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Ich sehe Panik
Ausgabe vom 23.02.2026
Ich sehe Panik
von Torsten Ewert
Am Freitag kassierte der Oberste Gerichtshof der USA einen Großteil der Zölle, die US-Präsident Trump verhängt hat. Das ist aber kaum der Grund für den aktuellen Abverkauf.
Das Zollurteil in den USA kurz kommentiert
Zu dem Zollurteil hier nur so viel: Aus meiner Sicht teilen sich die Kommentare dazu in gutwillig-versöhnlich und sarkastisch-zynisch: Die ersteren loben, dass die Gewaltenteilung in den USA noch funktioniert und der Willkür der Regierung Grenzen gezogen wurden. Letztere sagen, dass dies egal ist, weil Trump ohnehin macht, was er will.
Tatsächlich hat er praktisch sofort im Gegenzug neue Zölle angekündigt und diese kurz danach sogar noch erhöht. Was genau nun gilt, ob die neuen Zölle nun stattdessen oder gegebenenfalls noch zusätzlich gelten, wie in manchen Berichten zu lesen war, ist noch unklar. Ebenso andere Details, z.B. zu eventuellen Rückzahlungen.
Realisten empfehlen daher abzuwarten, zumal das Chaos durch die Entscheidung und Trumps Reaktion darauf ohnehin vergrößert wurde. Pessimisten erwarten sogar, dass die Regierung selbst dieses Urteil ignoriert, umgeht oder anderweitig aushebelt, wie schon andere zuvor. Sie verweisen darauf, dass es keine Instanz gibt, die das Urteil gegen den Widerstand des Präsidenten durchsetzen könnte.
Immerhin hat die Zollbehörde verkündet, die betreffenden Zölle ab sofort nicht mehr zu erheben. Also schauen wir mal.
Überraschend starke Einkaufsmanager-Indizes!
Wie gesagt, das Urteil hat wenig mit den jüngsten Kursverläufen zu tun. Das zeigt der Intraday-Chart deutlich:

Die Urteilsverkündung löste am Freitag einiges Hin und Her aus (siehe Pfeil), aber danach beruhigten sich die Kurse zunächst wieder. Schließlich haben sich Märkte längst an den chaotischen Politikstil in den USA gewöhnt und bleiben daher gelassen – zumal die Folgen, wie beschrieben, ohnehin noch nicht absehbar sind.
Der heutige Einbruch dürfte daher zum einen vom drohenden US-Militärschlag gegen Iran getrieben worden sein (der Ölpreis stieg nach entsprechenden Meldungen heute erneut auf neue Hochs), aber vor allem durch die anhaltende KI-Panik.
Nach der großen Blase kommt die schnelle Panik
Vor einiger Zeit wurde moniert, dass Sven Weisenhaus und ich zu oft von der KI-Blase gesprochen hätten – und das, nachdem die Kurse wie lange haussiert haben: Monate? Jahre? Und nun gibt es mal ein paar Tage stärkere Rückschläge (nachdem sich die KI-Aktien einige Zeit recht robust gehalten haben) – und schon reden alle von Panik …
Man verzeihe mir diesen ironischen Seitenhieb, denn spätestens nach dem Abverkauf heute zu Handelsbeginn in den USA sehe ich ebenfalls eine Spur von Panik. Für einzelne Aktien gilt das noch mehr. Irrational sind manche Verkaufswellen aber schon länger (mehr dazu in der Börse-Intern vom 09.02. und in der Monatsausgabe 03/2026 meines Geldanlage-Briefs, die am Freitag erscheinen wird).
Jetzt könnte die Dienstags-Umkehr kommen!
Vermutlich sind manche Gründe für die Verkaufswelle hartnäckiger als andere, aber kurzfristig könnte eine Erholung einsetzen. Auslöser dafür könnte die Dienstags-Umkehr sein.
