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Na, schon über den Ignoranz-Gipfel hinweg?
Ausgabe vom 29.04.2026
Na, schon über den „Ignoranz-Gipfel“ hinweg?
von Torsten Ewert
Wer dem Publikum mit (Börsen-)Psychologie kommt, läuft Gefahr, sich unbeliebt zu machen. Schließlich lässt sich niemand gern einen Spiegel vorhalten. Tief im Innern wissen oder ahnen wir, welche Defizite wir haben, aber wir wollen nicht mit der Nase drauf gestoßen werden. Ich riskiere es trotzdem.
Vom Börsenneuling zum „Überflieger“ und wieder zurück
Vielleicht erinnern Sie sich noch an Ihre ersten Schritte an der Börse. Vielleicht haben Sie – wie ich – anfangs kaum etwas verstanden von all dem Kauderwelsch. Aber mit der Zeit lichtete sich der Dschungel und es stellten sich erste Erfolge ein. Je nach Alter (Jüngere sind anfälliger) setzte dann eine Übermutsphase ein, in der man glaubte, die Börse zu beherrschen. Bei guter Börsenlage konnte diese Phase einige Jahre anhalten – schließlich wurde man durch Erfolge (= Gewinne) immer wieder bestätigt.
Aber früher oder später kommen alle diese „Überflieger“ wieder auf den Boden der Tatsachen zurück – weil ihr „System“ in einer neuen Börsensituation (meist ein Crash oder Bärenmarkt) nicht mehr funktioniert. Und die Höhe der Verluste und der Umgang damit – also der jeweilige Charakter – entscheiden, wer an der Börse überlebt und wer nicht. (Sie gehören also schon mal zu den Gewinnern, wenn Sie diese Phase erfolgreich überstanden haben!)
In der Regel haben wir danach ein anderes, „ernsthafteres“ Verhältnis zur Börse, das sich ganz unter-schiedlich zeigen kann: Manche zeigen danach besondere Wissbegier und Wissenschaftlichkeit, andere schrauben ihre Erwartung zurück. Aber alle finden daraufhin „irgendwie“ ihren persönlichen Stil an der Börse.
Wie wir alle der „Experten-Illusion“ erliegen
So weit, so bekannt. Was zunächst aussieht wie ein börsentypisches Phänomen – wo sonst außer beim Glücksspiel kann man schon Haus und Hof verlieren? – entpuppt sich als allgemeines psychologisches Phänomen, das ich die „Experten-Illusion“ nenne. Egal, ob Briefmarken, Ernährung oder Fotografie – wenn wir uns als Neulinge mit einem Thema beschäftigen, müssen wir einem jahrelangen Wissensvor-sprung der Experten hinterherrennen.
Aber mit hoher Motivation holen wir schnell auf. Die Basics sind bald klar, auch ein paar Highlights entdecken wir rasch. Und schon können wir mit unserem Wissen andere Ahnungslose beeindrucken, die uns dann vielleicht für Experten halten. Und eher, als wir denken, glauben wir selbst daran. Und schon sind wir der Experten-Illusion erlegen. Ein klarer Fall von Selbstüberschätzung!
Und je stärker unser Selbstbewusstsein ausgeprägt ist, desto größer ist die Gefahr, in dieser Phase der Selbstüberschätzung zu verharren. In dieser Phase geht die Schere zwischen dem, was wir zu wissen glauben (rote Kurve in der folgenden Grafik) und dem, was wir tatsächlich wissen (grüne Kurve) immer weiter auf. Noch schlimmer: Oft genug glauben solche Möchtegern-Experten, dass sie schon alles wissen. Ihr Bestreben, Neues zu lernen, sinkt also (blaue Kurve).

Warum es gefährlich ist, auf dem Ignoranz-Gipfel zu verharren
Es gibt Menschen, die verharren permanent in diesem Zustand, können trotzdem in höchste Ämter auf-steigen und sind trotz offensichtlicher Fehler hochgradig beratungsresistent. Beispiele dafür kennen wir alle. Aber zum Glück überwinden die meisten früher oder später diesen „Ignoranz-Gipfel“ – meist des-halb, weil sie Fehler machen und schlechte Entscheidungen treffen, deren Konsequenzen sie tragen müssen.
Jenseits des Ignoranz-Gipfels haben wir die Chance, uns tatsächliche Expertise anzueignen. Unser Wissensdrang und unser Lerneifer nehmen wieder zu. Aber wir erkennen immer stärker, wie wenig wir tatsächlich wissen. Manche resignieren dann, weil ihnen dieses Thema dann doch als ein „zu weites Feld“ erscheint. Aber wer dabeibleibt, gewinnt nicht nur Expertise, sondern erreicht meist auch die Phase der Demut: Ich weiß, dass ich „nichts“ – also noch sehr wenig – weiß.
So unterscheiden Sie echte von Möchtegern-Experten
Nun können wir uns nicht auf jedem Gebiet selbst umfangreiches Fachwissen aneignen. Aber es würde ja schon reichen, wenn wir diejenigen, die uns mit echter Expertise weiterhelfen können, von allen anderen unterscheiden können. Und dafür gibt es sogar ein sehr gutes Kriterium: Wer etwas von seinem Fach versteht und den Ignoranz-Gipfel schon weit hinter sich gelassen hat, antwortet auch auf „dumme“ Fragen ernsthaft und hilft uns weiter.
Wer dagegen selbst (noch) ahnungslos und Fachwissen nur „simuliert“, wird uns abwimmeln oder gar Schlimmeres. Bei der Unterscheidung helfen uns also Fragen – entweder Fragen, die wir selbst stellen, oder Fragen, welche die anderen stellen…
Die Zauberformel, um dem Ignoranz-Gipfel zu entkommen
Natürlich können wir dieses Wissen auch einfach dazu nutzen, uns selbst zu prüfen: Stecken wir bei irgendeinem Thema noch auf dem Ignoranz-Gipfel oder in seiner Nähe fest? Dann sollten wir schleunigst mit dem Abstieg beginnen!
Dazu gibt es sogar eine Zauberformel, die uns einerseits einen Stups geben kann, um den Abstieg zu beginnen, andererseits auch verhindert, dass wir überhaupt den Ignoranz-Gipfel erklimmen: Diese Formel lautet: „Ich weiß nichts“. Mit dieser offensichtlichen Übertreibung können wir uns immer wieder erden. Und sie ist übrigens auch sehr hilfreich, um manch andere festgefahrene Überzeugung abzubauen.
Ach ja, aktive Trader und Anleger werden zudem auch durch die Börse selbst oft und manchmal schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt – Stichwort „Verluste“. Diese sind unvermeidlich, schließlich handeln wir an den Börsen nur Wahrscheinlichkeiten. Und da bleibt es nicht aus, dass auch mal die andere Seite gewinnt. Diese Unvollkommenheit macht demütig und hilft uns schnell über den Ignoranz-Gipfel hinweg.
Fazit
Es ist leicht, auf den „Ignoranz-Gipfel“ zu gelangen, aber schwer, ihn wieder zu verlassen. Insbesondere an der Börse kann es dort oben sehr gefährlich werden (hohe Verluste!). Es ist daher wichtig, sich das eigene Nicht-Wissen immer wieder bewusst zu machen.
Mit besten Grüßen
Torsten Ewert
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