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Der Iran-Krieg im Spiegel der Märkte und Branchen
Ausgabe vom 25.03.2026
Der Iran-Krieg im Spiegel der Märkte und Branchen
von Torsten Ewert
Heute zeigten sich die Aktienmärkte zunächst freundlich. Ein richtiger Grund dafür erscheint mir nicht offensichtlich. Aber vielleicht ist es ja genau das: Es gab endlich mal keine neuen Hiobsbotschaften – das ist doch auch ein Grund zum Feiern!
USA: Starke Preisanstiege selbst ohne Iran-Krieg!
Allerdings schien es damit am Nachmittag schon wieder vorbei zu sein. Die Import- und Exportpreise aus den USA für Februar wurden veröffentlicht. Sicherheitshalber zur Erinnerung: Im Februar gab es noch keinen Krieg im Iran!
Was die Zahlen umso verblüffender erscheinen lässt: Die US-Importpreise stiegen im Februar um +1,3 % zum Vormonat und im gleichen Verhältnis (+1,3 %) zum Vorjahresmonat. Erwartet wurden dagegen deutlich niedrigere Wert von +0,6 % bzw. -0,1 %.
Ähnlich bei den Exportpreisen: +1,5 % zum Vormonat statt erwarteter +0,6 % und +3,5 % zum Vorjahresmonat statt erwarteter +2,6 %. Wie gesagt, da sind eventuelle Kriegsfolgen noch nicht drin. Also dürfen wir gespannt sein, wie diese und andere Preise für März ausfallen.
Wende? Welche Wende?
Die US-Futures kamen daraufhin zwar etwas zurück, aber ihre Stimmung ließen sich die Börsianer davon nicht vermiesen. Was manche Kommentatoren veranlasste, so etwas wie eine Wende auszurufen.
Davon zeigen die Charts aber noch nichts, hier z.B. der Dow Jones CFD-Verlauf:

Es gab bisher erst zwei nennenswerte Ansätze zu Erholungen: vom 9. auf 10.3., als die Kurse um +4,15 % stiegen und am Montag, als Donald Trumps überraschender Rückzieher beim Ultimatum an Iran die Kurse nach oben katapultierte. Dabei reichte es aber nur zu +3,88 %.
Aus diesen „Signalen“ kann man nichts herauslesen
Seitdem laufen die Kurse in der Spanne dieser langen Kerze vom Montag. Die Kerzen von gestern und heute sind daher sogenannte Inside-Day-Kerzen – und die haben charttechnisch überhaupt keine Bedeutung! Erst wenn der Dow Jones über das Hoch oder Tief der Kerze vom Montag ausbricht, kann der geneigte Charttechniker wieder neu analysieren.
Wie wenig sinnvoll es ist, aus diesem Chart irgendwas herauslesen zu wollen, zeigt auch der Fakt, dass der Kurs bisher immer noch brav in dem steilen Abwärtstrend seit Februar läuft – und selbst nach dem kräftigen Impuls vom Montag bisher keine Anstalten macht nach oben auszubrechen.
Aktienmärkte im Vergleich
Und dabei ist der Dow Jones mit seinem bisherigen Minus von maximal -7,4 % noch einer von den robusteren Indizes. Dazu der Vergleich verschiedener MSCI-Indizes von Ländern und Regionen:

Quellen: MarketMaker mit Daten von infront, eigene Berechnungen
Der MSCI World Index (dicke schwarze Kurve), der zu 70 % aus US-Aktien besteht, also auch als „US-Benchmark“ dienen kann, verlor seit Ende Februar (senkrechte Linie), also nach Beginn des Iran-Kriegs, bisher maximal -6,9 %. Chinas Aktienmarkt (gelb) hielt sich ebenfalls sehr robust.
Beide, die USA und China, sind entweder weitgehend Selbstversorger mit Energie (Öl, Kohle) oder haben andere Quellen – China z.B. Russland. Dagegen wirken sich die hohen Energiepreise in Europa, in Japan (wo man bisher vor allem aus dem Nahen Osten versorgt wurde) und in den Emerging Markets deutlich stärker aus. Die höheren Kursabschläge dieser Märkte sind also verständlich.
Dennoch finde ich Rückgänge um gut -10 % angesichts der bestehenden Risiken und Gefahren (siehe Börse-Intern vom 23.03.2026) bemerkenswert moderat. Aber gut, dachte ich mir, dann wird es ja wohl Branchen geben, die entsprechend stark sind und womöglich schon kräftige Erholungen vollziehen.
Das verblüffende Ergebnis der Branchenanalyse
Also habe ich mir die MSCI-Branchen- und -Industrieindizes vorgenommen. Und war völlig verblüfft vom folgenden Ergebnis (hier aus Gründen der Übersichtlichkeit die Liste der 24 Branchen plus MSCI World Index zum Vergleich):

