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Zum Iran-Krieg kommt die Berichtssaison

Ausgabe vom 14.04.2026

Zum Iran-Krieg kommt die Berichtssaison

von Sven Weisenhaus

Ich habe in Vorbereitung auf die heutige Ausgabe des Newsletters Börse-Intern die beiden vorangegangenen Analysen von Torsten Ewert noch einmal gelesen. Neben der Verfallstagsanalyse von gestern fand ich vor allem die Ausgabe vom Freitag mit der Überschrift „So bullish ist die Lage – in 3 Charts!“ faszinierend, aus folgendem Grund:

Es scheint so einfach und plausibel

Einerseits vermittelt sie anhand der Chartanalysen zumindest ein wenig den Eindruck, als wären die charttechnischen Signale und die Kursverläufe sehr klar und simpel. Nach langen, klar bullishen Aufwärtstrends folgten einige bearishe Signale, die von den Bullen auf beeindruckende Weise gekontert wurden, so dass die Situation aktuell schon wieder sehr bullish ist.

Die Vergangenheit ist klar, die Zukunft ungewiss

Andererseits kann man dem Text aber auch entnehmen, wie ungewiss der weitere Verlauf der Kurse ist. Die Bullen haben zwar schon wieder einiges geleistet, aber sie sind noch nicht am Ziel. Die Bären könnten ihnen daher das Ruder schnell wieder aus der Hand nehmen.

Am Ende des Textes heißt es jedoch wiederum: „Und mit diesen 3 Charts sollten Sie nun den weiteren Verlauf – in ähnlicher Weise auch für andere Indizes– beurteilen können.“ Das klingt fast so, als wäre nun alles klar. Jeder weiß jetzt anhand der Charts sehr genau, wie es weiter geht.

Doch zwei Sätze zuvor ist auch zu lesen, dass der Markt kein Problem damit hat, „seine Meinung von jetzt auf gleich ins Gegenteil zu ändern“. Und genau das ist das aktuelle Problem.

Überraschende 180-Grad-Drehungen

Wohl kaum jemand hätte vor 2 Wochen geglaubt, als der Nasdaq 100 gerade in hohem Tempo auf das niedrigste Niveau seit dem 1. August 2025 (!) gefallen war (siehe roter Pfeil im folgenden Chart), dass dieser Aktienindex am heutigen Tage bereits nur noch weniger als 1,9 % unter seinem Rekordhoch notieren würde.

Der Nasdaq 100 hat mit 10 Gewinntagen in Folge um mehr als +12,5 % zugelegt

Und wer hatte erwartet, dass die Kurse auf dem Weg hierhin an 10 Handelstagen in Folge (!) um insgesamt mehr als +12,5 % (!) zulegen würden? Doch genau das ist passiert – weil der Markt seine Meinung von jetzt auf gleich ins Gegenteil geändert hat.

Übrigens: Zuletzt hat der Markt seine Meinung derart schnell und stark nach dem Zoll-Schock im April 2025 geändert. Dabei weiß ich gerade nicht, wie oft es zuvor Kursexplosionen von +12,5 % in nur 10 Handelstagen gegeben hat. Sie dürften jedenfalls eher selten sein und – wie diesmal – vor allem in starken Erholungen nach starken Rückschlägen auftreten. Und sie passen aus meiner Sicht aktuell weiterhin „hinten und vorne nicht zu der geopolitischen Situation“. Es mangelt schlicht an einem gewissen Risikoabschlag.

Mit Hilfe der Charttechnik scheint nun dennoch im Nachhinein alles klar – so als hätte es quasi so kommen müssen. Alles völlig logisch. Markante Marken wurden getestet, Unterstützungen haben gehalten, bearishe Signale wurden hinfällig und durch bullishe ersetzt. Hätte man doch ahnen können.

Nein! Hätte man nicht! Vielmehr hätte sich wohl ein Großteil der Anleger nicht gegen die Einschätzung gewehrt, dass die Aktienkurse auch noch um -12,5 % hätten fallen können, statt um +12,5 % zu steigen. Und wahrscheinlich hätte die Mehrheit das bearishe Szenario auch für wahrscheinlicher erachtet.

