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Auffällige Kursbewegungen

Ausgabe vom 19.05.2026

Auffällige Kursbewegungen

von Sven Weisenhaus

Ein Leser fragte mich am Montag vergangener Woche, ob ich nicht allen Lesern sagen könne, „wie lange diese neue KI-Sau noch durchs Dorf getrieben wird“, wie er per E-Mail schrieb. Leider kann aber auch ich nicht hellsehen. Und meine Kristallkugel befindet sich aktuell in der Reinigung. Daher müssen wir wohl alle derzeit schlicht nach Hinweisen ausschauhalten, die uns der Markt gibt und die auf ein Ende der neuerlichen extremen Rally hindeuten. Und diese gab es jüngst auch bereits.

Erste Hinweise deuten auf ein Ende der extremen Rally

So lassen sich zum Beispiel jüngst vermehrt Gewinnmitnahmen im US-Technologiebereich beobachten. Seit Donnerstag vergangener Woche tendiert der Nasdaq 100 nach unten.

Der Nasdaq 100 befindet sich seit einigen Tagen in einem kurzfristigen Abwärtstrend(kanal)

Und dabei zeigt der technologielastige US-Aktienindex sogar eine relative Schwäche gegenüber zum Beispiel dem Dow Jones oder auch dem DAX. Phasenweise ist dies sogar sehr deutlich, wie auch heute, als der Nasdaq 100 (Future, CFD) am Vormittag erneut kräftig nachgab, während der DAX zugleich sehr stark zulegen konnte.

Manipulative Meldungen zum Iran-Krieg

Allerdings kommt es immer noch zu plötzlichen, starken Aufwärtsbewegungen, insbesondere, wenn es positive Nachrichten zum Iran-Krieg gibt. Dabei habe (nicht nur) ich den Eindruck, dass diese immer dann veröffentlicht werden, wenn die Aktienkurse deutliche Schwäche zeigen. Und dadurch entsteht der Eindruck, dass der Markt bewusst manipuliert wird und oben gehalten werden soll.

Moderate Konsolidierungen

Durch diesen Wechsel aus Schwäche und plötzlichen Kurserholungen entsteht eine Konsolidierung, mit der die vorherigen Kursgewinne der extremen Rally verdaut werden. Das ist mit Blick auf den Verlauf der Wellen und den dabei entstehenden Überschneidungen bullish zu werten. Insbesondere aus Sicht der Elliott-Wellen-Theorie, aber auch aus der Perspektive der klassischen Charttechnik gelten moderate Abwärtstrends eher als trendbestätigend (Bullenflagge).

Sich (schnell) änderndes Anlegerverhalten

Trotzdem bedeuten die Gewinnmitnahmen eine deutliche Änderung im Anlegerverhalten. Die blinde Kaufgier, welche die Kurse nahezu ohne Rücksetzer tage- und wochenlang nach oben geprügelt haben, ist erst einmal vorbei.

Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Die Stimmung kann sich auch sehr schnell wieder ändern, zum Beispiel, wenn (auch) die Geschäftszahlen von NVIDIA morgen wieder die Erwartungen schlagen und neue Euphorie bei den Anlegern entfachen.

Ebenso ist allerdings denkbar, dass es mit dem nahenden Ende der Berichtssaison zu einem „sell the facts“-Effekt kommt. Die extrem positive Berichtssaison ist also eingepreist und nun bekommen die Anleger mit der nachlassenden Flut von Geschäftszahlen wieder mehr Zeit, über die charttechnische Situation (überkauft) und die fundamentale Bewertung (hoch) nachzudenken.

Ölpreise und Inflation treiben Anleiherenditen

Und sie werden dies vor dem Hintergrund immer noch hoher Ölpreise tun, die sich zunehmend auf die Inflation auswirken. In den USA verteuerte sich Treibstoff im Jahresvergleich zuletzt um +28,4 %. Die Energiepreise insgesamt stiegen um +17,9 %. Dadurch ist die Teuerung im April so stark gestiegen wir seit fast 3 Jahren nicht mehr. Diese hohe Inflation treibt die Zinserwartungen und die Renditen am Anleihemarkt (siehe dazu auch die gestrige Börse-Intern-Ausgabe: „Was den neuen Fed-Chef erwartet“).

Und das gilt nicht nur für die USA, sondern weltweit. So erreichten 10-jährige deutsche Bundesanleihen jüngst mit knapp 3,2 % das höchste Niveau seit 15 Jahren. Britische Papiere knackten sogar die Marke von 5,1 % aus Zeiten der Finanzkrise 2008. Und auch in den USA rentieren zumindest schon die 30-jährigen Anleihen mit über 5 %, wie jüngst auch das Handelsblatt berichtet. Diese höhere Verzinsung wird mit ihren inzwischen erreichten Niveaus zunehmend eine Konkurrenz für Aktien.

Massive Kursexplosionen beim DAX

Vorerst sind die charttechnischen Signale aber noch überwiegend bullish, und das vor allem aktuell wieder beim DAX. Denn hier ließen sich jüngst eindrucksvolle Kursexplosionen beobachten, die nicht alltäglich sind:

Gestern legte der deutsche Leitindex ab Beginn des Xetra-Handels (9:00 Uhr) binnen 2 Stunden um rund 240 Punkte bzw. rund 1 % zu. Und heute schoss der Index zur gleichen Zeit sogar binnen weniger als 1 Stunde um rund 350 Punkte bzw. fast +1,44 % nach oben. 
Einen bestimmten Auslöser dafür gab es nicht. Daher erinnert dieses Kursverhalten an die Kursexplosionen ab Beginn des offiziellen Handels in den USA (15:30 Uhr MEZ), die sich in den vergangenen Wochen und Monaten beim Dow Jones und Nasdaq 100 sehr häufig beobachten ließen.

