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Ist Nvidia das Kartenhaus des KI-Booms?
Ausgabe vom 29.07.2026
Ist Nvidia das Kartenhaus des KI-Booms?
von Stockstreet-Team
Für Skeptiker steht fest, der KI-Boom ist ein Kartenhaus. So finanziert z.B. Nvidia unter anderem OpenAI, damit es Nvidia Chips kaufen kann. Das sieht nach Kartenhaus aus. Nvidia ist das Zentrum.
Inzwischen ist nicht mehr erkennbar, was Nvidia eigentlich ist. Alle sprechen zwar von den leistungsstärksten KI-Chips, doch Nivida ist inzwischen auch eine Art Hedgefonds und Banker geworden. Die Gewinne aus Halbleiterverkäufen werden in Investitionen in andere Unternehmen recycelt. Das ermöglicht Unternehmen wie OpenAI sehr hohe Verpflichtungen einzugehen.
OpenAI und Anthropic sind die beiden Unternehmen, die die Auftragsbücher der Hyperscaler füllen. Sie machen ungefähr 60% des Auftragsbestandes aus. Weil der Auftragsbestand so hoch ist, investieren Firmen wie Alphabet und Microsoft hunderte Milliarden. Pessimisten gehen davon aus, dass OpenAI und Anthropic ihren Verpflichtungen niemals vollständig nachkommen werden.

Können sie es nicht, gibt es plötzlich viele Rechenzentren, die in Erwartung der Nachfrage gebaut wurden. Fehlt die Nachfrage, wurden hunderte Milliarden verschwendet. Hyperscaler beteuern, dass die Rechenleistung benötigt wird, unabhängig von Anthropic und OpenAI. Ob das tatsächlich so ist, weiß niemand.
Ob Unternehmen wie OpenAI ihren Verpflichtungen nachkommen können, hängt von zwei Faktoren ab, dem eigenen Umsatz und dem Kapital, welches sie aufnehmen können. Nvidia ist eine wichtige Geldquelle. Softbank will ein 10-Gigawatt Rechenzentrum bauen. Ein erster Teil soll 2028 ans Netz. OpenAI will die Rechenleistung abnehmen. Die Kosten des Projekts: 500 Mrd. Dollar. 250 Mrd. Dollar könnten von Nvidia über Garantien für OpenAI übernommen werden. Es ist die bisher größte Finanzierung von Nvidia als eine Art Banker.

Öffentlich bekannt sind Finanzierungsvereinbarungen von 430 Mrd. Dollar. Die tatsächliche Summe dürfte höher sein. Nvidia ist nicht nur Banker, sondern auch Investor. Bekannt sind 70 Mrd. an Investitionen in Unternehmen. Die Liste von Kapitalbeteiligungen ist allerdings lang. In den meisten Fällen ist nicht bekannt, wie viel investiert wurde.

Der tatsächliche Wert dürfte wieder sehr viel höher sein. Nvidia hat in 30 verschiedene KI-Unternehmen investiert. Hat ein KI-Unternehmen auch nur den Hauch einer Erfolgsaussicht, Nvidia ist dabei und stellt Kapital zur Verfügung.
Scheitert Nvidia, fällt ein Kartenhaus zusammen. Aber ist es überhaupt ein Kartenhaus? Nvidias Umsätze und Gewinne sind real. Würde Nvidia allerdings nicht so viel Geld zur Verfügung stellen, würde der Boom möglicherweise früher enden und weniger dynamisch verlaufen. Das ist das Hauptargument der Skeptiker.
Nvidias Geld wird benötigt. Daran besteht kaum Zweifel. Es wird aber möglicherweise weniger benötigt, als viele denken. Der annualisierte Umsatz von OpenAI und Anthropic liegt inzwischen bei 110 Mrd. Dollar.

Konkurrenz kommt zwar aus China, doch diese hat bisher das Wachstum nicht abgegraben. Die Nachfrage ist groß genug, um Platz für hochpreisige und günstigere Modelle zu bieten. Chinesische Anbieter haben auch ein großes Problem. Ihnen mangelt es noch mehr an Rechenkapazität als US-Firmen. Würden OpenAI und Anthropic plötzlich nicht mehr wachsen, würde Oracle seine Kapazität wohl gerne diesen Unternehmen zur Verfügung stellen.
Das geht nur zum Teil, weil viele Unternehmen und Länder Beschränkungen unterliegen. Nicht jeder darf Nvidia Chips besitzen oder nutzen. Nichtsdestotrotz, es muss viel schiefgehen, damit der Boom wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Er wird weniger dynamisch und es wird Verluste in einzelnen Segmenten geben. Durch Nvidias Verflechtungen wird ein wesentlicher Teil des Schmerzes auf Nvidia entfallen und macht die Aktie riskant.
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