Börse-Intern
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Groß gegen klein
Ausgabe vom 24.04.2026
Groß gegen klein
von Torsten Ewert
Als ich den gestrigen Artikel von Sven Weisenhaus hier in der Börse-Intern las, stutzte ich. Da kann doch etwas nicht stimmen, dachte ich mir. Dann schaute ich mir die Sache genauer an und fand etwas Erstaunliches. Allerdings nicht das, was ich erwartet hatte.
Favoritenwechsel, die keine waren
Um es vorwegzunehmen: Mit Svens Artikel ist alles in Ordnung. Wir beide hatten jedoch zuvor unter anderem darüber diskutiert, dass die „Börsen-Dickschiffe“ – und damit auch wieder die Tech-Werte – erneut das Geschehen an der Börse bestimmen.
Das war vor dem Iran-Krieg schon mal anders. Zur Erinnerung: Der Nasdaq 100 schaffte es seit Oktober 2025 nur noch, sein Hoch von damals zu erreichen – überwinden konnte er es bis zur Vorwoche nicht mehr. Der Tech-Sektor insgesamt kam im selben Zeitraum nicht einmal mehr in die Nähe seines Hochs! S&P 500 und Dow Jones markierten dagegen im Januar bzw. Februar nochmals neue Rekordstände (auch, wenn daraus schon vor dem Iran-Krieg Fehlausbrüche wurden).
Es schien sich also ein Favoritenwechsel anzubahnen, den ich z.B. in meinem Geldanlage-Brief meinen Lesern schon seit Monaten ankündigte. Und just unmittelbar vor dem Iran-Krieg wurde das auch hier in der Börse-Intern thematisiert; siehe „Branchenrotation durch „AI Scare“- und „Halo“-Trade“.
Das scheint nun alles wieder hinfällig. Und bei unserer Diskussion erinnerten wir uns, dass es auch in den Vorjahren solche vermeintlichen Favoritenwechsel gab, die sich als nicht nachhaltig entpuppten: 2021 begannen Small Caps durchzustarten, fielen dann aber wieder massiv zurück. Und wie oft irgendwer die Wiederauferstehung von Value-Aktien ausgerufen hat, konnten wir schon gar nicht mehr zählen…
Und noch mehr Verwirrung
Nun also erneut eine Rolle rückwärts?
Und genau wegen dieser Diskussion kam mir Svens Artikel gestern irgendwie merkwürdig vor. Er verwies darin unter anderem auf das große Gewicht der „Magnificent 7“ im S&P 500, was folglich umso mehr für den Nasdaq 100 gelten muss, woraus sich die hohe Korrelation von Nasdaq 100 und Nvidia ableitet, die er ebenfalls erwähnte. So weit, so klar.
Aber dann: Der SOX, der Philadelphia Semiconductor-Index, ist 16 Handelstage in Folge um insgesamt 44 % gestiegen, schrieb Sven außerdem. Ja, aber in diesem Index muss doch Nvidia auch die Aktie mit dem höchsten Gewicht sein! Aber Nvidia ist doch keine 44 % gestiegen!
Wie gesagt, ich stutzte. Ich war verwirrt. Irgendwas stimmt da nicht.
Im Nasdaq 100 ist noch alles in Ordnung
Daher warf ich zunächst einen Blick auf den Nasdaq 100 und nahm mir da die „Mag-8“ vor, also die „Magnificient 7“ plus Broadcom, die längst ebenfalls in die Riege der Billionen-Aktien aufgestiegen ist (und inzwischen auf eine höhere Marktkapitalisierung kommt als Tesla und Meta).
Hier war das Bild noch in Ordnung, denn die jüngste Performance dieser 8 Aktien im Vergleich zum Nasdaq 100 sieht so aus:

Quelle: eigene Berechnungen mit Daten von infront, ZIR
Sechs der acht Schwergewichte liefen besser als der Nasdaq 100, darunter 4 der 5 höchstkapitalisierten Aktien, inklusive Nvidia. Sie haben den Index also noch oben gezogen. Das 5. Dickschiff, Apple, hat den Index dagegen gebremst, ebenso Tesla (allerdings aufgrund des geringeren Gewichts in geringerem Maß). Diese Tabelle erklärt auch die „hohe Korrelation des Nasdaq 100 und der NVIDIA-Aktie“, auf die Sven gestern verwies.
