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Buy the rumors, sell the facts?
Ausgabe vom 08.05.2026
Buy the rumors, sell the facts?
von Torsten Ewert
Am Montag hatte ich hier erläutert, warum der Dow Jones für mich aktuell der wichtigste Index ist: Er kämpft mit der runden, psychologisch wichtigen und damit neuralgischen Marke von 50.000 Punkten – und je nachdem wie dieser Kampf ausgeht, dürfte er auch den Verlauf an den Aktienmärkten insgesamt bestimmen.
Was die saisonalen Verläufe für den Dow Jones vorsehen
Nun kann man einfach durch Verweis auf die saisonal schwache Börsenphase ein vermeintlich wahrscheinliches Szenario ausrufen, Stichwort „Sell in May…“

Quelle: https://www.stockstreet.de/boersen-tools/saisonale-charts
Danach wäre eine kurzfristige Seitwärtsbewegung zu erwarten (gelbes Rechteck). Und wenn wir dann noch die folgende Sommerflaute hinzunehmen und uns den kleinen Anstieg zwischendurch wegdenken, dann könnten wir mit einer mehrmonatigen Konsolidierung an der 50.000er Marke rechnen. Das erscheint als durchaus plausibles Szenario.
Anders sieht es jedoch aus, wenn wir uns den typischen Verlauf in einem Zwischenwahljahr anschauen:

Quelle: https://www.stockstreet.de/boersen-tools/saisonale-charts
Danach wäre – nach einem neuen Hoch – ein kräftiger Einbruch zu erwarten. Der sollte dann im März beginnen. So weit stimmt der Verlauf mit dem von 2026 überein. Aber leider (aus Sicht der Bären) stieg der Kurs nach dem Rückfall zurück bis knapp vor das alte Hoch. Ist deshalb dieses Korrektur-Szenario hinfällig? Wohl kaum, denn die jährlichen „Toleranzen“ des konkreten Verlaufs lassen letztlich (fast) alles zu.
Was hat der Dow Jones mit dem NYSE Composite zu tun?
Und wie steht es mit einem Fortgang der Rally? Tja, aus saisonaler Sicht dürfte es den nicht geben, aber wie gesagt, es ist alle schon dagewesen.
Und tatsächlich gibt es aktuell konkrete Argumente für das Bullen-Szenario, und zwar von der Marktbreite an der US-Börse NYSE.
Und wer nun fragt: „Was hat denn der Dow Jones mit seinen 30, willkürlichen Werten und seiner antiquierten Berechnung (kurs- statt marktkapitalisierungsgewichtet) mit dem NYSE Composite zu tun, der rund 2.800 Aktien umfasst?“, dem kann ich nur antworten: Vorsicht, beide Indizes haben dieser Unterschiede eine hohe Korrelation von mehr als 90 % über längere Zeiträume!
Neues von der Marktbreite
Insofern ist es auch für den Dow Jones bedeutsam, was an der NYSE insgesamt vorgeht. Und da gibt es eben bullishe Signale von der Marktbreite! Dazu der folgende Chart:

Quellen: MarketMaker mit Daten von infront, Barron’s eigene Berechnungen
Hier sind 3 Marktbreite-Indikatoren gezeigt: Der Nettoanteil der NYSE-Aktien, die über bzw. unter ihren 50-Tage-Durchschnitten (GD50) notieren (rote Kurve), die bekannte A/D-Linie, die den kumulierten täglichen Saldo aus gestiegenen und gefallenen Aktien angibt (grün), und die New High/New Low-Linie, die dasselbe für die Aktien macht, die täglich neue Hochs bzw. Tiefs erreichen (schwarz).
Letztere hat eher bestätigenden Charakter, da sie sehr träge reagiert. Aber sie ist aktuell schon seit längerem auf neuen Hochs und gibt dadurch auf jeden Fall ein positives Signal. Die A/D-Linie hat am Mittwoch ein neues Allzeithoch erreicht, als der NYSE Composite „nur“ ein neues Verlaufshoch markiert hat. Sie steht damit höher als im Februar zum Zeitpunkt des Index-Allzeithochs, zeigt also eine positive Divergenz, was ein bullishes Signal ist.
Alles bullish oder was?!
Hier könnte man nun Schluss machen und eine neue Rally ausrufen! Doch, halt – wir haben ja noch den mittleren Chartteil. Die rote Kurve – der Marktbreite-Indikator – lief von November bis Februar etwa synchron mit der blauen Kurve. So soll es sein, denn die blaue Kurve misst den Abstand des Index zu seinem GD50 (blaue Kurve ganz oben).
Im Februar kam es dann zu einer doppelten Divergenz – zum einen zwischen der roten und blauen Kurve und zum anderen zwischen der roten Kurve und dem Kursverlauf (große rote Ellipse). Zwei bearishe Signale also, die hier tatsächlich eine Korrektur ankündigten.
Am Tief war es andersherum; es gab zwei bullishe Divergenzen (untere grüne Ellipse). So signalisierte die rote Kurve eine zunehmende Marktbreite, die auch noch bis zum ersten markanten Zwischenhoch des Index anhielt (die rote Kurve stieg höher/stärker als die blaue; siehe obere grüne Ellipse).
Am jüngsten Hoch des Index gibt es nun dagegen wieder ein kleines, aber doppelt bearishes Signal: Die blaue Kurve und der Index schafften neue Hochs, die rote Kurve dagegen nicht (kleine rote Ellipse). Damit zeigt der Markt eine erste (!) Schwäche. Das kann (!) an der Lage im Dow Jones liegen – an der 50.000er Marke werden die Anleger vorsichtig und zurückhaltend.
Warum selbst ein Kriegsende den Bullen vielleicht nicht hilft
So weit, so normal, aber eine kleine Schwäche kann sich leicht auswachsen – schließlich gilt stets: Wenn die Kurse nicht steigen können, müssen sie fallen! (Zumindest, je länger eine solche Unentschlossenheit anhält.)
Mit Beginn des Mai und der bald endenden Quartalsberichtssaison fehlen den Aktienmärkten oft neue Impulse. Dann kommt es darauf an, dass die Bullen Initiative zeigen und sich nicht einlullen lassen. Ob es dabei helfen kann, wenn der Iran-Krieg tatsächlich demnächst zu Ende geht, bleibt abzuwarten.
Schließlich preisen die Börsianer dieses Ende seit längerem immer wieder ein, auch in dieser Woche. Wenn es dann tatsächlich dazu kommt, könnten Verkäufe einsetzen – nach dem bekannten Motto „Buy the rumors, sell the facts“. Die kleine Schwäche bei der Marktbreite könnte ein erster zarter Hinweis darauf sein. Zumal ja auch die Ölpreise weiterhin im Bereich der 100-Dollar-Marke bleiben…
Mit besten Grüßen
Torsten Ewert
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