Niemand kann solche Kursentwicklungen vorhersehen

Seien Sie also beruhigt, wenn Sie die aktuelle Kursentwicklung so nicht haben kommen sehen, auch wenn sie aus charttechnischer Sicht noch so plausibel erscheint – vermeintlich. Und ich kann Ihnen auch versichern, dass Sie damit nicht alleine sind, wenn Sie nun trotz aller charttechnischer Analysen nicht wissen, wo der Nasdaq 100 in 2 Wochen stehen wird – oder in 2 Tagen – oder in 2 Stunden. Niemand weiß das, wirklich niemand!

Diese Marktphasen den Spekulanten überlassen

Und das hat auch Torsten Ewert nicht von sich behauptet. Uns von Stockstreet geht es natürlich darum, auch in volatilen Marktphasen Orientierung zu geben. Doch nach den jüngsten Kursentwicklungen – erst rasant abwärts, nur um dann noch rasanter zu steigen – sollte man sich aus meiner Sicht das Kursgeschehen am besten erst einmal einfach von der Seitenlinie ansehen.

Manchmal kann es Sinn machen, etwas abzuwarten, bis es zu einer Kursberuhigung gekommen ist und sich der aufgewirbelte Staub etwas gelegt hat. Wenn sich dann neue charttechnische Formationen abzeichnen, kann man auf einen möglichen Ausbruch in die eine oder andere Richtung setzen. Aber nach einer Kursexplosion von mehr als +12,5 % durch 10 Gewinntage in Folge ist die weitere Kursentwicklung vollkommen ungewiss.

Ja, sie ist im aktuellen Fall grundsätzlich bullish zu werten, wie Torsten Ewert am Freitag schrieb. Aber was glauben Sie, was passiert, wenn die 14-tägige Waffenruhe im Nahen Osten nicht hält und die USA einen Überraschungsangriff auf den Iran starten und die Ölpreise plötzlich wieder bei 120 USD oder gar höher stehen? Könnte der Markt dann seine Meinung von jetzt auf gleich wieder ins Gegenteil ändern?

Hohe Gewinnchancen, hohes Verlustrisiko

Ich denke: Ja! Also verhalte ich mich als Trader und Anleger entsprechend – übe mich in Geduld und Zurückhaltung – eine Fähigkeit, die vielen, vor allem unerfahrenen Marktteilnehmern leider fehlt. Schließlich denken vor allem Börsenneulinge, die Gewinnchancen wären angesichts derart stark steigender Kurse binnen so kurzer Zeit aktuell wieder besonders hoch. Das sind sie auch. Doch dies gilt zugleich auch für die Risiken. Mit anderen Worten: Das Chance-Risiko-Verhältnis ist im aktuellen Marktumfeld, in dem jederzeit alles passieren kann, katastrophal!

Hohe Volatilität, viele Fehlsignale

Dank der jüngsten Analysen von Torsten Ewert wissen Sie zwar nun, welche charttechnische Marken es bei DAX & Co. zu beachten gilt und welche zwischen bullishem und bearishem Kursverlauf unterscheiden, doch bei hoher Volatilität werden wichtige Chartmarken gerne einfach überrannt. Und es kommt häufiger zu Fehlsignalen. So können sich bullishe oder bearishe Signale also schnell zu Bullen- bzw. Bärenfallen entwickeln. Die Charttechnik hilft also in der aktuellen Marktphase nur bedingt weiter.

Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Marktreaktion auf die gescheiterte US-amerikanisch/iranische Verhandlungsrunde vom Wochenende. Der Aktienmarkt startete zunächst mit großen Abwärtslücken in die neue Woche. Doch der Nasdaq 100 markierte zum Beispiel noch in der ersten Handelsminute des nächtlichen Future- bzw. CFD-Handels sein Tief und stieg dann bis zum Ende des Tages ohne nennenswerte Rücksetzer um +2,7 %. Mit den heutigen Kursgewinnen sind es sogar fast +4 %. Wer hat denn bitteschön damit gerechnet?

