Börse-Intern
Ihr täglicher und kostenloser Börsen-Newsletter mit den besten Prognosen für die Aktienmärkte
Nasdaq 100: 30.000
Ausgabe vom 26.05.2026
Nasdaq 100: 30.000
von Sven Weisenhaus
Es ist verrückt, wie sehr der Aktienmarkt immer noch mit stark steigenden Kursen auf positive, aber letztlich nur halbgare Nachrichten zum Iran-Konflikt reagiert. Unzählige Male wurde eine Einigung inzwischen durch deutliche Kursanstiege eingepreist. Doch zu einem finalen Ende des Krieges ist es auch am vergangenen Wochenende nicht gekommen. Trotzdem haben die Aktienindizes am Montag wieder einmal mehrere hundert Punkte draufgesattelt.
Und von diesen Kursgewinnen rückten die Anleger auch trotz teilweise revidierender Nachrichten nicht ab. Ein Beispiel für solche Meldungen: Am Samstag hatte US-Präsident Donald Trump eine sehr baldige Einigung in Aussicht gestellt. Doch schon am Folgetag dämpfte er die Hoffnungen auf ein schnelles Abkommen. Er habe seine Unterhändler angewiesen, nichts zu überstürzen, erklärte Trump. Die US-Blockade iranischer Schiffe in der Straße von Hormus bleibe in vollem Umfang in Kraft, bis ein Vertrag erzielt, zertifiziert und unterzeichnet sei. Und heute hat das US-Militär sogar wieder Ziele im Iran angegriffen (Raketenabschussrampen und Minenboote).
Positive Nachrichten werden honoriert, negative ignoriert
Dennoch blieb es bei dem Muster der aktuellen erneuten Übertreibung: Positive Nachrichten werden genutzt, um die Kurse weiter nach oben zu treiben, negative Nachrichten werden weitestgehend ignoriert bzw. Rücksetzer schnell wieder zum Kauf genutzt (buy the dip).
Und einen gewissen Risikoabschlag, für den Fall, dass die Verhandlungen doch noch scheitern, hält der Markt weiterhin für vollkommen unnötig. Stattdessen gehen die Anleger immer weiter in den „risk on“-Modus und quasi „all in“.
Das gilt allerdings nur für den Aktienmarkt. Andere Märkte sind dagegen weiterhin viel rationaler und vernünftiger. Zwar haben auch die Devisen-, Rohstoff- und Anleihemärkte auf die jüngsten Entwicklungen entsprechend reagiert – Dollar, Ölpreise und Anleiherenditen gingen runter – doch wurden solche Kursentwicklungen regelmäßig zurückgenommen, wenn sich die Meldungen als Luftnummern entpuppten.
Und die Gefahr, dass es auch dieses Mal nicht zu einer Einigung kommt, ist noch recht groß. Denn nach bislang vorliegenden Informationen ist ein stufenweises Vorgehen geplant. Zunächst sei eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vorgesehen. In dieser Zeit soll die Straße von Hormus gebührenfrei durchfahren werden können. Zudem sollen die USA Sanktionen gegen den Iran lockern. Als nächstes sollen Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm stattfinden. Doch ausgerechnet in dieser elementaren Frage scheinen die Fronten nach wie vor verhärtet.
Anleiherenditen: Das war knapp!
Vorerst sind die Renditen am Anleihemarkt zu Wochenbeginn aber relativ kräftig zurückgekommen. Die vom Markt besonders stark beachteten 10-jährigen US-Staatsanleihen rentierten zuletzt „nur noch“ bei rund 4,5 %, nachdem es wenige Tage zuvor fast 4,7 % waren.

Ähnlich stark ist die Kehrtwende bei deutschen Anleihen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen war zuletzt in der Spitze bis auf 3,2 % geklettert und hatte damit den höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht. Zugleich fiel der Bund-Future (als Repräsentant der Anleihekurse) kürzlich auf ein neues Korrekturtief und markierte damit das niedrigste Niveau seit Anfang 2014 (siehe roter Pfeil im folgenden Chart).

Doch dieses bearishe Signal wurde nach den Ereignissen vom Wochenende negiert. Vor allem mit Blick auf die Target-Trend-Methode ist diese Wende bedeutend, wie der folgende Chart aus dem Börsendienst „Target-Trend-Spezial“ zeigt:

Die Abwärtstendenz der Anleihekurse ist auch in diesem kurzfristigeren Zeitraum klar erkennbar. Und mit dem Rutsch unter das bisherige Korrekturtief vom 27. März bei 124,25 Punkten sowie die Mittellinie des blauen Rechtecks bei 124,15 Zählern drohte sich diese fortzusetzen. Zumal Rückeroberungsversuche zunächst an einer grünen Aufwärts-/Parallellinie scheiterten.
Doch das neue Tief wurde an einer Konsolidierungslinie (rot gestrichelt) markiert (grüner Pfeil), die auch schon Ende April als Unterstützung diente. Und im dritten Anlauf gelang bereits am vergangenen Mittwoch doch noch die Rückeroberung der Mittellinie bzw. des Tiefs vom 27. März (grüner Bogen). Das neue Korrekturtief wurde somit zum Fehlsignal, auf das eine typische starke Bewegung in die entgegengesetzte Richtung folgte. Und mit den Entwicklungen vom Wochenende wurden auch noch die kurzfristigen Abwärtslinien (dick rot) gebrochen, wenn auch noch nicht nachhaltig.
Damit hat sich der Bund-Future wieder klar in der oberen Hälfte des blauen Rechtecks festgesetzt. Und es besteht nun die Möglichkeit einer dortigen Bodenbildung.
Hintergrund dieser Kursentwicklung sind veränderte Zinserwartungen. Laut der ING hatten die Märkte zuletzt bereits eine Straffung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) um über 80 Basispunkte eingepreist, worauf auch die folgende Grafik der Helaba hindeutet.

