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DAX und Nasdaq 100 senden ähnliche bearishe Signale
Ausgabe vom 18.08.2026
DAX und Nasdaq 100 senden ähnliche bearishe Signale
von Sven Weisenhaus
Die Börsen mussten jüngst einige schlechte Nachrichten verdauen. Und diese hängen zusammen:
So hat der Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise wieder nach oben getrieben. Darunter leidet inzwischen scheinbar auch die US-Wirtschaft. Darauf deuten zumindest die zuletzt schwächer ausgefallenen US-Konjunkturdaten hin. Dazu zählen die Einzelhandelsumsätze, das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan und der Arbeitsmarktbericht. Derweil sind die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen auf über 5,3 % gestiegen und haben damit ein 19-Jahres-Hoch erreicht. Dadurch wird die Verschuldung der USA derzeit wieder zunehmend zum Thema.
Aber der Reihe nach:
Iran-Krieg: Waffenruhe offiziell ausgelaufen
Die zwischen den USA und dem Iran vereinbarte Waffenruhe ist offiziell ausgelaufen. Am gestrigen Montag war der Stichtag, bis zu dem gemäß einer am 17. Juni unterzeichneten Absichtserklärung ein endgültiges Friedensabkommen hätte erzielt werden sollen – binnen einer Frist von 60 Tagen. Doch dazu ist es nicht gekommen.
Die USA streben nach den Worten von US-Präsident Donald Trump derzeit auch keine Verlängerung der Waffenruhe an. Denn Trump erwarte nicht, dass der Iran einem für die USA akzeptablen Abkommen zustimmt.
Bereits in der vergangenen Woche hatte ein iranischer Insider gesagt, es gebe keine Gespräche über eine Verlängerung, da eine Frist gar nicht erst begonnen habe. Die Straße von Hormus bleibe so lange geschlossen, bis die USA die Bedingungen des vorläufigen Abkommens erfüllen.
Erneute Eskalation droht
Zudem droht der Iran mit einer Eskalation, sollte die Diplomatie scheitern. Teheran werde für diplomatische Bemühungen eine Frist von wenigen Wochen setzen, bevor es in die Offensive gehe, so ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter gegenüber Medien. Er verwies dabei auf eine politische Neuausrichtung des Landes, die verstärkt auf Offensive statt auf Verteidigung setze.
Zugleich könnten auch die USA die Lage eskalieren. Trump drohte dem Oman mit einem Militärschlag, sollte das Land die US-Blockade iranischer Schiffe in der Straße von Hormus behindern.
Ölpreise werden wieder zunehmend zur Belastung
Vor diesem Hintergrund notiert der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent aktuell wieder bei über 90 US-Dollar.

Die US-Sorte WTI liegt mit derzeit rund 85 US-Dollar etwas niedriger.

Dennoch spüren offenbar auch die US-Bürger zunehmend die anhaltend hohen Energiepreise. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan ist nach zuvor zwei Anstiegen im August wieder kräftig eingebrochen.

Ein Grund dafür könnte sein, dass die Inflationserwartungen laut der Verbraucherbefragung von zuletzt 4,2 % auf 4,3 % wieder gestiegen sind.
Und offenbar spüren dies nun auch die Einzelhändler, da die Konsumenten angesichts anhaltend starker Preissteigerungen ihr Geld zusammenhalten. Die Einzelhandelsumsätze sind im Juli nominal (also nicht inflationsbereinigt) um -0,6 % gesunken, obwohl die Preise im selben Monat gestiegen sind.

Noch ist die jüngste Kaufzurückhaltung womöglich wieder nur ein einmaliger Ausrutscher. Sollte sich daraus jedoch eine Tendenz entwickeln, könnte die stark vom Konsum abhängige US-Wirtschaft ein Problem bekommen. Das gilt vor allem, wenn der Arbeitsmarkt weitere Stellen abbauen sollte, wie bereits im Juli mit -23.000 geschehen (siehe „Gewinnwachstum des S&P 500 bei sagenhaften +50,4 %“).
DAX unter wichtiges Tief gerutscht
Aus diesen Entwicklungen kann man sich nun quasi aussuchen, was die Aktienkurse jüngst belastet hat. Vielleicht war es auch die Kombination der Ereignisse. Jedenfalls ist der DAX heute unter das Tief vom Dienstag der vergangenen Woche bei 26.245,57 Punkten gefallen (grüne Linie). Und damit wurde nicht nur aus Sicht der Elliott-Wellen der kurzfristige Aufwärtstrend beendet.

