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Saisonalität: September startet mit bearishen Signalen
Ausgabe vom 01.09.2026
Saisonalität: September startet mit bearishen Signalen
von Sven Weisenhaus
Das wilde Auf und Ab bei den Ölpreisen setzt sich fort. Vor einer Woche notierte die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) bei rund 83 USD je Barrel (siehe „US-Sanktionen gegen den Iran – große Worte, kleine Taten“). Am darauffolgenden Tag wurden rund 80 USD erreicht. Bis heute verteuerte sich der Rohstoff allerdings bereits wieder um mehr als 10 % und erreichte sogar das höchste Niveau seit mehr als 5 Wochen.

Damit tragen die Ölpreise dazu bei, dass die Renditen am Anleihemarkt weiter steigen. Denn höhere Energiepreise treiben die Inflation. Und darauf müssen die Notenbanken im Zweifelsfall mit Zinsanhebungen reagieren.
Energiepreise treiben Inflation der Eurozone auf 3-Jahres-Hoch
Für die Eurozone wurde heute gemeldet, dass die Inflation im August, wie vom Markt mehrheitlich erwartet, auf +3,3 % gestiegen ist, von +2,9 % im Juli.

Die Teuerung erreichte damit den höchsten Wert seit Beginn des Iran-Kriegs (bzw. sogar seit September 2023). Dazu trugen die Energiepreise mit einem Anstieg von +14,3 % zum Vorjahr erheblich bei.

Zwar fiel die Kernrate mit einem leichten Rückgang auf +2,4 % etwas unter den Erwartungen aus (+2,5 % und somit unverändert zum Vormonat), doch liegt damit auch die jährliche Teuerung ohne die volatilen Preise für Energie und Nahrungsmittel weiterhin über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 %.
Anleihemarkt: Renditen steigen und Kurse purzeln weiter
So verwundert es nicht, dass der Markt derzeit eine Zinsanhebung der Euro-Währungshüter auf der anstehenden Notenbanksitzung mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % einpreist. Und angesichts dieser Entwicklungen verwundert es auch nicht, dass die Renditen weiter steigen und die Kurse der Anleihen entsprechend weiter purzeln.
Der Bund-Future – als fiktiver Terminkontrakt für 10-jährige deutsche Staatsanleihen – hat dadurch inzwischen das Tief vom 18. Mai bei 123,74 Punkten deutlich unterschritten.

Damit wurde ein neues Tief seit dem 10. Januar 2014 erreicht, also ein frisches 12,5-Jahres-Tief.
Kipppunkt am Aktienmarkt erreicht?
Ist das nun der Kipppunkt für die Aktienmärkte? Vor einer Woche hieß es jedenfalls, man solle „sowohl die Ölpreise als auch die Anleiherenditen weiterhin genau im Auge behalten. Sollten beide wieder bzw. weiter steigen, könnte das die Aktienkurse belasten und eventuell sogar eine Korrektur auslösen. Bereits aus saisonaler Sicht wird eine solche zunehmend wahrscheinlich“, war zu lesen. Pünktlich zum Beginn der ersten September-Woche mussten die Aktienmärkte nun schon recht deutliche Kursverluste hinnehmen.
Der DAX setzte dabei erneut von oben auf das ehemalige Rekordhoch vom 6. Juli bei 25.900,10 Punkten zurück. Und er konnte es auch ein zweites Mal verteidigen (siehe grüne Pfeile im folgenden Chart). Doch je öfter eine solche Marke angelaufen wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs.

Welche Marken in einem solchen Fall noch entscheidend sind, habe ich vor einer Woche geschrieben (siehe „DAX testet und bestätigt bullishen Ausbruch“). Dabei gilt unverändert: „Oberhalb von 25.900,10 Punkten haben die Bullen beim DAX keine Probleme. Unterhalb dieser Marke verdient der Markt erhöhte Aufmerksamkeit. Und unterhalb von 25.370 Punkten dürfte sich die saisonale Schwäche (bis Ende September) entfalten.“
Aus Sicht der Elliott-Wellen keine Überraschung
Übrigens: Aus Sicht der Elliott-Wellen kommt der aktuelle Rücksetzer alles andere als überraschend. Im „Elliott-Wellen-Trading“-Service von stock3 hatte ich am Mittwoch der vergangenen Woche zu folgendem Chart geschrieben, dass mit dem 5-gliedrigen Rücksetzer (blau) als Teil der abc-Korrektur (rot) die Korrekturwelle 4 (grau mit Rahmen) gebildet wurde. Und so war im Rahmen einer finalen Aufwärtswelle 5 (grau mit Rahmen) noch mit einem Rekordhoch zu rechnen.

Nachdem dieses neue Rekordhoch am Freitag erreicht wurde, war gestern zu folgendem Chart zu lesen, dass nun „alle nötigen Voraussetzungen für das (vorläufige) Ende der Aufwärtsbewegung und den Beginn einer größeren Korrekturbewegung im Rahmen der Welle 4 (grün)“ vorliegen.

Sowohl beim „Elliott-Wellen-Trading“-Service als auch beim Chartanalyse-Dienst „Target-Trend-Spezial“ wurde mit dem aktuellen Rücksetzer ein Long-Trade per Stop-Loss beendet und der damit erzielte Gewinn realisiert. Und beim „Target-Trend-Spezial“ war in der heutigen Analyse zu lesen, dass nun im Gegenzug ein Short-Trade möglich sei, um auf einen saisonal schwachen September zu setzen, auch wenn ein solcher Trade aufgrund der Stärke des DAX und des noch frischen Rekordhochs derzeit noch spekulativer Natur ist.
Wenn Sie wissen möchten, wie mit diesem Short-Trade in Zukunft umgegangen werden sollte, melden Sie sich JETZT HIER zum „Target-Trend-Spezial“ an!
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
PS: Auch die Leser anderer Stockstreet-Börsenbriefe konnten sich jüngst über realisierte Gewinne freuen. Beim „Allstar-Trader“ wurden Aktien von Deutz mit einem Gewinn in Höhe von +24 % verkauft. Beim „Optionsscheine-Expert-Trader“ brachte ein Trade auf Aktien von OMV einen Gewinn von +7 %.
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