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Die Bären sind los – und nun?
Ausgabe vom 20.03.2026
Die Bären sind los – und nun?
von Torsten Ewert
Am Mittwoch habe ich hier über eine Reihe (scheinbar) bullisher Aspekte geschrieben. Und nun sollen plötzlich die Bären los sein? Ja, was denn nun? Weiß der Ewert nicht, was er will?
Neue Bewegungen und Daten = neue Ergebnisse
Doch, doch – der Ewert weiß schon, was er will. Aber neue Bewegungen und neue Daten können zu neuen Ergebnissen führen. Und es scheint, als hätte der Markt noch keine endgültige Meinung zur aktuellen Lage gebildet. Denn kaum war mein Beitrag veröffentlicht, spitzte sich die Lage im Nahen Osten wieder zu, wie Sven Weisenhaus hier gestern beschrieb. Damit trübte sich auch die Lage an den Börsen wieder merklich ein, vor allem bei Aktien, deren Rückgänge inzwischen immer mehr den Charakter einer Korrektur annehmen (z.B. durch die Abwärtsdynamik).
Und dann gab es gestern auch die neuesten Sentiment-Daten der American Association of Individual Investors (AAII) zur Stimmungslage der US-Privatanleger. Die neuesten Hiobsbotschaften – z.B. die Zerstörung der katarischen Gasanlagen – sind dabei wohl noch gar nicht berücksichtigt. Trotzdem sprang der Anteil der Bären in dieser Woche auf 52 %.
Damit sind also mehr als die Hälfte der Befragten bearish für die Aktienmärkte. Zudem sank der Anteil der Neutralen auf nur 17,6 %. Das kommt – wie ein Bären-Anteil von mehr als 50 % – sehr selten vor. Die US-Anleger haben sich also klar positioniert. Die Frage ist nur, was das wert ist.
„Die Masse liegt falsch“ vs. „Die Weisheit der Vielen“
Die übliche Interpretation solcher Daten ist: „Die Masse liegt falsch!“, womit die Meinung vieler einfach beiseite gewischt wird. Doch wer die Stimmungsdaten genauer analysiert, stellt fest, dass die Masse auch ziemlich oft richtig liegt. Womöglich ist also doch was dran, dass es auch eine „Weisheit der Vielen“ gibt.
Und das gilt eben auch für die Börse. Dazu der folgende Chart:

Quellen: MarketMaker mit Daten von infront, AAII, eigene Berechnungen
Im unteren Chartteil habe ich den jeweiligen (wöchentlichen) Anteil der Bären laut den AAII-Daten dargestellt. Dieser ist nun erstmals seit längerem wieder über 50 % gestiegen (siehe Pfeil).
Im oberen Chartteil ist der Kursverlauf des S&P 500 seit Beginn der AAII-Zeitreihe (Juli 1987) zu sehen. Mit den roten und grünen Dreiecken habe ich im Kursverlauf gekennzeichnet, wann der Bärenanteil erstmals nach längerer Pause wieder über 50 % stieg.
Rote Dreieck zeigen dabei Zeitpunkte, an denen die Privaten richtig lagen, die Kurse danach also mehr oder weniger stark einbrachen. Grüne Dreiecke kennzeichnen das Gegenteil. Und das Ergebnis ist eindeutig und scheint das Vorurteil zu bestätigen: 8 Fällen, in denen die Bären Recht hatten, stehen 12 andere gegenüber, an denen der hohe Anteil der Bären ein klar antizyklisches Signal war. Und von den 8 richtigen Fällen kann man noch den einen oder anderen abziehen, als der folgende Kursrückgang nur minimal war, z.B. 2006.
Wann die Privaten richtig liegen
Auffällig ist aber, dass die Privatanleger an wichtigen Wendepunkten, also vor großen Trendwechseln den richtigen Riecher hatten, vor allem 2000 und 2007, aber auch 2022 und vor dem April-Einbruch des vergangenen Jahres („Liberation Day“)!
Nun mag man einwenden, dass dies noch nicht mal ein Jahr her ist und die richtigen Signale dieses „Indikators“ bisher nur in viel größerem Abstand kamen.
Ja, aber der Punkt ist: Die antizyklischen Signale kamen entweder, wenn der Kurs schon stärker gefallen waren, also die Anleger offenbar annahmen, dass es noch weiter nach unten geht. Oder sie kamen nach markanten Tiefs im darauffolgenden Wiederanstieg, dem sie dann offenbar nicht trauten, sondern die nächste Abwärtswelle erwarteten.
Ein besonders typischer Fall dieser „Höhenangst“ war 2013, als es scheinbar aus heiterem Himmel nach 4 Jahren Rally einen solchen 50%-Bear-Impuls gab. Doch nein, aus Sicht der „ängstlichen“ Anleger war das völlig logisch – sie rechneten fest damit, dass der S&P 500 von seinen alten Allzeithochs (siehe blaue Linie) wieder nach unten dreht.
Ist der Kurs noch „oben“ oder schon „unten“?
Nun hat der S&P 500 aktuell erst einen Verlust von -6,6 % seit seinem Allzeithoch hinter sich. Die entscheidende Frage ist also, ob der Kurs noch „oben“ steht oder schon so weit gefallen ist, dass ein antizyklisches Stimmungssignal „unten“ wahrscheinlich ist.
Da aber nur ein Teil dieser Verluste (ca. 5 %) auf den Iran-Krieg zurückgeht, erscheint es möglich, dass der Markt die Risiken (Naher Osten, Private Credit/Blue Owl, KI-Übertreibung) wie 2000 und 2007 noch nicht angemessen eingepreist hat.
Das Stichwort ist „Sorglosigkeit“ – ich erinnere mich z.B., dass mir 2007, als die ersten größeren Fälle ausgefallener Immobilienkredite in den USA bekannt wurden, ein erfahrener Profi sagte „Das ist längst alles eingepreist!“ War es dann aber doch nicht, wie wir inzwischen wissen.
Damals ebenso wie 2000 und den anderen genannten Fällen war die Angst der Privaten berechtigt. Könnte das jetzt auch der Fall sein? Wir sollten dieses Szenario zumindest im Hinterkopf behalten.
Mit besten Grüßen
Ihr Torsten Ewert
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