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Nanu? Nasdaq 100 schwach, DAX stark?!
Ausgabe vom 28.07.2026
Nanu? Nasdaq 100 schwach, DAX stark?!
von Sven Weisenhaus
Im Stockstreet-Chartanalyse-Dienst „Target-Trend-Spezial“ sowie im „Elliott-Wellen-Trading“-Service von stock3 war bereits zu lesen, dass dem DAX gestern eindeutig ein Befreiungsschlag gelungen ist. Denn der deutsche Leitindex konnte sich mit einer großen Aufwärtslücke aus der Seitwärtstendenz der vergangenen 3 Wochen lösen.

Allerdings war dazu ebenfalls zu lesen, dass dieser Kurssprung auf ein externes Ereignis zurückzuführen ist, welches am vergangenen Wochenende auf den Markt traf: Der Waffenstillstand im Iran-Krieg. Und im gestrigen Handelsverlauf drehten die Kurse bereits wieder verdächtig nach unten (siehe dicker roter Bogen im Chart).
Keine Anschluss-Kursgewinne
Zwar konnte sich der DAX heute zunächst aus dieser möglichen „Wende nach unten“ befreien, doch drehte er innerhalb der gestrigen Handelsspanne erneut nach unten – am ehemaligen Rekordhoch vom 13. Januar bei 25.507,79 Punkten (dicke rote Linie) – und fiel in den Bereich der gestrigen Aufwärtslücke. Dadurch musste man damit rechnen, dass diese geschlossen wird.
Mit Beginn des offiziellen Handels in den USA (15:30 Uhr MESZ) konnte der DAX aber wieder zulegen und erneut Stärke zeigen. Dadurch wurde der Ausbruch nach unten in den Bereich der Aufwärtslücke zur Bärenfalle. Und das ist nun wiederum sehr bullish zu werten. Allerdings:
Ich hatte den Lesern der beiden oben genannten Dienste geraten, zunächst noch abzuwarten, ob sich die Anleger nun klar für eine neue (Trend-)Richtung entschieden haben. Wie sich aber mit dem Hin und Her bzw. Auf und Ab des DAX seit gestern gezeigt, ist das (noch) nicht der Fall. Oder anders ausgedrückt:
Die gestrige (bullishe) Marktreaktion auf die positive Meldung vom Wochenende hat keine Anschluss-Kursgewinne nach sich gezogen. Das ist eher bearish zu werten. Man kann es aber auch bullish betrachten: Nach den starken Kursgewinnen durch die gestrige Aufwärtslücke konsolidiert der DAX zunächst auf dem erreichten Niveau. Eine nachhaltige Richtungsentscheidung ist dabei noch nicht gefallen. Also sollte man die weitere Entwicklung immer noch abwarten.
Entscheidende Marken
Entscheidende Marken im (langfristigen) Target-Trend-Chart sind aktuell neben dem ehemaligen Rekordhoch vom 13. Januar bei 25.507,79 Punkten (dicke rote Linie und roter Pfeil im folgenden Chart) auch die Rechteckgrenze bei 25.370 Zählern sowie eine Konsolidierungslinie (rot gestrichelt).

Die Konsolidierungslinie kann man dafür mitverantwortlich machen, dass der DAX nach der gestrigen Aufwärtslücke noch keine Anschluss-Kursgewinne erzielen bzw. noch kein höheres Hoch markieren konnte, sondern auf dem erreichten Niveau konsolidiert.
Prallt der Index erneut am alten Hoch vom 13. Januar nach unten ab (roter Pfeil) und wird die 25.370er Rechteckgrenze unterschritten, droht wieder ein Schließen der gestrigen Aufwärtslücke. Schafft er hingegen den Sprung über 25.507,79 Punkte, winkt die Mittellinie bei 25.725 Zählern als Kursziel – und dann wahrscheinlich auch ein neues Rekordhoch.
DAX stark, Nasdaq 100 schwach
Was man dem DAX auch zugutehalten kann und für seine aktuelle Stärke spricht: Gegenüber dem Nasdaq 100 schlägt sich der deutsche Leitindex derzeit hervorragend. Denn der US-Technologieindex macht ziemlich schlapp. Im Future- und CFD-Handel der vergangenen Nacht verlor er mehr als 350 Punkte bzw. -1,3 %. Und auch der offizielle Handelsstart in den USA ging heute mächtig in die Hose – mit einem Kursrutsch um ebenfalls rund 350 Punkte .
Immerhin: Von diesen Kursverlusten konnte er sich größtenteils erholen. Doch das ändert nichts daran, dass der Nasdaq 100 zuvor auf das niedrigste Niveau seit dem 30. April geraten ist. Und wie Teilnehmer des „DAX Trading-Room“ sowie Leser des „Elliott-Wellen-Trading“-Service von stock3 bereits wissen, hat der Index damit immerhin bereits 38,20 % der Aufwärtsbewegung von Ende März bis Anfang Juni korrigiert.