Auch aus Sicht der klassischen Charttechnik ist damit die kurzfristige Folge „höherer Tiefs“ und somit der Aufwärtstrend gebrochen, während aus Sicht der Elliott-Wellen das Tief einer Welle 4 (blau) unterschritten und dadurch das Ende eines 5-gliedrigen Aufwärtszyklus (blau) besiegelt wurde.
Im „DAX Trading-Room“ von stock3 war dazu heute auch schon zu lesen, dass dieser 5-gliedrige Aufwärtstrend (blau) die übergeordnete Welle 5 (grau ohne Rahmen) gebildet hat und somit auch diese nun als beendet gilt.
„Und da diese Welle 5 (grau ohne Rahmen) das Ende ihrer übergeordneten Welle 3 (grau mit Rahmen) darstellt, muss man auch mit einem Ende dieser Aufwärtsbewegung rechnen. Somit ist nun mit einer größeren Korrektur im Rahmen der Welle 4 (grau mit Rahmen) zu rechnen. Ein erstes Korrekturkursziel dafür ist nun die Welle 4 (grau ohne Rahmen) bei 26.081 Punkten“, so meine Mitteilung an die Community.
Schon mehr als eine Woche zuvor hatte ich im „DAX Trading-Room“ zu diesem Elliott-Wellen-Szenario geschrieben, dass Short-Positionen, mit denen man auf eine Gegenbewegung setzt, aussichtsreich seien – auch mit Blick auf die Saisonalität. Dagegen schienen Long-Positionen kurzfristig lediglich noch geringes Restpotential im Rahmen der Welle 5 (blau) zu haben. Genau das hat sich nun mit dem aktuellen bearishen Signal des DAX bestätigt.
Im „Elliott-Wellen-Trading“-Service von stock3 hatte ich mit dem neuen Rekordhoch der blauen Welle 3 vom vorangegangenen Freitag bereits zu einem Einstieg in einen Short-Trade geraten, ebenso im Stockstreet-Chartanalyse-Dienst „Target-Trend-Spezial“. Und dazu lautete der Rat, diesen per Stop-Loss auf Einstiegskurs abzusichern, wenn das Tief der blauen Welle 4 unterschritten wird. Das ist seit heute der Fall.
Ob Sie sich mehr für die Target-Trend-Methode, die Elliott-Wellen oder das kurzfristige DAX-Trading interessieren – melden Sie sich JETZT zu dem entsprechenden Dienst an, um zukünftig von solchen Trading-Chancen zu profitieren!
Grundsätzlich ist die Korrektur des DAX bislang harmlos. Im Vergleich zum vorangegangenen Anstieg fällt sie nämlich noch sehr moderat aus. Das passt zu der erwarteten Korrektur-Welle 4 (grau mit Rahmen). Solange die heutige Abwärtslücke nicht geschlossen wird, kann man mit Short-Trades auf fallende Kurse im Rahmen dieser Welle setzen.
Nasdaq 100 sendet ähnliches bearishes Signal
Das gilt in ähnlicher Form auch für den Nasdaq 100. Denn auch der technologielastige US-Aktienindex hat einen möglichen 5-gliedrigen Aufwärtstrend durch das Unterschreiten dessen Welle 4 (und 2) beendet (blau im folgenden Chart).

Auch hier bildete diese Aufwärtsbewegung (blau) eine übergeordnete Welle 5 (grau), die somit wahrscheinlich ebenfalls beendet wurde.
Dabei liegt hier ebenfalls auch aus Sicht der klassischen Charttechnik ein sehr bearishes Signal vor. Denn der Nasdaq 100 war aus einem steigenden Dreieck nach oben ausgebrochen (im Rahmen der grauen Welle 5). Dieses hatte sich aus dem horizontalen Widerstand des 76,40%-Fibonacci-Retracements (dicke graue Linie) knapp unterhalb der psychologisch wichtigen 30.000er Marke (blau gestrichelt) und einer Aufwärtslinie (dick grün) gebildet. Doch der bullishe Ausbruch aus dieser Formation nach oben hat sich nun als Fehlsignal herausgestellt hat.
Mitglieder des „DAX Trading-Room“ wissen bereits, dass aus Sicht der Elliott-Wellen das Tief der Welle 4 (grau) bei 29.425 Punkten nun das erste Korrekturkursziel ist. Und aus Sicht der klassischen Charttechnik ist es das Tief der Dreiecksformation (blaue Welle a) bei 29.122 Zählern.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
PS: Vor dem Hintergrund der aktuellen bearishen Signale kam es bei den Stockstreet-Börsenbriefen jüngst wieder zu Gewinnmitnahmen. Aus dem Depot des „Optionsscheine-Expert-Trader“ wurde heute bei einem Trade auf die Aktien von OMV ein Teilverkauf (30 %) vorgenommen und damit ein Gewinn in Höhe von +15 % realisiert. Kurz zuvor nahm Manfred Ries für seine Leser einen Teilverkauf von 50 % bei einem Trade auf Credit Agricole vor. Das brachte einen Gewinn von +10 %.
Und kurz davor realisierte Bernd Raschkowski für seine Leser des „Allstar-Trader“ einen Gewinn von +10,4 % durch den Verkauf von BASF-Aktien und von +7,5 % durch den Verkauf von SMA Solar-Aktien
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