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Geringeres BIP-Wachstum, höheres Gewinnwachstum? – Der Schein trügt!
Ausgabe vom 23.04.2026
Geringeres BIP-Wachstum, höheres Gewinnwachstum? – Der Schein trügt!
von Sven Weisenhaus
In der heutigen Wochenausgabe des Börsenbriefs „Börse-Intern Premium“ ist bereits zu lesen, dass US-Präsident Donald Trump zwar überraschend die Waffenruhe im Krieg gegen den Iran auf unbestimmte Zeit verlängert hat, sich dadurch aber faktisch nichts geändert hat. Daher war dies auch keine besonders positive Nachricht für die Börsen. Entsprechend verhalten fielen die Kursreaktionen aus.
Ölpreise legen wieder deutlich zu
Denn vor allem die Straße von Hormus ist immer noch gänzlich geschlossen. Und so fehlen der Weltwirtschaft weiterhin beträchtliche Mengen Öl und Gas sowie weiteres Material, weshalb die entsprechenden Preise nach wie vor erhöht sind.
Die Ölpreise haben sogar jüngst wieder deutlich zugelegt. Die Nordsee-Sorte Brent notiert erneut über 100 USD, die US-Sorte WTI steht kurz davor und arbeitet an einer Rückkehr in einen Aufwärtstrendkanal.

Solange sich in der Iran-Frage nichts ändert und Hoffnungen auf ein Ende des Konflikts bestehen, dürfte es allerdings vorerst eher bei einer Seitwärtstendenz an der neuralgischen Marke bleiben. Je länger die Öllieferungen aus dem Nahen Osten allerdings ausbleiben, desto mehr dürften die Preise wieder einen Aufwärtstrend etablieren.
Wirtschaftswachstum halbiert, DAX konsolidiert
Die Bundesregierung hat vor diesem Hintergrund gestern die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft glatt halbiert. Dazu passen auch die heutigen Einkaufsmanagerdaten von S&P Global. Der Index, der Industrie und Dienstleistungen vereint, ist mit 48,3 Punkten sogar wieder in den Schrumpfungsbereich (< 50) gefallen (vor allem durch den zweiten Einbruch des Service-Sektors in Folge).

Und passend dazu hat der DAX seine Kursgewinne seit Ende März in den vergangenen 3 Tagen konsolidiert. Heute setzt sich die Abwärtstendenz fort.

Damit ist der deutsche Leitindex nun wieder im Zentrum seiner alten Seitwärtsspanne (gelb) angekommen. Setzt sich also statt eines neuen Aufwärtstrends das wilde Auf und Ab der vergangenen Wochen und Monate fort? Mit Blick auf die Saisonalität (in US-Zwischenwahljahren) und die extrem überkauften US-Aktienindizes ist das mein Hauptszenario (das auch der aktuellen Lage angemessen ist).
Geringeres BIP-Wachstum, höheres Gewinnwachstum?
Zumal auch das Wirtschaftswachstum der USA niedriger ausfallen dürfte. Darauf deutet zumindest der GDPNow-Indikator der Federal Reserve Bank of Atlanta hin. Für das 1. Quartal 2026 signalisiert er nur noch ein auf das Jahr hochgerechnetes Wachstum von +1,2 %. Ende März waren es noch +2 %, Ende Februar sogar +3 %.

Doch es scheint, als könne all dies den US-Unternehmen nichts anhaben. Vor allem getrieben durch die gigantischen KI-Ausgaben steigen die Gewinnerwartungen und die tatsächlichen Gewinne sogar auf beeindruckende Weise. Die entsprechenden Daten von LSEG zum Gewinnwachstum haben sich seit Dienstag vergangener Woche wie folgt verändert:
1. Quartal 2026: von +13,9 % auf +14,4 %
2. Quartal 2026: von +20,0 % auf +20,4 %
3. Quartal 2026: von +22,0 % auf +22,4 %
4. Quartal 2026: von +19,9 % auf +20,3 %

Entsprechend haben sich auch die Aktienkurse an der Wall Street und vor allem an der Nasdaq entwickelt. Der Nasdaq 100 kommt inzwischen im CFD-Handel auf +18,54 % in 18 bzw. mehr als +9 % in den letzten 9 Handelstagen.

Seit Jahresbeginn liegt der Index im Hoch mit +6,49 % im Gewinn. Das bisherige Rekordhoch wurde um +2,86 % übertroffen.
Gewinnwachstum extrem ungleich verteilt
Mit Blick auf die sehr hohen Gewinnwachstumsraten erscheinen derartige Kursanstiege sogar auf den ersten Blick gerechtfertigt. Und das gilt auch für die „Magnificent 7“, deren Gewinnwachstum in den vergangenen Quartalen stets höher war als bei den übrigen 493 Unternehmen des S&P 500. Auch im 1. Quartal können sich die Mag-7 über ein Gewinnzuwachs von +22,8 % freuen, während sich die übrigen Unternehmen mit „nur“ +10,1 % begnügen müssen.

