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DAX unterschreitet diverse ehemalige Rekordhochs
Ausgabe vom 10.09.2026
DAX unterschreitet diverse ehemalige Rekordhochs
von Sven Weisenhaus
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die erwartete Anhebung der Leitzinsen beschlossen. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass der Konflikt im Nahen Osten weiterhin Inflationsdruck erzeugt und die Inflation daher über einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert der EZB von 2 % liegen dürfte.
Vor diesem Hintergrund bleibt die Basisprognose der EZB für die Inflation im Jahr 2026 zwar im Vergleich zum Juni unverändert, für 2027 und 2028 wurde sie jedoch nach oben korrigiert.

(Quelle: EZB)
Zugleich wurden die Wachstumsprognosen für 2026 und 2027 angehoben.

(Quelle: EZB)
Dies spiegelt laut der EZB eine „unerwartet hohe Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft im Euroraum“ wider. Die EZB läuft damit weniger Gefahr, den zarten Aufschwung mit höheren Zinsen abzuwürgen.
Obwohl die EZB die Erwartungen erfüllt hat, reagierten die Aktienmärkte mit Kursverlusten auf die Entscheidung – vor allem hierzulande, aber auch in den USA.
Bringen die US-Erzeugerpreise die saisonale Schwäche in Gang?
Die US-Märkte reagierten allerdings deutlich „allergischer“ auf die gestiegenen US-Erzeugerpreise. Diese legten im August um +5,4 % gegenüber dem Vorjahr zu (Juli: +4,8 %). Damit lagen sie leicht über den durchschnittlichen Markterwartungen von +5,3 %.

Die Kernrate erhöhte sich auf +4,6 % zum Vorjahr (Juli: +4,2 %) und traf damit die Erwartungen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise in den USA insgesamt um +0,4 %, was ebenfalls so erwartet wurde, und in der Kernrate um +0,2 %, womit die Teuerung sogar etwas schwächer ausfällt als erwartet (+0,3 %).
US-Indizes holen Kursverluste teilweise auf
Die Reaktion der US-Aktien auf die US-Erzeugerpreise erschien mir daher etwas überzogen. „Womöglich haben die Bären im saisonal schwachen September lediglich auf eine passende Gelegenheit gewartet. Da reicht manchmal auch ein Strohhalm, an dem man sich festklammern kann. Bleibt nun abzuwarten, ob ein kleiner Stein eine Lawine ins Rollen bringt...“, schrieb ich dazu um 14:44 Uhr im „DAX Trading-Room“ von stock3. Immerhin konnten der Dow Jones und vor allem der Nasdaq 100 wenig später die Kursverluste vollständig aufholen, allerdings nicht nachhaltig.
DAX zeigt nachhaltige Schwäche
Der DAX zeigte hingegen fast durchgängig Schwäche. Er wurde bis zur Rechteckgrenze bei 25.370 Punkten nach unten durchgereicht, wo derzeit auch die untere Linie des Aufwärtstrendkanals (grün) verläuft (siehe grüner Pfeil). Dieser Bereich bot dem DAX heute ab etwa 14:34 Uhr über mehrere Stunden Halt. Doch im Gegensatz zu den US-Indizes konnte er seine Kursverluste kaum aufholen und neigte stattdessen immer wieder (und weiter) nach unten.

Zuvor war der DAX am 2. September erstmals unter das ehemalige Rekordhoch vom 6. Juli bei 25.900,10 Punkten zurückgefallen. Am Folgetag konnte er diese Marke wieder überwinden, sodass eine Bullenfalle zunächst abgewendet werden konnte. Doch der Index prallte bei der Kurserholung von der Rechteckgrenze bei 26.080 Punkten nach unten ab (siehe roter Pfeil) und geriet vorgestern gleich zu Handelsbeginn zum zweiten Mal unter die 25.900,10er Marke.
In diesem Fall führten kontinuierliche Kursverluste in hohem Tempo zu einem neuen Korrekturtief und somit deutlich von dieser Marke (nach unten) weg. Damit stellt sich der Ausbruch über das Hoch vom 6. Juli nun doch als Bullenfalle dar. Und dieses Fehlsignal scheint eine starke Bewegung in die entgegengesetzte Richtung nach sich zu ziehen.
Heute ist der DAX auch noch unter das alte Rekordhoch vom 13. Januar bei 25.507,79 Zählern gerutscht. Damit ist auch der Ausbruch darüber hinfällig. Und so trübt sich das Chartbild aktuell deutlich ein. Der saisonal schwache September macht seinem Namen alle Ehre.
Fällt der DAX nun auch noch in die alte Unsicherheitsformation zurück (dicke blaue Linien), muss man mit deutlich weiter fallenden Kursen rechnen. Wenn der deutsche Leitindex lediglich von der psychologisch wichtigen Marke von runden 25.000 Punkten angezogen wird, könnten die Bullen damit äußerst zufrieden sein. Denn eigentlich besteht dann noch deutlich weiteres Abwärtspotenzial.
Mit einer Short-Position vom Kursrutsch profitiert
Die Leser des Chartanalyse-Dienstes „Target-Trend-Spezial“, in dem der DAX börsentäglich analysiert wird, können sich über die aktuellen Kursverluste des DAX nicht beschweren. Denn sie profitieren sogar davon. Bereits in der Analyse vom Montag hieß es: „Bei Kursen unterhalb von 25.900 Punkten bietet sich nun ein Short-Trade an, um auf eine zweite Korrekturwelle im saisonal schwachen September zu setzen.“ Tags darauf wurde diese Marke unterschritten. Aktuell notiert der DAX mehr als 500 Punkte tiefer.
Jetzt rechne ich mit einer baldigen Gegenbewegung. Auf diese sollten dann allerdings noch einmal neue Korrekturtiefs folgen sollten. Basis für diese Annahme ist meine Elliott-Wellen-Analyse im „Elliott-Wellen-Trading“-Service von stock3. Leser dieses Börsendienstes profitieren übrigens ebenfalls mit einem Short-Trade vom Kursrutsch des DAX.
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Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
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