Zum Iran-Krieg kommt die Berichtssaison

Zusätzlich erschwert wird das Trading nun auch noch durch die beginnende Berichtssaison. Werden Geschäftszahlen (schwerge)wichtiger Unternehmen veröffentlicht, kann auch dies zu plötzlichen Kursausschlägen am Gesamtmarkt führen.

Schauen Sie sich heute zum Beispiel einmal den Kursausschlag beim Dow Jones ab 12:34 Uhr (MESZ) an. Da ging es binnen weniger Minuten plötzlich um 60 Punkte rauf, dann um 140 Punkte runter.

Womöglich haben die Anleger zu diesem Zeitpunkt auf einen Geschäftsbericht reagiert. Oder war es eine andere Nachricht? Häufig lässt sich das nicht klar sagen, weil entsprechende Informationen erst zeitverzögert zur Verfügung stehen. Und dann lässt sich eine Nachricht kaum mehr eindeutig einer Kursentwicklung zuordnen.

Beeindruckendes Gewinnwachstum

Übrigens dürfte die Berichtssaison der Hauptgrund für die anhaltend starke Erholung der Aktienmärkte sein – bzw. konkret die Gewinnerwartungen. Zum Vorjahr werden für die Quartale des laufenden Jahres laut Daten von LSEG folgende Wachstumsraten prognostiziert:

1. Quartal 2026: +13,9 %
2. Quartal 2026: +20,0 %
3. Quartal 2026: +22,0 %
4. Quartal 2026: +19,9 %

Das sind beeindruckende Werte. Zum Vergleich: Zum 4. Quartal 2025 wurde ein Gewinnwachstum von +8,9 % erwartet, am Ende waren es +14,1 %.

S&P 500: Gewinn- und Umsatzwachstum je Quartal

Mit anderen Worten: Die Analysten haben die Messlatte für das laufende Jahr bereits ziemlich hoch gelegt. Und dabei wurden die Prognosen sogar tendenziell nach oben revidiert – trotz hoher Ölpreise, trotz anziehender Inflation und trotz eines sinkenden Verbrauchervertrauens und somit einer möglicherweise nachlassender Konsumlaune.

Verbrauchervertrauen auf Allzeittief

Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan ist jüngst auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Datenerhebung gefallen.

Verbrauchervertrauen der Universität Michigan im April 2026 auf Rekordtief

Wobei man allerdings beachten muss, dass die Korrelation zwischen Stimmungsindikatoren und harten Konjunkturdaten häufig eher gering und teilweise sogar negativ ist, vor allem kurzfristig.

49 % des Gewinnanstiegs nur durch 2 Unternehmen

Beachten muss man allerdings auch, dass 49 % des erwarteten Gewinnanstiegs im S&P 500 nur 2 Unternehmen zu verdanken sind: NVIDIA und Micron. Der Gewinn von NVIDIA soll laut Schätzungen um +118 % gestiegen sein, was alleine schon ein Drittel des Gewinnanstiegs des S&P 500 ausmacht. Bei Micron soll der Gewinn sogar um +682 % explodiert sein, was etwa 17 % zum Gewinnwachstum des S&P 500 beiträgt.

Fazit

Die Aktienmärkte sind derzeit hochvolatil. Und sie sind kurzfristig nun nicht mehr nur abhängig von der Entwicklung im Nahen Osten, sondern jetzt auch noch von der Berichtssaison. Die Kurse könnten also im schlimmsten Fall von zwei Seiten unter Druck gesetzt werden (Enttäuschung der Gewinnerwartungen und der USA/Iran-Verhandlungen) oder im besten Fall von zwei Seiten neues Aufwärtspotential erhalten.

Da die Aktienkurse schon viel Positives eingepreist haben, vor allem auch wieder durch die jüngsten Kursexplosionen, erscheint das Enttäuschungspotential derzeit größer. Allerdings sollte man die Kauflaune der Anleger nicht unterschätzen. Vor allem der Nasdaq 100 zeigt aktuell eine enorme Stärke und kaum Ansätze von Gegenbewegungen, selbst bei zeitgleich steigenden Ölpreisen. – Die Aktienmärkte übertreiben immer noch nach oben, wie ich bereits am Donnerstag vergangener Woche schrieb.


Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr 
Sven Weisenhaus 
www.stockstreet.de

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