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Droht ein kurzfristiges Doppeltop im DAX?

Ausgabe vom 26.06.2019

Heute Vormittag lief die Meldung über die Nachrichtenticker, ein Handelsabkommen zwischen den USA und China sei zu 90 % fertiggestellt. Die Aktienkurse machten dadurch ein Satz nach oben. Allerdings folgten keine Anschlusskäufe. Und das sollte ein wenig skeptisch stimmen.

Spekulationen zum Handelsstreit zwischen China und den USA

Denn möglicherweise trauen die Märkte dem Braten noch nicht und wollen erst Fakten sehen, bevor sie dann weiter zulegen. Das geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka zum Ende der Woche könnten die Anleger noch abwarten wollen. Das wäre die bullishe Variante.

Alternativ könnte ein Ende des Handelsstreits bereits zu einem großen Teil in den Kursen eingepreist sein, weshalb es selbst im Falle einer Einigung und der Abschaffung von Zöllen kaum mehr weiter aufwärts geht. Das wäre die bearishe Variante.

Und natürlich könnten die Kurse auch wieder stärker fallen, wenn bei dem G20-Treffen keine Einigung erzielt wird und in der Folge gegebenenfalls sogar weitere Zölle in Kraft gesetzt werden.

Spekulationen zu Fed-Zinssenkungen

Ein Grund dafür, dass die Aktienmärkte heute nicht stärker gestiegen sind, können aber auch Aussagen von Mitgliedern der US-Notenbank gewesen sein, welche die Spekulationen auf baldige Zinssenkungen gedämpft haben.

Weitere Zinsschritte dürften in einem großen Maße von der weiteren Entwicklung des Handelsstreits abhängen. So könnte eine Einigung zwischen den USA und China dazu führen, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht senken muss. Der positive Effekt aus der Lösung des Zollstreits könnte dann durch den negativen Effekt ausbleibender Zinssenkungen kompensiert werden – und umgekehrt.

Spekulationen zum USA-Iran-Konflikt

Aber auch der USA-Iran-Konflikt belastet. Denn hier sind immer schärfere Töne von den beteiligten Parteien zu vernehmen. Ajatollah Ali Chamenei, geistliches und staatliches Oberhaupt des Irans, verkündete heute auf seiner Webseite, dass sich sein Land nicht dem Druck der Sanktionen und Drohungen beugen werde.

Zugleich kündigte der Iran an, nach dem Ende einer den Europäern gesetzten Frist am Donnerstag die Uran-Anreicherung wieder hochzufahren. Dem werden die USA vermutlich nicht tatenlos zusehen – und vermutlich auch nicht Europa. Vertreter aus China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Iran wollen sich am Freitag in Wien zu Beratungen treffen. Bleiben diese ergebnislos, könnte der Konflikt weiter eskalieren.

DAX scheitert an wichtigem Widerstand

Wenn sich aktuell aber die positiven und negativen Effekte vom Handelsstreit und der Geldpolitik aufheben und der USA-Iran-Konflikt die Kurse belastet, dann ist dies unter dem Strich eher negativ für Aktien. Und so erklärt es sich dann auch, dass zum Beispiel der DAX nach dem bullishen Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrendkanal der (ABC-)Korrektur zwar noch etwas zulegen konnte, aber am Trendhoch von Anfang Mai abgeprallt ist und damit nun von einigen Analysten ein Doppeltop gesehen wird (siehe rote Pfeile im folgenden Chart).

DAX - Target-Trend-Analyse

So dramatisch, wie das nun klingt, ist es aber derzeit noch nicht. Denn einerseits ist es kein reguläres charttechnisches Doppeltop. Und andererseits werden wichtige Widerstände wie das Trendhoch vom Mai meist nicht im ersten Anlauf überwunden. Und so könnte der Kursrückgang der vergangenen drei Handelstage nur ein „Schwungholen“ für den nächsten Ausbruchsversuch gewesen sein. Dazu passt auch, dass die jüngsten Kursverluste nur sehr moderat ausfielen waren.