Allerdings zeigt sie auch, dass Nvidia, den SOX nicht angetrieben hat, sondern – wie Apple den Nasdaq 100 – ihn gebremst haben muss! Auch Broadcom war wohl kein Treiber, denn die Aktie stieg „nur“ um 44 %, also gerade so im Einklang mit dem SOX.
Das Diagramm, das alles erklärt
Die Sache wurde immer mysteriöser, denn der SOX besteht nur aus 30 Aktien. Die Schwergewichte Nvidia und Broadcom haben dort also ein noch höheres Gewicht als im Nasdaq 100 oder gar im S&P 500. Und trotzdem hat der Index eine so irre Performance hingelegt?
Ja, denn es gibt Aktien dieses Index, die sich in diesem kurzen Zeitraum glatt verdoppelt haben. Ich werde Sie jetzt nicht mit der langen Tabelle dazu langweilen, sondern zeige Ihnen das Entscheidende in dem folgenden Diagramm:

Quelle: eigene Berechnungen mit Daten von infront, ZIR
Auf der waagerechten Achse ist die Marktkapitalisierung der SOX-Aktien angegeben. Nvidia mit seinen 4 Billionen Dollar steht also ganz weit rechts. Die senkrechte Achse zeigt die Differenz aus dem prozentualen Anteil, den die jeweilige Aktie zum Anstieg der Marktkapitalisierung des SOX beigetragen hat, und ihrem Gewicht im SOX vor dem Anstieg.
Eine aufschlussreiche Erkenntnis
Ich weiß, das ist ziemlich abstrakt, aber ein Beispiel macht es klar: Broadcom ist, wie gesagt, um +44 % gestiegen (siehe Tabelle). Dieser Anstieg der Marktkapitalisierung der Aktie entspricht gut 20 % des Anstiegs des SOX. Da Broadcoms Gewicht im SOX aber zuvor „nur“ 14 % ausmachte, hat die Aktie also überproportional zum Indexanstieg beigetragen, obwohl sie nur „indexkonform“ gestiegen ist. (Und die Differenz von 6 Prozentpunkten, die sich daraus ergibt, ist auf der senkrechten Achse angegeben.)
Entscheidend ist also: Dieses Diagramm macht deutlich, welche Aktien den Index angetrieben und welche ihn gebremst haben. Alle Punkte oberhalb der roten Linien gehören zu „Treiber-Aktien“, die Punkte darunter zu „Brems-Aktien“. Broadcom war also der stärkste Treiber, Nvidia die stärkste Bremse.
Aufschlussreich ist nun, dass es vorzugsweise die „kleinen“ Aktien des Index waren, die zum Anstieg beigetragen haben (siehe gelbes Rechteck). Und damit löst sich die scheinbare Diskrepanz auf, über die ich zunächst „stolperte“.
Wo jetzt Chancen winken
Mehr noch: Offenbar findet doch (wieder) ein Favoritenwechsel statt, und zwar von großen zu kleinen Aktien. (Broadcom ist die berühmte Ausnahme…) Und tatsächlich ergibt auch die Analyse der Relativen Stärke der sogenannten Size-Indizes (Large-, Mid-, Small-Caps), dass kleine und mittlere Aktien derzeit von den Investoren bevorzugt werden. (Und aktuell sind die Growth-Small Caps ganz vorn, wie nicht zuletzt der SOX zeigt.)
Ist dieser Favoritenwechsel nun von Dauer oder droht ihm das gleiche Schicksal wie seinen Vorläufern (siehe meine eingangs erwähnte Diskussion mit Sven Weisenhaus)? Abwarten. Die Leser meiner Aktien-Perlen habe ich im heutigen Wochenupdate jedenfalls schon darauf eingestimmt, dass sich nun womöglich mehr attraktive Chancen ergeben könnten. Denn bei meinen Aktien-Perlen setze ich zum Großteil auf Small und Mid Caps – übrigens auch aus dem Tech-Sektor!
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Mit besten Grüßen
Torsten Ewert
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