Auch weil der Nasdaq 100 auf dem Weg dahin gestern bereits das Tief vom 9. Juni bei 28.196 Punkten unterschritten hat und sich die Abwärtsbewegung heute fortsetzte, so dass der Ausbruch auf ein neues Korrekturtief nachhaltig ist, wirkt der Index nun schwer angeschlagen. Es läuft mindestens eine ABC-Korrektur (oder WXY). Diese hat ihren Namen laut Daumenregel auch verdient, weil der Nasdaq 100 seit dem Hoch vom 22. Juni inzwischen mehr als -10 % verloren hat. (Vom Rekordhoch des 3. Juni sind es -10,76 %.)
Bislang noch eine normale Gegenbewegung
Das klingt nun vielleicht etwas dramatisch, solche (ABC-)Korrekturen bzw. Konsolidierungen gelten aber als normale Gegenbewegung, vor allem nach zuvor starken Kursgewinnen. Sie sind somit trendbestätigend. Und vielleicht kann der Nasdaq 100 das 38,20er Retracement bereits als Unterstützung und Basis für eine Kurserholung oder gar das Ende der Korrektur nutzen. Denn ein Fibonacci-Retracement ist eine häufig genutzte Marke für eine Gegenbewegung.
Wird die 38,20er Marke allerdings unterschritten, ist das 50%-Retracement das nächste Kursziel der Bären. Und wenn dieses in anhaltend hohem Tempo angelaufen wird, spricht die Abwärtsdynamik sogar für weiter fallende Kurse. Aus saisonaler Sicht sind diese sowieso (bald) fällig (ich berichtete).
Halbleiter-Aktien im Bärenmarkt
Den Hauptgrund für die relative Schwäche des Nasdaq 100 findet sich übrigens bei den Aktien, die ihn zuvor extrem stark nach oben getrieben hatten. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) hat inzwischen Kursverluste von -26,20 % auf dem Buckel und befindet sich damit laut Daumenregel in einem Bärenmarkt.

Tatsächlich ist es aber noch nicht unbedingt ein Bärenmarkt, weil dazu fallende Kurse über einen längeren Zeitraum nötig sind. Man kann sich darüber streiten, was ein „längerer“ Zeitraum ist, weil das meines Wissens nirgendwo klar definiert ist. Der SOX korrigiert jedenfalls seit dem Hoch vom 22. Juni, also immerhin schon mehr als 1 Monat. Dennoch: Aus meiner Sicht haben wir es bislang schlicht mit dem Phänomen zu tun: Was zu stark steigt, kann auch sehr stark fallen. Für einen Bärenmarkt braucht es deutlich weiter fallende Kurse.
Fazit
Achten Sie jedenfalls nun sehr genau darauf, ob die Abwärtsdynamik bei Technologiewerten anhält oder sich sogar noch beschleunigt. Davon wird es abhängen, ob sich die Korrektur fortsetzt, es sogar zu einem Crash kommt oder die Anleger bald schon wieder ihre „buy the dip“-Mentalität auspacken.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
PS: Neben dem DAX habe ich heute übrigens auch den Nasdaq 100 im „DAX Trading-Room“ von stock3 gehandelt – live und für alle nachvollziehbar und nachhandelbar. Wenn Sie sich auch für schnelles Intraday-Trading interessieren, dann melden Sie sich JETZT HIER an und genießen Sie neben dem Zugang zum „DAX Trading-Room“ viele weitere Vorteile von „stock3 Ultimate“!
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