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DAX vs. S&P 500

Ausgabe vom 28.05.2026

DAX vs. S&P 500

von Sven Weisenhaus

Die US-Aktienindizes eilen von einem Rekordhoch zum nächsten. Für den Nasdaq 100 und den S&P 500 gilt das schon seit dem 15. April, für den Dow Jones immerhin seit Freitag vergangener Woche. Dabei stellt sich angesichts der schnellen und starken Anstiege weiterhin die Frage, ob die Kurse damit nur der ebenso starken Gewinnentwicklung der Unternehmen folgen oder sich eine massive Übertreibung oder gar eine Blase bildet. Dazu noch einige aktuelle Informationen:

Die größte Blase seit der Eisenbahn

1999 stiegen die Aktien von Micron um +886 % bis zum damaligen Hoch. Aktuell sind es fast +1.500 % (seit April 2025).

Die Marktkapitalisierung von Micron hat sich binnen nur 48 Tagen von 500 Milliarden auf 1 Billion USD erhöht. Das ist zuvor noch keinem Unternehmen gelungen. Micron macht sich damit auf, Meta Platforms und Tesla von den hinteren Rängen der „Magnificent 7“ zu verdrängen bzw. in Sachen Marktkapitalisierung zu überholen, was zuvor bereits Broadcom gelungen ist.


(Quelle: ariva.de)

Weitere Infos aus aktuellen Medienberichten:

  1. Der Nasdaq 100 notiert im Vergleich zur Geldmenge aktuell höher als zu Zeiten der Dotcom-Blase.
  2. Der Halbleiter-Index SOX hat aktuell den höchsten RSI seit der Dotcom-Blase.
  3. Die Marktbreite ist zuletzt auf den niedrigsten Stand seit der Dotcom-Ära gefallen.
  4. Laut den Zahlen von Goldman Sachs trug NVIDIA alleine rund 20 % zum Kursanstieg des S&P 500 seit Jahresbeginn bei, da das Unternehmen etwa 9 % der Marktkapitalisierung des Index repräsentiert.
  5. Michael Hartnett von der Bank of America spricht in Sachen KI von der größten Blase seit der Eisenbahn.
  6. Taiwan (BIP: weniger als 1 Billion USD) hat in Emerging Markets-ETFs inzwischen ein höheres Gewicht als China (BIP: rund 20 Billionen USD).
  7. Samsung und SK Hynix sind derweil aktuell mehr wert als der gesamte indische Aktienmarkt.
  8. Beide Unternehmen treiben das Gewinnwachstum von südkoreanischen Aktien auf ein schwindelerregendes Niveau (siehe folgende Grafik).

Dank Samsung und SK Hynix erreicht das Gewinnwachstum von südkoreanischen Aktien ein schwindelerregendes Niveau
(Quelle: Berenberg Bank)

Vor allem wegen der starken Performance von Samsung und SK Hynix stellt der Aktienmarkt Südkoreas mit einem Kursanstieg von rund +90 % seit Jahresbeginn die charttechnische Überreibung der US-Technologieaktien sogar noch in den Schatten.

Der Aktienmarkt Südkoreas stellt mit einem Kursanstieg von rund +90 % seit Jahresbeginn die charttechnische Überreibung der US-Technologieaktien in den Schatten
(Quelle: Berenberg Bank)

DAX vs. S&P 500

Anders sieht es bei europäischen Aktienindizes, wie dem DAX oder dem Euro STOXX 50 aus. Diese hinken den US-Indizes (und anderen, vor allem asiatischen Indizes) hinterher. Denn ihnen ist seit Januar bzw. Februar noch kein neues Hoch gelungen. Ein möglicher Grund: Die Unternehmen aus dem deutschen Leitindex können ein weniger starkes Wachstum vorweisen als die US-Pendants.

Aus einer Analyse des Beratungsunternehmens EY geht hervor, dass die DAX-Konzerne im 1. Quartal 2026 ihre Gewinne vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum Vorjahresquartal nur um +4,4 % steigern konnten. Gebremst hat dabei vor allem ein Umsatzrückgang um -3,7 %.
Und das Handelsblatt berichtete, dass sich die Konzerne aus dem S&P 500 im Gesamtjahr 2026 voraussichtlich über einen Anstieg ihrer Nettogewinne um +22 % freuen können, während sich die DAX-Unternehmen mit einem Plus von +14 % begnügen müssen – aber immerhin!

