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Diese Rekordhochs werden nicht nachhaltig sein
Ausgabe vom 07.07.2026
Diese Rekordhochs werden nicht nachhaltig sein
von Sven Weisenhaus
Die relative Schwäche des Nasdaq 100 gegenüber dem DAX und dem Dow Jones, über die ich am Donnerstag vergangener Woche berichtet habe, hält an.
Nasdaq 100: Weiteres höheres Tief und tieferes Hoch
Der technologielastige US-Aktienindex wird zwar weiterhin von seiner gleitenden Durchschnittslinie der vergangenen 50 Tage unterstützt (siehe grüne Pfeile im folgenden Chart), wodurch erneut ein höheres Tief gebildet werden konnte, doch kam es auf der Oberseite gleichzeitig auch zu einem weiteren tieferen Hoch (siehe rote Pfeile).

Somit verbleibt der Nasdaq 100 derzeit in seiner (trendbestätigenden) Seitwärtskonsolidierung auf hohem Niveau. Diese findet weiterhin im Wesentlichen innerhalb eines alten Aufwärtstrendkanals (grün) sowie entlang der psychologisch wichtigen Marke von runden 30.000 Punkten (blau gestrichelt) statt – siehe dazu auch: „Kontinuität (an den Aktienmärkten)“.
Weitere Rekordhochs, aber macht der DAX schon schlapp?
Derweil stand beim DAX gestern am 3. Handelstag in Folge ein neues Allzeithoch zu Buche. Mit diesem konnte er auch noch die Mittellinie bei 25.725 Punkten überwinden, allerdings in den vergangenen beiden Tagen nur mit recht geringen Kurszuwächsen sowie unter äußerst geringer Volatilität und aufgrund der heutigen Kursverluste auch nicht nachhaltig.

Im „DAX Trading-Room“ von stock3 hatte ich gestern zu diesem Kursverhalten geschrieben, dass sich der DAX lediglich mit Mühe und Not nach oben arbeitete und man daher das Gefühl bekam, in den USA sei auch gestern noch ein Börsenfeiertag (nachdem die US-Märkte am Freitag tatsächlich feiertagsbedingt offiziell geschlossen hatten).
Entsprechend schleppend ging es auch bei kurzfristigen Intraday-Trades voran und entsprechend mau war am Ende auch das Ergebnis. Für die Teilnehmer im Trading-Room hatte ich die gestrigen Trades bereits wie folgt zusammengefasst:
Trade 1:
- Einstieg: 25.830 um 11:22 Uhr
- Ausstieg: 25.830 um 12:05 Uhr
- Ergebnis: 0 Punkte
Trade 2:
- Einstieg: 25.845 um 11:53 Uhr
- Ausstieg: 25.805 um 17:48 Uhr
- Ergebnis: -40 Punkte
Trade 3:
- Einstieg: 25.830 um 12:10 Uhr
- Ausstieg: 25.830 um 12:16 Uhr
- Ergebnis: 0 Punkte
Trade 4:
- Einstieg: 25.807 um 12:39 Uhr
- Ausstieg: 25.840 um 17:31 Uhr
- Ergebnis: +33 Punkte
Trade 5:
- Einstieg: 25.765 um 13:23 Uhr
- Ausstieg: 25.796 um 13:49 Uhr
- Ergebnis: +31 Punkte
Trade 6:
- Einstieg: 25.755 um 14:40 Uhr
- Ausstieg: 25.796 um 16:28 Uhr
- Ergebnis: +41 Punkte
Gesamtergebnis: +65 Punkte
Ich hatte dies mit dem folgenden Kommentar versehen: „Dieses Ergebnis ist am Ende natürlich erfreulich, aber zugleich auch echt ernüchternd für so viel Bildschirmarbeitszeit!“
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Jedenfalls kann es für den DAX zum Problem werden, wenn ihm so kurz nach dem Sprung auf ein neues Rekordhoch bereits die Puste ausgeht. Denn ein relativ geringer Rücksetzer reicht bereits aus, um den bullishen Ausbruch zu einer Bullenfalle zu machen. Das wäre bei einem Rückfall unter die Rechteckgrenze bei 25.370 Punkten eindeutig der Fall.
Dow Jones mit Stärke von einem Rekordhoch zum nächsten
Weitaus stärker zeigt sich der Dow Jones in diesen Tagen. Er eilt von einem Rekordhoch zum nächsten und legt dabei sogar noch an Tempo zu.

