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DAX: Bearisher Ausbruch nur eine Bärenfalle?

Ausgabe vom 16.07.2026

DAX: Bearisher Ausbruch nur eine Bärenfalle?

von Sven Weisenhaus

Im „DAX Trading-Room“ von stock3 war ich heute sehr aktiv. Über insgesamt 8 Long-Trades wurden die Teilnehmer von mir informiert. Dabei teilte ich jeweils den konkreten Einstieg (siehe blaue Linien im folgenden Chart), das Platzieren von Stopps (Stop-Loss) und den Ausstieg mit – und zwar auf eine Weise, durch die jeder Teilnehmer die Trades mitmachen konnte.

Der DAX etablierte eine kurzfristigen Abwärtstrend, in dem Long-Trades wenig Chancen auf Gewinne hatten

Zudem teilte ich konkrete Gründe für meine Entscheidungen mit, die anhand von mitgelieferten Charts nachvollzogen werden konnten.

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Die Bilanz der Trades konnte sich am Ende durchaus sehen lassen. Denn nur einer endete mit einem Minus (-43 Punkte), weil es um 13:50 Uhr plötzlich zu einem heftigen Kursrutsch an den Aktienmärkten kam (siehe gelbe Ellipse im Chart) und ich daher einen Not-Ausstieg vornehmen musste. Das war leider doppeltes Pech, weil sich der DAX anschließend binnen weniger Minuten vollständig von seinen Kursverlusten erholte. Den Verlust hätte man sich somit sparen können.

Immerhin endeten aber 3 Trades jeweils mit einem Gewinn (+55, +23 und +10 Punkte), so dass es unter dem Strich ein erfolgreicher Tag war. Zugleich war der Tag aber auch lehrreich und brachte wichtige Erkenntnisse über die Verfassung bzw. das Kursverhalten des DAX.

Warum eigentlich Long-Trades im Abwärtstrend?

Denn 4 Trades endeten mit einer schwarzen Null, weil die jeweiligen Long-Positionen zwar zunächst in den Gewinn liefen, so dass ich einen Stop-Loss auf Einstiegskurs legen konnte, der DAX aber immer wieder nachgab, wodurch die Trades (automatisiert) beendet wurden.

Anschließend fiel der DAX sogar auf neue Tagestiefs, weil er sich heute bis zum Beginn des offiziellen Handels in den USA in einer Abwärtsbewegung befand. Und daher kam die Frage eines Teilnehmers auf, ob der DAX nicht inzwischen zu tief gefallen sei für Long-Trades. Meine Antwort:

Der Index befand sich heute lange Zeit noch in seiner Seitwärtstendenz der vergangenen Tage. Und mit den Long-Trades habe ich im unteren Bereich der mehrtägigen Handelsspanne auf eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung gesetzt, also auf eine Kurserholung und wieder steigende Notierungen. Denn solche (schnellen) Trendwenden hatte es in den vergangenen Tagen jedes Mal nach Kursverlusten gegeben (siehe grüne Bögen im folgenden Chart).

Im Rahmen einer Seitwärtskonsolidierung hat sich der DAX mehrfach von Kurseinbrüchen schnell erholt

Selbst im Falle eines neuen Tiefs waren Long-Versuche noch sinnvoll, weil theoretisch auch dann noch eine erneute Kurserholung möglich war, mit der sich ein Ausbruch nach unten als weitere Bärenfalle entpuppen konnte.

Verändertes Kursverhalten

Allerdings hatte ich zuvor (um 13:01 Uhr) zu folgendem Chart schon geschrieben, dass sich das Verhalten des DAX im Vergleich zu den vergangenen Tagen geändert hat und der Index vor allem heute nach unten neigte. „Long-Trades verlieren daher nun deutlich an Gewinnwahrscheinlichkeit!“, so meine „Warnung“. Denn der Ausbruch des DAX aus seiner mehrtägigen Seitwärtsspanne nach unten wurde langsam gefährlich für Long-Trader (siehe roter Pfeil).

Der DAX ist aus seiner Seitwärtskonsolidierung nach unten ausgebrochen

Schließlich wurde mit dem Unterschreiten des Tiefs des ersten Abwärtswelle bei 24.830,17 Punkten die anschließende (Seitwärts-)Konsolidierung der vergangenen Tage formell beendet und eine zweite Abwärtswelle nahm Form an. Aus aktueller Sicht begann diese bereits am Hoch vom vergangenen Dienstag bei 25.204 Punkten.

Und so musste man nun mit weiter fallenden Kursen rechnen. Doch diesbezüglich gab ich den Teilnehmern im „DAX Trading-Room“ noch folgenden Tipp: „Ich würde allerdings noch nicht zu Short-Trades greifen, wegen der zahlreichen Fehlsignale in Seitwärtstendenzen und der bestehenden Möglichkeit einer Bärenfalle. Für Shorts will ich erst einen nachhaltigen Ausbruch sehen.

Wieder ein Fehlsignal

Mit Blick auf den aktuellen Chart zeigt sich inzwischen, dass tatsächlich auch der heutige Ausbruch nach unten eine Bärenfalle war. Denn der DAX konnte sich über das Tief vom 8. Juli bei 24.830,17 Punkten und somit in den Bereich der mehrtägigen Seitwärtskonsolidierung zurückarbeiten (siehe dicker grüner Bogen im folgenden Chart).

Der bearishe Ausbruch des DAX auf ein neues Korrekturtief stellte sich als Bärenfalle heraus

Bleibt der DAX nun oberhalb von 24.830,17 Punkten, haben die Bullen sehr gute Chancen, die Kurserholung fortzusetzen. Sollte der Index aber wieder in den Bereich der heutigen Bärenfalle zurückrutschen, trübt sich das Chartbild weiter ein.

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Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr 
Sven Weisenhaus 
www.stockstreet.de

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