(Quelle: FactSet)
Doch der Schein trügt. Denn NVIDIA leistet den größten Beitrag. Ohne NVIDIA würde das Gewinnwachstum der restlichen „Mag-6“ auf magere +6,4 % sinken.

(Quelle: FactSet)
Ups! Sind da vielleicht einige Aktien jüngst etwas zu stark gestiegen? Ich erinnere an die Auflistung der Kursgewinne einzelner Aktien vom Donnerstag vergangener Woche (siehe „Die gleiche Gier nach denselben Aktien“). Und ich erinnere daran, „dass 49 % des erwarteten Gewinnanstiegs im S&P 500 nur 2 Unternehmen zu verdanken sind: NVIDIA und Micron“, wie es am Dienstag vergangener Woche hieß (siehe „Zum Iran-Krieg kommt die Berichtssaison“).
Welche Kursanstiege sind gerechtfertigt?
Man muss also derzeit sehr genau hinschauen, welche Aktien wie stark gestiegen sind und ob die Kursgewinne im Einzelfall gerechtfertigt oder übertrieben sind. Apropos Übertreibung: Der Philadelphia Semiconductor-Index, also das Barometer für Halbleiter- bzw. Chip-Aktien, hat gestern den 16. Handelstag in Folge zugelegt. Das war bereits die längste Gewinnserie seiner Geschichte. Heute setzen sich die Gewinne auf inzwischen +44 % fort, womit der Index fast senkrecht durch die Decke geht. Und somit wurde bereits der nächste Rekord an der Börse aufgestellt.

Dies muss man auch vor dem Hintergrund sehen, wie stark die Aktien vor der jüngsten Korrektur bereits gestiegen waren. Der aktuelle fahnenstangenartige Anstieg erinnert sehr an die typischerweise letzte Phase eines Bullenmarktes. (Auch das würde wieder zur Saisonalität in US-Zwischenwahljahren passen.)
Und das gilt auch für die Aktienindizes allgemein. Da diese jüngst wieder stärker gestiegen sind als die Gewinnerwartungen, hat z.B. das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 (Forward-KGV) binnen einer Woche von 20,1 auf 20,7 zugelegt.

Das ist zwar immer noch günstiger als vor der allgemeinen Marktkorrektur, doch damit entfernt sich die Bewertung wieder von ihrem langjährigen Durchschnitt nach oben.
Abhängigkeit von den Magnificent-7
Dabei ist der S&P 500 übrigens immer noch extrem abhängig von der Kursentwicklung der 7 Mega-Caps. Diese bringen zusammen eine Marktkapitalisierung von knapp 22 Billionen US-Dollar auf die Waage und repräsentieren damit ein Drittel (33 %) der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500.
Besonders hoch ist dieser Tage wieder die Korrelation des Nasdaq 100 und der NVIDIA-Aktie, während sich die (US-)Aktienmärkte von den Ölpreisen abgekoppelt haben. So wird also aktuell wieder die nächste Sau durchs Dorf getrieben, in dem Fall eine altbekannte.
Gewinnmitnahmen
Torsten Ewert und ich haben jüngst auf mögliche Gewinnmitnahmen hingewiesen. Und dabei handelt es sich nicht nur um graue Theorie, sondern um gelebte Praxis. So habe ich beim Börsenbrief „Börse-Intern Premium“ am Montag Aktien von Brenntag mit einem Gewinn von +15 % verkauft. Und einen Tag später bzw. ein Tag vor dem Ablauf der 14-tägigen Waffenruhe folgte der Ausstieg bei Deutsche Bank mit +10 % und auch bei PayPal mit +10 %.
Die Bilanz (m)eines Depots
Damit sieht die Bilanz der im laufenden Jahr bislang beendeten Trades wie folgt aus:

Ich würde sagen, das kann sich sehen lassen. Insgesamt liegt das Depot seit Jahresbeginn damit nun +5,28 % im Gewinn, womit auf Wochensicht das zweite Jahreshoch in Folge markiert wurde und das Depot nun 4 Wochen in Folge zulegen konnte. (Und so sieht die Performance der vergangenen 4 Wochen im Detail aus: +1,53 %, +2,17 %, +1,8 % und +1,21 %.)
Durch die jüngsten Gewinnmitnahmen liegt die Investitionsquote nun bei nur noch 38 %. Damit sehe ich das Depot derzeit gut positioniert. Steigen die Kurse weiter und setzt sich die kurzfristige Übertreibung fort, profitieren die verbliebenen (8) Depotpositionen. Kommt es hingegen zu Rücksetzern und womöglich sogar einer lang anhaltenden saisonalen Korrektur, können wir die Cash-Quote von 62 % nutzen, um Aktien günstiger (zurück) ins Depot zu holen.
Wenn Sie dabei mit an Bord sein wollen, melden Sie sich gerne JETZT HIER zum Börsenbrief „Börse-Intern Premium“ an.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
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