Nachdem er bereits einen flachen Aufwärtstrendkanal zurückerobert hatte, macht er sich inzwischen sogar an die Rückeroberung des deutlich steileren.
Zwischenfazit
Es scheint also derzeit genau die Rotation bzw. Umschichtung der Anleger zu laufen, über die ich in der vergangenen Woche berichtet hatte: raus aus teuren US-Technologiewerten, rein in defensivere Aktien. Und weil US-Aktien einfach immer noch gefragter sind als deutsche DAX-Werte, kann der Dow Jones davon noch stärker profitieren als unser heimischer Leitindex.
Aber vorerst ist dies nur eine Momentaufnahme. Kurzfristige Tendenzen sind noch keine nachhaltigen Trendwechsel. Und die bevorstehende Berichtssaison zum 2. Quartal 2026 könnte auch sehr schnell wieder zu einem Umdenken der Anleger führen. Wenn Technologieaktien dann erneut anhaltend starkes Wachstum ausweisen, könnten sie schnell wieder zu den begehrten Objekten werden, die sie in den vergangenen Wochen und Monaten waren – und zum Teil auch immer noch sind.
Darauf gibt es durchaus Hinweise. Zumindest sind Analysten sehr optimistisch bezüglich der anstehenden Berichtssaison.
Hohe Gewinnerwartungen der Analysten
Gewöhnlich senken die Experten ihre Gewinnerwartungen vor einer Berichtssaison im Zeitverlauf. Laut FactSet betrug die Abwärtsrevision für die Unternehmen aus dem S&P 500 in den letzten 5 Jahren im Durchschnitt -2 %, in den letzten 10 Jahren -2,7 % und in den letzten 20 Jahren sogar -4,2 %. Doch für das 2. Quartal 2026 wurden die Gewinnerwartungen (im Zeitraum vom 31. März bis zum 30. Juni) um +3,4 % angehoben. Dies ist die größte Aufwärtsrevision seit dem 2. Quartal 2021.

Verantwortlich dafür sind insbesondere die gestiegenen Erwartungen an die Energie-Branche (+61,5 %), die sich wohl aufgrund der gestiegenen Ölpreise im Zuge des Iran-Kriegs über stärker sprudelnde Gewinne freuen darf.

Doch auch die Werte aus dem Sektor „Information Technology“ sollen sich voraussichtlich wieder über höhere Gewinne freuen dürfen, womöglich aufgrund der explodierten Preise für KI-Chips.
Steigende Gewinne durch steigende Kurse eingepreist
Das prognostizierte Gewinnwachstum ist allerdings kein Garant für steigende Aktienkurse. Denn wie die folgende Grafik zeigt, wurden die höheren Gewinnerwartungen bereits mit einem Kursanstieg des S&P 500 eingepreist.

Und das sogar mehr als ausreichend. Denn der Aktienindex ist schneller gestiegen als die Gewinnerwartungen. Insofern sollte man auch (wieder) mit Gewinnmitnahmen rechnen.
Gewinnmitnahmen
Diese hat es übrigens auch wieder bei den Stockstreet-Börsenbriefen gegeben. Aus dem Depot des „Optionsscheine-Expert-Trader“ wurde gestern ein Long-Trade auf die Aktien von Daimler Truck mit einem Gewinn von +11 % beendet. Und aus dem Depot des „Allstar-Trader“ wurden Aktien von Merck mit einem Gewinn von rund +10 % verkauft – nach nur 9 Tagen.
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Fazit
Ich bleibe – auch mit Blick auf die Saisonalität – skeptisch bezüglich US-Aktien, da sie immer noch fundamental relativ hoch bewertet und vor allem charttechnisch massiv überkauft sind. Und ich erhoffe mir daher weiterhin eine längst überfällige Korrektur, vor allem beim Nasdaq 100, aber auch beim Dow Jones. Zudem fürchte ich, dass diese auch den DAX mit nach unten ziehen und sich das aktuelle Rekordhoch als nicht nachhaltig herausstellen wird.
Konkret sollte man vorsichtiger werden, wenn der Nasdaq 100 aus seiner Seitwärtskonsolidierung nach unten ausbricht, der Dow Jones eine Kehrtwende in umgekehrter V-Form vollzieht und der DAX unter seine ehemaligen Rekordhochs zurückfällt.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
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