Außerdem kam es gestern beim DAX um exakt 13:30 Uhr zu einer Kursexplosion von 170 Zählern binnen 6 Minuten, gefolgt von einer weiteren ab 14:34 Uhr, die den Index erneut binnen nur 6 Minuten um weitere 180 Punkte nach oben katapultierte. Auslöser dafür waren wieder einmal Meldungen zum Iran-Krieg. Und auch um 21:00 Uhr, als es mit den Kursen wieder etwas nach unten ging, wurden diese von einer Trump´schen Iran-Meldung wieder zurück auf den Bullenpfad geführt. Der DAX gewann fast 300 Punkte zurück.

Bearishes Signal abgewendet

Diese dynamischen Kursanstiege bewahrten den deutschen Leitindex insbesondere gestern wohl vor deutlich tieferen Notierungen. Denn: Ab dem 6. Mai war es zu einer ersten großen Abwärtswelle gekommen, gefolgt von einer abc-förmigen Erholung, wie der folgende Chart aus der heutigen Ausgabe des Chartanalyse-Dienstes „Target-Trend-Spezial“ zeigt. Zu sehen ist auch eine zweite Abwärtswelle, die am vergangenen Freitag ins Rollen gekommen war und gestern kurz vor Beginn des Xetra-Handels sogar noch auf ein neues Korrekturtief führte.

Der DA fällt auf ein neue Korrekturtief, erholt sich aber sehr schnell an einer wichtigen Unterstützung

Auf dieses Tief waren die Leser des Target-Trend-Spezial vorbereitet. Denn in der vorbörslichen Analyse hieß es gestern, es sei mit weiter fallenden Kursen zu rechnen – mit Hinweis auf die untere Linie einer alten Unsicherheitsformation (dicke blaue Linie). Und genau an dieser Linie wurde das neue Korrekturtief markiert (siehe grüner Pfeil), wie auch der folgende Chart aus meinem Elliott-Wellen-Trading-Dienst von stock3 zeigt.

Der DAX fällt mit der Welle C einer ABC-Korrektur auf ein neues Korrekturtief, erholt sich aber an der unteren Linie einer alten Unsicherheitsformation

Diese Unterstützung diente als Basis für die anschließenden dynamischen Kurserholungen, mit denen sich das neue Korrekturtief als Bärenfalle herausstellte. Darauf folgte eine typische starke Bewegung in die entgegengesetzte Richtung, die sich häufig nach Fehlsignalen beobachten lässt.

Haben auch in diesem Fall wieder einmal „magische Marktkräfte“ ein bearishes Signal abgewendet, durch das es ansonsten deutlich weiter fallende Kurse hätte geben können?

Neuer Aufwärtstrend gestartet?

Jedenfalls kann man beim DAX mit der ersten großen Abwärtswelle (A), der anschließenden abc-förmigen Gegenbewegung (B) und der zweiten Abwärtswelle (C) nun von einer abgeschlossenen ABC-Korrektur ausgehen, wie der folgende Chart aus dem Elliott-Wellen-Dienst zeigt.

Nach einer 5-gliedrigen Welle A und einer 3-gliedrigen Welle B lässt sich auch die Welle C 5-gliedrig zählen

Denn nach der 5-gliedrigen Welle A und der 3-gliedrigen Welle B lässt sich auch die Welle C 5-gliedrig zählen (grau). Und damit entspricht die gesamte ABC-Korrektur genau dem Grundmuster der Elliott-Wellen-Theorie.

Da die ABC-Korrektur (rot) auf einen zuvor 5-gliedrigen Aufwärtstrend (grün) folgte, kann man nun davon ausgehen, dass mit den starken Kursgewinnen von gestern und heute bereits ein neuer (5-gliedriger) Aufwärtstrend gestartet ist.

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Übergeordnete Seitwärtstendenz

Allerdings gilt es zu beachten, dass sich der DAX übergeordnet betrachtet in einer (monatelangen) Seitwärtstendenz befindet. Und Seitwärtstendenzen zeichnen sich durch plötzliche Richtungswechsel auf unterschiedlichen Niveaus sowie Fehlsignale aus. Das Chartbild könnte sich also auch schnell erneut drehen. 
Zumal ein neuer Aufwärtstrend nicht zum saisonalen Muster in US-Zwischenwahljahren passt, wonach es jetzt eigentlich bis September eher zu fallenden Notierungen an den Aktienmärkten kommen sollte.

Fazit

Der DAX ist kurzfristig bullish einzuschätzen, übergeordnet betrachtet aber neutral. Es gilt daher, sich entsprechend zu positionieren und dann weitere Signale abzuwarten.

Dabei muss man auch auf die Signale der US-Indizes achten, und hier insbesondere vom Nasdaq 100. Dabei stellt sich die Frage, ob die aktuellen Gewinnmitnahmen nur vorübergehender Natur sind oder sich eine größere Korrektur anbahnt. Das ist insbesondere zu erwarten, wenn die Meldungen zum Iran-Krieg keine Kursexplosionen mehr auslösen, sondern sich auch hier der typische Gewöhnungseffekt einstellt.

Viel wird dabei von der morgigen Kursreaktion auf die Zahlen von NVIDIA abhängen. Werden die Erwartungen geschlagen? Wir fallen die Kursreaktionen aus? Kehrt die Euphorie zurück oder setzt sich die „sell the facts“-Tendenz fort?

Wir werden das für Sie beobachten und dann natürlich auch wie gewohnt darüber berichten.


Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr 
Sven Weisenhaus 
www.stockstreet.de


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