Die Konzerne aus dem S&P 500 können sich im Gesamtjahr 2026 voraussichtlich über einen Anstieg ihrer Nettogewinne um +22 % freuen, während sich die DAX-Unternehmen mit einem Plus von +14 % begnügen müssen
(Quelle: Berenberg Bank)

Hinzu kommt: Während die Unternehmen aus dem S&P 500 bei der langsam auslaufenden Berichtssaison weit mehrheitlich die Erwartungen der Analysten schlagen konnten, gelang dies den DAX-Unternehmen laut den Experten der Helaba nur etwa zur Hälfte. 
Und auch in die Zukunft gerichtet gibt es klare Unterschiede: Für die S&P 500-Unternehmen überwiegen die Aufwärtsrevisionen, während beim DAX noch ein Übergewicht an Abwärtsrevisionen zu beobachten ist, wie die folgende Grafik zeigt.

Und so erklärt es sich auch, dass die Schere bei der Kursentwicklung zuletzt auseinandergegangen ist. Zudem stellt sich damit auch beim DAX die Frage, inwieweit die (stark) gestiegenen Kurse eigentlich gerechtfertigt sind.

Zumal der DAX zwar günstiger bewertet ist als sein US-Pendant, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aber in beiden Fällen oberhalb des langjährigen Durchschnitts liegt. Das Handelsblatt gab kürzlich an, dass der DAX nach der kräftigen Börsenrally mit einem KGV von 15,5 bewertet sei, während der 20-Jahres-Durchschnitt bei niedrigeren 12,5 liegt.

Der Grund für das gestiegene KGV ist laut Handelsblatt, dass der DAX in den vergangenen 3 Jahren um knapp 60 % zugelegt hat, die Konzern-Nettogewinne im selben Zeitraum aber nur um gut 20 % gewachsen sind. Um durchschnittlich bewertet zu sein, müsste der DAX daher eigentlich bei rund 20.000 Punkten notieren – 20 % unter dem jetzigen Niveau, so das Handelsblatt.

Meine Sicht: Angesichts eines Gewinnwachstums von 14 % im laufenden Jahr wäre ein KGV von 12,5 allerdings (zu) günstig, eines von 15,5 nur leicht erhöht. Die Anleger gehen daher den Mittelweg – durch die Seitwärtstendenz der vergangenen Monate (siehe auch DAX-Chart unten) wachsen die Gewinne langsam in die Bewertung des DAX hinein.

Und mit Blick auf die (zunehmende) Belastung durch die Saisonalität – vor allem in US-Zwischenwahljahren (siehe folgende Grafik) – ist eine Fortsetzung der (volatilen) Seitwärtstendenz zu erwarten, indem die Aktienmärkte bis Oktober schwächer tendieren.

Durchschnittlicher Kursverlauf von US-Aktien in US-Zwischenwahljahren und aktueller Verlauf
(Quelle: Berenberg Bank)

Dass es auch im aktuellen Jahr so kommt, wird wahrscheinlich, wenn der DAX in die große Unsicherheitsformation (dicke blaue Linien im folgenden Chart) zurückfällt. 

DAX aktuell am oberen Bereich einer volatilen Seitwärtstendenz der vergangenen Monate

Und bestätigt wird dies, wenn sich die Kurse auch wieder in der alten Seitwärtsspanne einfinden (gelb).

Gewinnmitnahmen

Wie man das volatile Auf und Ab der Kurse nutzt, zeigen weiterhin eindrucksvoll die Stockstreet-Börsenbriefe:
Aus dem „Börse-Intern Premium“-Depot wurden am Montag Aktien von Gerresheimer mit einem Gewinn von +30 % verkauft – nach nur 2 Monaten. Das Depot hat unter anderem dadurch binnen 1 Woche um +1,5 % zugelegt und damit ein neues Jahreshoch von +8,68 % seit Jahresbeginn erreicht (DAX: +2,34 %).
Aus dem „Hightech-Trader“-Depot wurden gestern Aktien von Enphase Energy mit einem Gewinn von +66,0 % und Aktien von SolarEdge mit einem Gewinn von +68,7 % verkauft – nach nur 11 bzw. 6 Wochen.
Lassen Sie sich solche Gewinne nicht mehr entgehen! Melden Sie sich JETZT HIER an und profitieren Sie von den aktuellen Gewinnchancen!


Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr 
Sven Weisenhaus 
www.stockstreet.de

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