Fazit

Die aktuellen fundamentalen Entwicklungen sind zusammengenommen belastend für die Aktienmärkte. Der DAX ist daher jüngst auch am Trendhoch von Anfang Mai gescheitert. Doch es bestehen noch gute Chancen, dass die Bullen nur Kraft für den nächsten Anstieg sammeln.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de 


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Droht ein kurzfristiges Doppeltop im DAX?

von Sven Weisenhaus

Heute Vormittag lief die Meldung über die Nachrichtenticker, ein Handelsabkommen zwischen den USA und China sei zu 90 % fertiggestellt. Die Aktienkurse machten dadurch ein Satz nach oben. Allerdings folgten keine Anschlusskäufe. Und das sollte ein wenig skeptisch stimmen.

Spekulationen zum Handelsstreit zwischen China und den USA

Denn möglicherweise trauen die Märkte dem Braten noch nicht und wollen erst Fakten sehen, bevor sie dann weiter zulegen. Das geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka zum Ende der Woche könnten die Anleger noch abwarten wollen. Das wäre die bullishe Variante.

Alternativ könnte ein Ende des Handelsstreits bereits zu einem großen Teil in den Kursen eingepreist sein, weshalb es selbst im Falle einer Einigung und der Abschaffung von Zöllen kaum mehr weiter aufwärts geht. Das wäre die bearishe Variante.

Und natürlich könnten die Kurse auch wieder stärker fallen, wenn bei dem G20-Treffen keine Einigung erzielt wird und in der Folge gegebenenfalls sogar weitere Zölle in Kraft gesetzt werden.

Spekulationen zu Fed-Zinssenkungen

Ein Grund dafür, dass die Aktienmärkte heute nicht stärker gestiegen sind, können aber auch Aussagen von Mitgliedern der US-Notenbank gewesen sein, welche die Spekulationen auf baldige Zinssenkungen gedämpft haben.

Weitere Zinsschritte dürften in einem großen Maße von der weiteren Entwicklung des Handelsstreits abhängen. So könnte eine Einigung zwischen den USA und China dazu führen, dass die US-Notenbank die Zinsen nicht senken muss. Der positive Effekt aus der Lösung des Zollstreits könnte dann durch den negativen Effekt ausbleibender Zinssenkungen kompensiert werden – und umgekehrt.

Spekulationen zum USA-Iran-Konflikt

Aber auch der USA-Iran-Konflikt belastet. Denn hier sind immer schärfere Töne von den beteiligten Parteien zu vernehmen. Ajatollah Ali Chamenei, geistliches und staatliches Oberhaupt des Irans, verkündete heute auf seiner Webseite, dass sich sein Land nicht dem Druck der Sanktionen und Drohungen beugen werde.

Zugleich kündigte der Iran an, nach dem Ende einer den Europäern gesetzten Frist am Donnerstag die Uran-Anreicherung wieder hochzufahren. Dem werden die USA vermutlich nicht tatenlos zusehen – und vermutlich auch nicht Europa. Vertreter aus China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Iran wollen sich am Freitag in Wien zu Beratungen treffen. Bleiben diese ergebnislos, könnte der Konflikt weiter eskalieren.

DAX scheitert an wichtigem Widerstand

Wenn sich aktuell aber die positiven und negativen Effekte vom Handelsstreit und der Geldpolitik aufheben und der USA-Iran-Konflikt die Kurse belastet, dann ist dies unter dem Strich eher negativ für Aktien. Und so erklärt es sich dann auch, dass zum Beispiel der DAX nach dem bullishen Ausbruch aus dem kurzfristigen Abwärtstrendkanal der (ABC-)Korrektur zwar noch etwas zulegen konnte, aber am Trendhoch von Anfang Mai abgeprallt ist und damit nun von einigen Analysten ein Doppeltop gesehen wird (siehe rote Pfeile im folgenden Chart).

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So dramatisch, wie das nun klingt, ist es aber derzeit noch nicht. Denn einerseits ist es kein reguläres charttechnisches Doppeltop. Und andererseits werden wichtige Widerstände wie das Trendhoch vom Mai meist nicht im ersten Anlauf überwunden. Und so könnte der Kursrückgang der vergangenen drei Handelstage nur ein „Schwungholen“ für den nächsten Ausbruchsversuch gewesen sein. Dazu passt auch, dass die jüngsten Kursverluste nur sehr moderat ausfielen waren.

Fazit

Die aktuellen fundamentalen Entwicklungen sind zusammengenommen belastend für die Aktienmärkte. Der DAX ist daher jüngst auch am Trendhoch von Anfang Mai gescheitert. Doch es bestehen noch gute Chancen, dass die Bullen nur Kraft für den nächsten Anstieg sammeln.


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Ihr
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