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Das Comeback der Software-Aktien
Ausgabe vom 20.05.2026
Das Comeback der Software-Aktien
von Torsten Ewert
Gestern überschrieb Bernd Raschkowski die Hauptausgabe seines Hightech-Traders unter anderem mit „Software-Aktien vor dem Comeback?“ und verwies dann im Text auf die jüngste Stärke einiger seiner Depotwerte aus dieser Branche.
Erst Rückfall, nun Comeback? Das sagt die Charttechnik!
Aber wenn es ein Comeback gibt, dann gab es vorher einen Rückfall oder Schlimmeres. Und so habe ich schon Anfang Februar auf die damalige Schwäche von Software-Aktien verwiesen. Die damals erwartete Erholung oder Gegenbewegung wurde durch die Gesamtmarktkorrektur im März infolge des Irans-Kriegs verhindert. Aber nun scheint sich die Wende anzubahnen.
Dazu der folgende Chart eines Branchen-ETFs aus den USA:

Quelle: MarketMaker mit Daten von infront
Hier ist der Rückfall der Branche seit September/Oktober gut zu erkennen. Diese Schwäche hielt auch während der Korrektur des Gesamtmarkts im März an: Auch in dieser Zeit war der Branchenindex bzw. dieser ETF schwächer als z.B. S&P 500 oder der MSCI World Index (obwohl es gar nicht so aussieht).
Zudem markierten Branchenindex und ETF noch ein weiteres Tief in der 2. Aprilwoche – als der Tech-Sektor insgesamt, angeführt von Halbleiter- und KI-Aktien, längst wieder haussierte.
Aber immerhin gab es nun einige ermutigende, positive Signale. So wurde das Tief an der Unterkante eines übergeordneten Aufwärtstrendkanals gebildet, sodass die die mittelfristige Aufwärtstendenz intakt bleibt. Im selben Kursbereich verläuft eine markante Unterstützung (grüne Zone), die ebenfalls verteidigt wurde. Zudem wurde der rote Abwärtstrend gebrochen und die wichtige blaue Linie zurückerobert – und das auch noch an einer Kreuzung beider Linien! Auch dieser Bruch eines wichtigen Kreuzwiderstands ist ein klar bullishes Zeichen.
So weit die Charttechnik. Aber wie sieht es fundamental aus?
Ein kurzer Blick auf die fundamentale Lage
Dazu ein Vergleich der Kurs-Gewinn-Verhältnisse der (gehypten) Halbleiterbranche im Vergleich zur (vernachlässigten) Softwarebranche. Als Basis habe ich die Ist-Gewinne der vergangenen 12 Monate genommen, weil die Analystenschätzungen wohl eher zu optimistisch (Halbleiter) bzw. zu pessimistisch (Software) sind:

Quelle: eigene Darstellung mit Daten von CSIMarkets
Und wie schon im Februar betont, verdienen die Softwarekonzerne immer noch gutes Geld – denn die KGVs sind infolge der gefallenen Kurse gesunken. Bei den Halbleiteraktien ist das Branchen-KGV dagegen vor allem im April nach oben geschnellt, weil die Kurse so massiv gestiegen sind.
Dadurch ist der Bewertungsabstand (roter Pfeil) auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr gestiegen. Softwareaktien sind also auch aus fundamentaler Perspektive wieder relativ attraktiv!
Wer bei Software zu Gewinnern und Verlierern werden kann
Die Frage ist natürlich, ob dies tatsächlich Kaufgründe sind, und wenn ja, wie man damit umgeht. Seit dem Herbst geht die Angst um, dass Künstliche Intelligenz viele Geschäftsmodelle im IT-Sektor, aber vor allem bei Softwarefirmen und IT-Dienstleistern zerstören würde.
Aber das dürfte übertrieben sein, und die jüngste Erholung der Branchenwerte spiegelt das allmählich auch wider. Es wird aber – wie überall – Gewinner und Verlierer geben. Häufig finden sich die Gewinner unter den (kleinen) Newcomern, während die bisherigen Platzhirsche ihren Status Quo verteidigen statt sich anzupassen – und damit oft scheitern.
Das prominenteste, oft genannte Beispiel ist Kodak, der ehemalige Foto- und Filmgigant, der die Digitalisierung seines Marktes verschlafen hat. Aber es gibt auch Gegenbeispiele, vor allem aus der Musik- und Filmbranche: Hier kennen wir zwar sehr erfolgreiche Newcomer wie Deezer, Spotify, Youtube und Netflix, aber die alten Branchengrößen wie Sony, Universal und Disney mischen immer noch kräftig mit. Sie halten es sogar aus, dass andere Großkonzerne, wie Apple oder Amazon in ihren Revieren wildern.
So könnte es auch bei den Softwarekonzernen kommen. (Letztlich sind Musik und Filme auch nur eine Art Software.) Zumal Branchengrößen wie Microsoft und Oracle längst im KI-Casino mitmischen. Sie und andere große Unternehmen werden sich anpassen und ihre Erfolgstories langfristig fortsetzen können, wenn auch vielleicht nicht mehr mit der Dynamik der vergangenen Jahre.
Wie man in die Softwarebranche investieren kann
Aus Anlegersicht besteht nun das Problem, dass man – anders als z.B. bei der Halbleiterindustrie – nicht direkt über ETFs in die Softwarebranche investieren kann. So ist der oben gezeigte iShares-ETF über deutsche Broker in der Regel nicht handelbar. (Man braucht also einen direkten Zugang zu den US-Börsen oder anderen Handelsplätzen, wo der ETF – Ticker IGV – handelbar ist.)
Alternativ kann man auf die Einzelwerte des ETFs bzw. des Branchenindex setzen. Hier gibt es wesentliche Überschneidungen, wie die Top 10 von ETF und dem globalen Branchenindex von MSCI zeigen:

Quelle: Blackrock

Quelle: MSCI
Hauptunterschiede sind: Die Indexwerte enthalten auch Nicht-US-Aktien, z.B. SAP und Shopify, sowie aufgrund der Index-Definition auch IT-Dienstleister wie IBM und Accenture. Der ETF enthält dagegen nur US-Softwareunternehmen aller Art („expanded“; daher z.B. auch Spiele-Entwickler).
Softwareaktien: Klare charttechnische Dreiteilung
Zumindest bei den oben aufgeführten, insgesamt 14 Werten kann man eine klare charttechnische Dreiteilung erkennen: Die meisten dieser Aktien sind immer noch in einer Bodenbildung, in der Regel auf relativ niedrigem Niveau. (Ausnahme: Shopify, hier gab es in der Vorwoche sogar neue Tiefs!)
Dann gibt es erkennbare Erholungsversuche, wie sie auch im ETF-Chart zu sehen sind. Das betrifft vor allem die Schwergewichte Microsoft und Oracle. Palo Alto Networks und Crowdstrike haben dagegen von der jüngsten Rally deutlich profitiert und haussieren kräftig:

Ich persönlich würde daher aktuell bei den meisten Softwareaktien noch abwarten, bis a) die Bodenbildungen erneut bestätigt oder sogar nach oben verlassen werden, b) begonnene Erholungen weitergehen und c) die „Überflieger“ durch baldige Rücksetzer attraktivere Einstiegschancen bieten als jetzt.
Mit besten Grüßen
Ihr Torsten Ewert
PS: Wer bereits bei Softwareaktien investiert ist und daher – wie Bernd Raschkowski beim Hightech-Trader – bereits erste Gewinne verzeichnet, kann den weiteren Verlauf ebenfalls abwarten. Mutige können dagegen auch jetzt schon die attraktiven Chancen nutzen – so wie Sven Weisenhaus in der Börse-Intern Premium heute bei der Aktie eines namhaften Softwarekonzerns.
Zu den Anmeldungen für diese Börsenbriefe geht es hier zum Hightech-Trader und hier zur Börse-Intern Premium. Und die komplette Übersicht unserer Börsenbriefe und Traderdienste finden Sie hier.
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