3,77 und im August 2010 bei 3,29 erreicht. 2010 begann die Euroschuldenkrise und 2015 wurde aufgrund einer Wirtschaftsschwäche in China mit einem globalen Konjunktureinbruch gerechnet.

Umgekehrt deutet ein niedriges PCR auf große Sorglosigkeit hin. Aber nicht nur das: Aus der Verhaltensforschung weiß man, dass wir Menschen Verluste stärker fürchten, als wir uns über Gewinne freuen. Im PCR äußert sich diese psychologische „Unwucht“ dadurch, dass fast immer mehr Put- als Call-Optionen gehandelt werden. Das PCR ist also fast immer größer als 1!

Und damit ist der aktuelle Wert von 0,94 eine absolute Ausnahme. Um einen niedrigeren Wert zu finden muss man schon bis 2018 zurückgehen (siehe roter Pfeil in der Grafik).

Das PCR als Kontraindikator?

Nun gelten Stimmungsindikatoren oft als Kontraindikatoren („Die Masse liegt falsch!“). Und tatsächlich waren zu den oben genannten Zeitpunkten, als das PCR die markanten Höhepunkte erreichte, die Kurstiefs an den Aktienbörsen bereits erreicht. Da hätten also antizyklische Käufe zum Erfolg geführt (auch wenn es nach dem 2015er Signal etliche Monate später, im Februar 2016, nochmals kurzzeitig leicht tiefere Kurse gab).

Und wie war es im Juli 2018, als das PCR letztmals unter 1 fiel? Dazu der folgende Chart:

20260420c_S&P500-Tageschart 2018-01_2018-12

Damals ließen die Bären schon Ende Juli alle Hoffnung fahren, obwohl der Kurs – anders als jetzt – das alte Hoch noch nicht überschritten, ja noch nicht einmal erreicht hat. Allerdings war das niedrige PCR keineswegs ein Signal dafür, dass die Rally weitergeht: Nur 2 Monate später drehte der S&P 500 dynamisch nach unten – und vollzog den stärksten Kurseinbruch seit 2011!

Dieses Szenario – ein Fehlausbruch an dem alten Hoch – würde auch perfekt zu Seitwärtsszenario im Nasdaq 100 passen, das ich am Freitag hier vorgestellt habe.

Warum die Bären kapituliert haben

Nun gut, man kann natürlich sagen, dass ein PCR unter 1 wenig aussagekräftig ist, weil es so selten vorkommt, also statistisch nur schwer zu bewerten ist. Und wie man oben sieht, schwankt das PCR sehr stark – was heute dramatisch erscheint, kann morgen schon wieder überholt sein.

Aber klar ist: Bei einem PCR unter 1 haben die Bären zunächst kapituliert. Das ist in der aktuellen Lage völlig verständlich: Die Nachrichten – egal, ob Schlagzeilen oder Hintergrund-Infos – ließen und lassen fallende Kurse erwarten. Logisch, dass etliche Bären darauf gesetzt haben (obwohl es seit März kein dazu passendes, auffällig hohes PCR gab).

Diese Nachrichten und die allgemeine Stimmungslage stehen aber in völligem Gegensatz zu den Kursverläufen. Viele Bären, die „short“ waren, mussten inzwischen ihre Positionen mit mehr oder weniger großen Verlusten glattstellen. Und nach den jüngsten Allzeithochs traut sich vermutlich ohnehin kein Bär mehr aus der Deckung.

Der Weg des größten Schmerzes

Eine andere Frage ist, ob alle diese Bären nun flugs die Seiten gewechselt haben und „long“ gegangen sind. Eher nicht – sie warten ab und lecken ihre Wunden. Aber es reicht ja, wenn alle Bullen, die nun frohlocken und jetzt vielleicht nachgekauft haben, auf dem falschen Fuß erwischt haben, falls demnächst die Kurse doch noch fallen sollten.

Dann werden sich auch die Bären grämen, dass ihre eigentlich richtige Taktik nicht aufgegangen ist, weil sie zu früh dran waren. Und wieder einmal würde die Börse so den Weg des größten Schmerzes gehen…

Mit besten Grüßen
Torsten Ewert

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