Nach den Ereignissen vom Wochenende sind es jetzt nur noch 55 Basispunkte. „Ein Großteil dieser Anpassung lässt sich darauf zurückführen, dass die kurzfristigen Zinssätze blindlings den Ölpreisen folgen“, so die ING.
Zwar liegt bei den Ölpreisen immer noch eine Tendenz höherer Tiefs vor (siehe dicke grüne Linie im folgenden Chart), allerdings auch eine Folge tieferer Hochs (dicke rote Linie).

Mit anderen Worten: Die Ölpreise pendeln um die Marke von rund 100 USD seitwärts. Mit diesem Niveau haben sich die Aktienmärkte längst abgefunden. Die Anleihenmärkte erwarten bei solchen Preisen hingegen höhere Inflation und somit höhere Leitzinsen – daher die Abwärtstendenz der Anleihekurse und die steigenden Renditen weltweit.

Der jüngste Ölpreis- sowie Renditerutsch könnte auch wieder nur vorübergehender Natur sein, wenn eine finale Einigung im Iran-Krieg weiterhin auf sich warten lässt. Und eine Zinsanhebung der EZB im Juni wird sich nicht mehr vermeiden lassen. Laut der Berenberg Bank preisen die Märkte derzeit für die Juni-Sitzung eine Wahrscheinlichkeit von knapp 76 % für eine Zinserhöhung ein, auch vor dem Hintergrund steigender Inflationserwartungen.

Zwar steigen die Inflationserwartungen in der Eurozone nur moderat, doch werden die Euro-Währungshüter eine Art Versicherungsschritt gehen wollen. Sollte der Iran-Krieg enden und die Energiepreise den Rückwärtsgang einlegen, kann die EZB dies auch wieder bei den Leitzinsen tun.
Dann kann sich die Bodenbildung beim Bund-Future fortsetzen und womöglich sogar ein Ausbruch aus dem Bull-Keil gelingen, der sich im langfristigen Chart abzeichnet (siehe oben). Bleibt eine Einigung aber weiterhin aus und die Energiepreise werden ein (nachhaltiges) Problem für die Wirtschaft und die Inflation, könnten die Renditen auch weiter steigen und zunehmend Konkurrenz zum Aktienmarkt werden.
Kommt es beim Nasdaq 100 wie beim Dow Jones?
Vor diesem Hintergrund ist es spannend, dass der Nasdaq 100 gerade die psychologisch sehr wichtige Marke von runden 30.000 Punkten erreicht hat. Lesern des Trading-Dienstes „Target-Trend-CFD“ hatte ich in den vergangenen Wochenupdates wiederholt geschrieben, dass die Bullen dieses Niveau womöglich noch erreichen wollen.

Unglaublich, dass der technologielastige US-Index auf dem Weg dorthin schon wieder mehr als +5 % in nur 5 Handelstagen zurückgelegt hat, nachdem er zuvor gerade einmal um -3,75 % zurückgesetzt hatte, nach der Rally von +30 % in nur 33 Handelstagen.
Und ich erinnere in diesem Zusammenhang an die Kursentwicklung des Dow Jones an der 50.000er Marke:

Zu Jahresbeginn war es dort zu einem Fehlausbruch gekommen, der eine starke Bewegung in die entgegengesetzte Richtung nach sich zog. Nach einem erneuten Anlauf brauchte es dann im noch laufenden Monat Mai mindestens 5 Anläufe, bevor die Marke erneut deutlich überwunden werden konnte.
Man sollte sich also nicht wundern, wenn der Nasdaq 100 nun ähnliche Probleme bekommt, vor allem, wenn die Renditen eine attraktive Investment-Alternative bleiben.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
Börse - Intern
Alle Börsenbriefe von Stockstreet.de
Allstar-Trader
Vom Traden leben!
Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!
von Bernd Raschkowski
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Geldanlage-Brief
Ihr langfristig orientierter
Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!
Die Strategie für Ihre Geldanlage!
von Torsten Ewert
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Börse-Intern Premium
Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!
Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!
von Sven Weisenhaus
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Target-Trend-Spezial
Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!
Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!
von Sven Weisenhaus
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Aktien-Perlen
Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!
Die Spreu vom Weizen trennen!
von Torsten Ewert
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Optionsscheine-Expert-Trader
Der Börsendienst für volatile Zeiten
Die besten Trades in volatilen Märkten
von Manfred Ries
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Target-Trend-CFD
CFD-Trading mit
der revolutionären Methode!
Schneller Handel, schnelle Gewinne!
von Sven Weisenhaus
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Hightech-Trader
Profitieren Sie vom Hightech-Boom
Mit Hightech Aktien, Crypto Währungen
und Bio-Techs
von Bernd Raschkowski
Jetzt informieren und kostenlos testen!