Sie bildet sich, wenn am bzw. vor dem Wochenende „etwas Schlimmes“ passiert ist. Viele Anleger wollen dann verkaufen, andere müssen; die Algorithmen tun ein Übriges. Und schon passiert das, was wir heute sehen: ein Abverkauf zu Wochenbeginn.
Dieser ist mitunter auch „nur“ eine Echo-Reaktion, wenn es schon am Freitag erste oder stärkere Verkäufe gab. Aber meist legt sich dieser Anflug von Panik recht schnell, sodass es im Verlauf des Montags, spätestens am Dienstag – daher zu einem ersten Tief kommt und die Kurse ab Dienstag wieder zu steigen beginnen. Daher der Name dieses Phänomens, dass sich häufiger beobachten lässt.
Ein paar aktuelle KI-Panikmeldungen
Aktuell dürften am Wochenende viele Leute „Panikmeldungen“ zu KI gelesen haben. Und auch heute gab es davon etliche. Hier mal eine Auswahl, die ich dem stock3-Live-Ticker in den ersten eineinhalb Stunden nach US-Handelsbeginn entnommen habe:
„Fed-Vertreter Waller berichtet, dass CEOs erhebliche Stellenkürzungen durch Künstliche Intelligenz ankündigen.“
„DoorDash verliert nach Handelsbeginn 7,7 Prozent, nachdem ein Forschungsbericht von Citrini Research prognostiziert, dass KI-Agenten das Geschäftsmodell bis 2028 obsolet machen könnten, indem sie Lieferdienste direkt mit Fahrern verknüpfen und die Kosten nahezu auf null senken. Uber gibt 3,4 Prozent nach.“
„MasterCard und Visa verzeichnen Kursverluste, nachdem ein spekulativer Bericht von Citrini Research prognostiziert, dass KI-Agenten bis 2028 Zahlungen zunehmend über Kryptowährungen abwickeln und damit die Bedeutung von Kreditkartenanbietern verringern könnten. Der Bericht argumentiert, dass KI-Agenten die 2-3% Interchange-Gebühren umgehen und stattdessen auf günstigere Stablecoins über Solana oder Ethereum setzen würden.“
Frisst die KI schon ihre Kinder?
Und fragen Sie mich bitte nicht, wer Citrini Research ist! Die Webseite sieht schwer nach KI aus; wirkliche Informationen, z.B. über das Team, dessen Erfahrung, konkrete Leistungen oder Produkte, findet man dort nicht. Bezeichnend ist auch, dass man dort zum einen „Forschungsberichte“, zum anderen „spekulative Berichte“ veröffentlicht. Beides sind sehr ungewöhnliche Ausdrücke für solche Publikationen. Da hat ziemlich sicher an irgendeiner Stelle eine KI ihre Algorithmen im Spiel…
Es wäre jedenfalls eine ziemliche Ironie der Geschichte, wenn KI-generierte Berichte die KI-Blase abwürgen. Die KI fräße dann schon ihre Kinder…
Aber zurück zum Markt: Wenn es doch noch kurzfristig zum Angriff auf Iran kommt, könnten die hier genannten Szenarien natürlich schnell hinfällig werden. Wobei über den Stand der Dinge bei den „Verhandlungen“ beider Seiten genauso viel Chaos und Unklarheit herrscht wie beim Thema Zölle. In beiden Fällen bewegen wir und also im spekulativen Bereich. Aber das tun wir an der Börse ja ständig…
Mit besten Grüßen
Torsten Ewert
PS: Wie erwähnt, die nächste Monatsausgabe meines Geldanlage-Briefs gibt es am Freitag. Darin nenne ich Ihnen auch andere wichtige Punkte, die aktuell für Finanzmärkte relevant sind. Lassen Sie sich die Chance nicht entgehen, in der aktuell undurchsichtigen Lage Klarheit zu erhalten! Melden Sie sich gleich hier zum Geldanlage-Brief an!
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