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Dow Jones: Den Zockermarkt nutzen

Ausgabe vom 25.06.2020

US-Präsident Donald Trump macht offenbar ernst mit seiner Ankündigung, in den USA solle zukünftig mit vermindertem Tempo auf das Coronavirus getestet werden. Eigentlich reagierte das Weiße Haus auf diese Aussage mit dem Hinweis, es habe sich lediglich um einen Scherz gehandelt. Doch inzwischen berichtete der Sender CNBC, die US-Regierung wolle Corona-Teststationen nur noch bis Ende Juni mit Bundesgeldern finanziell unterstützen.

Haben US-Verbraucher zu früh die Läden gestürmt?

Diese Maßnahme könnte genau zum falschen Zeitpunkt kommen. Denn der Präsident der Notenbank von Chicago, Charles Evans, fürchtet, dass sich die Verbraucher zu früh sicher genug gefühlt haben, da sie eher als erwartet wieder in den Geschäften einkaufen gegangen sind. Konjunkturdaten vom Mai signalisierten eine überraschend starke Konsumnachfrage (siehe auch Börse-Intern vom 16. Juni). Das könnte negative Folgen haben. Evans geht davon aus, dass durch zu schnelle Wiedereröffnungen die Lage noch schlimmer werden könnte und auf zwischenzeitliche lokale Virusausbrüche reagiert werden müsse. Die vollständige Erholung der US-Wirtschaft dürfte sich daher noch Jahre hinziehen.

Es werde voraussichtlich bis Ende 2022 dauern, bevor die Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisen-Niveau erreiche, sagte Evans gestern in einer Videoschalte auf einer Konferenz des „Corridor Business Journal“. Diese Prognose deckt sich natürlich mit dem, was bislang von Seiten der US-Notenbank zu vernehmen war. Dazu noch einmal die Grafik zur BIP-Prognose der Federal Reserve (siehe auch Börse-Intern vom 11. Juni).

Veränderung BIP USA, Prognose der Fed

Und womöglich realisieren die Aktienmärkte inzwischen auch immer mehr, dass die Kurse zu schnell zu weit gestiegen sind.

Dow Jones bestätigt die Unterseite des Trendkanals

Der Dow Jones hat jedenfalls heute früh (MESZ) im CFD-Handel exakt die untere Linie seines Abwärtstrendkanals (rot im folgenden Chart) erreicht. Er testete diese zwei Mal und bestätigte sie letztlich als Unterstützung. Denn seitdem gab es zwei deutliche Ansätze von Kurserholungen.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse
(Quelle: Comdirect)

Diese wurden allerdings jeweils schnell wieder verkauft. Der Index zeigte sich dabei extrem schwankungsfreudig. Gleich mehrfach ist er seit dem gestrigen Kursrutsch um mehrere hundert Punkte wild auf und ab gelaufen. Der Markt erscheint damit sehr nervös und höchst unsicher.

Auf die Ausbruchsrichtung kommt es an

Durch die Flaggenform der Abwärtstendenz kann man diese weiterhin noch bullish werten. Doch am Ende kommt es darauf an, in welche Richtung der Index diese Konsolidierung verlässt. Man sollte also einen nachhaltigen Ausbruch abwarten, um dann gegebenenfalls in Ausbruchsrichtung prozyklisch zu traden.

Zockermarkt nutzen

Am 16. Juni hatte ich das Kursgeschehen kurz und knapp als Zockermarkt betitelt und dazu geraten, sich aus diesem möglichst herauszuhalten. Man kann ihn aber als spekulativer Trader auch nutzen. Denn durch die hohe Volatilität sind schnell hohe Gewinne möglich.

Wer zum Beispiel auf eine Fortsetzung des Abwärtstrendkanals setzen möchte, kann am unteren Ende long und am oberen Ende short gehen. Denn immerhin bietet sich hier eine Trading-Range von mehr als 800 Punkten bzw. fast 3,5 %. Im CFD-Handel oder mit (leicht) gehebelten Wertpapieren sind damit schnell einige hundert Euro Gewinn drin.

Allerdings ist das Risiko im Verhältnis zu den Chancen auch recht hoch. Denn einerseits muss man weiterhin mit Fehlsignalen rechnen. Und andererseits ist eine Konsolidierung meist schon recht reif, wenn man sie so klar identifizieren kann, wie aktuell im Dow Jones.

Die Konsolidierung dürfte bald schon enden

Grundsätzlich gilt an der Börse, dass die Fortsetzung eines Trends wahrscheinlicher ist als eine Trendwende. Man sollte daher stets auf die Fortsetzung eines Trends setzen, bis er bricht. Das gilt allerdings (leider) nicht für zwischenzeitliche Konsolidierungen. Denn diese fallen meist wesentlich kürzer aus als ein Trend. Und daher muss man auch mit dem baldigen Ende einer Konsolidierung rechnen, wenn sie schon so lange läuft, wie die aktuelle im Dow Jones. Es erscheint daher aussichtsreicher, den Ausbruch prozyklisch mit einem Trade zu quittieren, als jetzt noch (mehrmals) auf eine Fortsetzung des Trendkanals zu setzen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


PS: Im Allstar-Trader hat es wieder eine Gewinnmitnahme gegeben. Mit den Aktien von United Internet konnten die Leser einen Gewinn in Höhe von stolzen 25,79 % realisieren.
Wollen auch Sie solche Gewinne erzielen? Dann melden Sie sich jetzt hier an!