Quellen: eigene Berechnungen mit Daten von infront (Basis: Tagesschlusskurse; Zeitraum: 02.03.-24.03.2026)
Die Tabelle ist absteigend sortiert nach den maximalen Verlusten seit Beginn des Iran-Kriegs (2. Spalte; Vergleichswert: Kurs vom 27.2.). Wenig überraschend steht die Energiebranche ganz oben – sie profitiert schließlich von den gestiegenen Energiepreisen. Am Ende steht die Rohstoffbranche (Materials), die stark auf (fossile) Energiequellen angewiesen ist, also entsprechend unter Druck gekommen ist.
Es gibt aber auch einige überraschende Verlierer, z.B. viele defensive Branchen, wie Haushalts- und Pflegeprodukte (Household & Personal Products) oder Nahrungsmittel/Getränke/Tabak (Food, Beverage & Tobacco) sowie die Branchen des Gesundheitssektors (Health Care …, Pharmaceuticals …).
Aber gut, vor allem Konsumgüterbranchen – neben den genannten auch die Auto- und Haushaltsgeräte-/Modebranche (Consumer Durables & Apparel) sind natürlich anfällig für eine mögliche Konsumzurückhaltung durch steigende Inflation. Das wurde offenbar eingepreist.
Stärke sieht anders aus
Sehr überrascht haben mich aber die Ergebnisse der rechten Spalte. Sie zeigen, wie stark sich die Kurse seit den jeweiligen Tiefs (wann immer diese seit Ende Februar markiert wurden) maximal erholt haben. Es geht also nicht darum, wo die Kurse jetzt stehen, also ob sie sich seit dem Erholungshoch wieder abgeschwächt haben. Sondern ich wollte wissen, wie stark die berühmt-berüchtigten Gegenbewegungen waren.
Und das Ergebnis ist niederschmetternd, oder? Wenn wir mal die Energiebranche, die faktisch nur gestiegen ist, außen vor lassen, haben gerade einmal 4 von 23 Branchenindizes eine „Erholung“ von mehr als 2 % geschafft!
Noch verrückter: 6 der 23 Branchen weisen in dieser Spalte 0 % aus (rote Felder). Das bedeutet, dass diese Branchenindizes gestern neue Tiefs markiert haben – also trotz der vermeintlich starken Gegenbewegung vom Montag wieder/weiter gefallen sind!
Ganz klar: Stärke sieht anders aus! Das beweist letztlich auch der MSCI World Index (violette Markierung in der Tabelle), der zwar nach maximalen Verlusten im Mittelfeld liegt, aber sich nach seinem jüngsten Tief am vergangenen Freitag nur um magere +0,81 % „erholt“ hat und schon am Dienstag wieder zurückgefallen ist. Da hatte er zwischendurch schon stärkere Gegenreaktionen, die immerhin 2 Tage dauerten (siehe Chart).
Fazit
Welche Hoffnung der Börsianer auch immer der Grund sind, dass die Märkte bisher nicht weiter fallen – nennenswerte Kaufbereitschaft auf breiterer Front gibt es jedenfalls nicht. Und daher lautet mein Fazit: Die laufende „Erholung“ an den Aktienmärkten könnte also mit oder ohne weitere Eskalation im Nahen Osten erneut nur ein Strohfeuer sein. Es erscheint ratsam, die aktuelle Marktlage zu einem kritischen Check des eigenen Depots zu nutzen und z.B. ohnehin schwache Positionen auszusortieren und andere gegen Verluste abzusichern.
Viel Erfolg + beste Grüße
Ihr Torsten Ewert
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