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Dow Jones: Den Zockermarkt nutzen

von Sven Weisenhaus

US-Präsident Donald Trump macht offenbar ernst mit seiner Ankündigung, in den USA solle zukünftig mit vermindertem Tempo auf das Coronavirus getestet werden. Eigentlich reagierte das Weiße Haus auf diese Aussage mit dem Hinweis, es habe sich lediglich um einen Scherz gehandelt. Doch inzwischen berichtete der Sender CNBC, die US-Regierung wolle Corona-Teststationen nur noch bis Ende Juni mit Bundesgeldern finanziell unterstützen.

Haben US-Verbraucher zu früh die Läden gestürmt?

Diese Maßnahme könnte genau zum falschen Zeitpunkt kommen. Denn der Präsident der Notenbank von Chicago, Charles Evans, fürchtet, dass sich die Verbraucher zu früh sicher genug gefühlt haben, da sie eher als erwartet wieder in den Geschäften einkaufen gegangen sind. Konjunkturdaten vom Mai signalisierten eine überraschend starke Konsumnachfrage (siehe auch Börse-Intern vom 16. Juni). Das könnte negative Folgen haben. Evans geht davon aus, dass durch zu schnelle Wiedereröffnungen die Lage noch schlimmer werden könnte und auf zwischenzeitliche lokale Virusausbrüche reagiert werden müsse. Die vollständige Erholung der US-Wirtschaft dürfte sich daher noch Jahre hinziehen.

Es werde voraussichtlich bis Ende 2022 dauern, bevor die Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisen-Niveau erreiche, sagte Evans gestern in einer Videoschalte auf einer Konferenz des „Corridor Business Journal“. Diese Prognose deckt sich natürlich mit dem, was bislang von Seiten der US-Notenbank zu vernehmen war. Dazu noch einmal die Grafik zur BIP-Prognose der Federal Reserve (siehe auch Börse-Intern vom 11. Juni).

Veränderung BIP USA, Prognose der Fed

Und womöglich realisieren die Aktienmärkte inzwischen auch immer mehr, dass die Kurse zu schnell zu weit gestiegen sind.

Dow Jones bestätigt die Unterseite des Trendkanals

Der Dow Jones hat jedenfalls heute früh (MESZ) im CFD-Handel exakt die untere Linie seines Abwärtstrendkanals (rot im folgenden Chart) erreicht. Er testete diese zwei Mal und bestätigte sie letztlich als Unterstützung. Denn seitdem gab es zwei deutliche Ansätze von Kurserholungen.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse
(Quelle: Comdirect)

Diese wurden allerdings jeweils schnell wieder verkauft. Der Index zeigte sich dabei extrem schwankungsfreudig. Gleich mehrfach ist er seit dem gestrigen Kursrutsch um mehrere hundert Punkte wild auf und ab gelaufen. Der Markt erscheint damit sehr nervös und höchst unsicher.

Auf die Ausbruchsrichtung kommt es an

Durch die Flaggenform der Abwärtstendenz kann man diese weiterhin noch bullish werten. Doch am Ende kommt es darauf an, in welche Richtung der Index diese Konsolidierung verlässt. Man sollte also einen nachhaltigen Ausbruch abwarten, um dann gegebenenfalls in Ausbruchsrichtung prozyklisch zu traden.

Zockermarkt nutzen

Am 16. Juni hatte ich das Kursgeschehen kurz und knapp als Zockermarkt betitelt und dazu geraten, sich aus diesem möglichst herauszuhalten. Man kann ihn aber als spekulativer Trader auch nutzen. Denn durch die hohe Volatilität sind schnell hohe Gewinne möglich.

Wer zum Beispiel auf eine Fortsetzung des Abwärtstrendkanals setzen möchte, kann am unteren Ende long und am oberen Ende short gehen. Denn immerhin bietet sich hier eine Trading-Range von mehr als 800 Punkten bzw. fast 3,5 %. Im CFD-Handel oder mit (leicht) gehebelten Wertpapieren sind damit schnell einige hundert Euro Gewinn drin.

Allerdings ist das Risiko im Verhältnis zu den Chancen auch recht hoch. Denn einerseits muss man weiterhin mit Fehlsignalen rechnen. Und andererseits ist eine Konsolidierung meist schon recht reif, wenn man sie so klar identifizieren kann, wie aktuell im Dow Jones.

Die Konsolidierung dürfte bald schon enden

Grundsätzlich gilt an der Börse, dass die Fortsetzung eines Trends wahrscheinlicher ist als eine Trendwende. Man sollte daher stets auf die Fortsetzung eines Trends setzen, bis er bricht. Das gilt allerdings (leider) nicht für zwischenzeitliche Konsolidierungen. Denn diese fallen meist wesentlich kürzer aus als ein Trend. Und daher muss man auch mit dem baldigen Ende einer Konsolidierung rechnen, wenn sie schon so lange läuft, wie die aktuelle im Dow Jones. Es erscheint daher aussichtsreicher, den Ausbruch prozyklisch mit einem Trade zu quittieren, als jetzt noch (mehrmals) auf eine Fortsetzung des Trendkanals zu setzen.


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Ihr
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