Börse-Intern

Ihr täglicher und kostenloser Börsen-Newsletter mit den besten Prognosen für die Aktienmärkte

sven-weisenhaus

Börse-Intern

Ihr täglicher und kostenloser Börsen-Newsletter mit den besten Prognosen für die Aktienmärkte

Kurseinbruch am Ölmarkt - das sind die Gründe

Ausgabe vom 10.03.2017

Kurseinbruch am Ölmarkt - das sind die Gründe

von Sven Weisenhaus

Im Spannungsfeld zwischen Förderkürzungen durch die OPEC- und einigen Nicht-OPEC-Staaten einerseits und Hinweisen auf eine steigende Produktion in den USA andererseits hatten sich die Ölpreise nach einer kräftigen Erholung zuletzt in einer engen Seitwärtsbewegung eingependelt (gelbes Rechteck im Chart).

Rohöl der Sorte WTI - Chartanalyse

Doch am Mittwoch rutschten die Notierungen kräftig ab und es kam charttechnisch zu mehreren bearishen Signalen. So wurde nicht nur die Seitwärtsrange (gelb) eindeutig nach unten aufgelöst, sondern auch der übergeordnete Aufwärtstrend (grün) gebrochen. Was war geschehen?

US-Rohöl erreicht bei der Produktion und den Lagerbeständen Rekordwerte

Das US-Energieministerium hatte an diesem Tag einen deutlichen Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 8,2 Millionen Barrel auf ein neues Rekordniveau gemeldet. Der Zuwachs lag erheblich über den Schätzungen der Analysten. Zudem sind damit die US-Rohöllagerbestände nun schon seit mittlerweile neun Wochen in Folge gestiegen (siehe dazu auch Börse-Intern vom 3. März).

Entwicklung der Rohöllagerbestände in den USA

Der Grund dafür ist, dass auch die US-Rohölproduktion stetig ansteigt. In der Vorwoche legte sie laut den Daten des US-Energieministeriums auf knapp 9,1 Millionen Barrel pro Tag und damit auf das höchste Niveau seit über einem Jahr zu. Und dieser Trend dürfte anhalten. Laut aktueller Schätzung der US-Energiebehörde wird die Produktion Ende 2018 die Marke von 10 Millionen Barrel pro Tag erreichen. Das entspricht immerhin einem Anstieg um rund 5,3 Prozent pro Jahr!

Der Chef des US-Schieferölunternehmens Continental Resources sah sich vor dem Hintergrund dieser Zahlen sogar veranlasst, davor zu warnen, dass die US-Schieferölindustrie den Ölmarkt „töten“ könne, wenn die Produktion zu stark ausgeweitet würde.

US-Daten lassen Ölpreise einbrechen

Und so ging es am Ölmarkt mit den Preisen seit Mittwoch kräftig nach unten. Zumal durch die aktuellen US-Daten natürlich erhebliche Zweifel am Erfolg der OPEC-Förderkürzungen aufkommen. Der Preis für ein Barrel der Sorte WTI fiel alleine am Mittwoch um 5,4 Prozent auf zeitweise 50,06 Dollar und verzeichnete damit den prozentual höchsten Tagesverlust seit gut einem Jahr. Anschließend rutschte WTI auch noch klar unter die Marke von 50 Dollar und damit auf den tiefsten seit über einem Vierteljahr. Meine Prognose vom 3. März, wonach der Ölpreis auch wieder den Zielkurs von 50 USD erreichen wird, hat sich damit bereits erfüllt.

Ölpreiseinbruch bestätigt Geldpolitik der EZB

Gestern hatte ich geschrieben, dass es im Zusammenhang mit der EZB-Zinsentscheidung eine passende Kursbewegung gab. So passt der Ölpreiseinbruch natürlich hervorragend zu der EZB-Erwartung, dass die jüngsten Inflationsanstiege nur temporärer Natur seien. Denn inzwischen ist die Ölpreiserholung nicht nur längst ausgelaufen, der Ölpreis hat sich auch von seinem Trendhoch vom 12. Dezember 2016 bei 56,79 USD mittlerweile wieder spürbar entfernt und notiert mit aktuell nur noch 49,60 USD fast 13 Prozent tiefer. Damit wird wohl die Inflation in nächster Zeit wie bereits beschrieben wieder deutlich geringer ausfallen.

Ohne steigende Ölpreise UND steigende Löhne keine steigende Inflation

Und damit passt derzeit wieder alles zusammen. Insbesondere die gestrige Zurückhaltung der EZB im Hinblick auf eine Straffung der Geldpolitik macht nun umso mehr Sinn. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die Arbeitslosigkeit in der Eurozone im Schnitt noch immer bei knapp zehn Prozent und in einigen Ländern deutlich höher liegt. Und damit ist der Lohndruck noch gering. Ohne steigende Löhne wird es nicht zu einer nachhaltig stärker anziehenden Inflation kommen.

US-Arbeitsmarktbericht - Zinsanstieg scheint damit sicher

von Sven Weisenhaus

Der Zusammenhang zwischen Inflation, Ölpreis und Lohnentwicklung gilt natürlich auch für die USA. Auch hier kam es zu steigenden Inflationsraten, die nun durch den schwächeren Ölpreis in der näheren Zukunft wieder geringer ausfallen dürften. Allerdings haben wir es in den USA mit einer anderen Situation auf dem Arbeitsmarkt zu tun als im Euroraum, weshalb sich die Blicke der Anleger heute auch besonders auf den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht richteten. Denn der ist für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed von großer Bedeutung. Sie dürfte den Leitzins nach den heutigen Zahlen nun in der kommenden Woche mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit anheben.

US-Arbeitsmarktdaten deutlich über den Erwartungen

Denn die Zahl der neugeschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft lag im Februar bei 235.000. Erwartet wurden rund 200.000.

neu geschaffene Stellen USA

Zudem wurde der Wert für Januar von 227.000 auf 238.000 um +11.000 nach oben revidiert und zugleich der Dezember-Wert lediglich um 2.000 von 157.000 auf 155.000 nach unten angepasst. Der Arbeitsmarktbericht fiel damit sehr positiv und deutlich über den Erwartungen aus.

Zumal es im Durchschnitt des letzten Jahres lediglich zu einem monatlichen Aufbau neuer Arbeitsstellen von rund 190.000 kam. Und seit Ende 2010 wurden jeden Monat im Schnitt 200.000 neue Jobs geschaffen. Die Zahlen der vergangenen drei Monate liegen damit sogar über dem jeweiligen Durchschnitt.

Zinsanstieg in der kommenden Woche scheint damit sicher

Die Arbeitslosenquote fiel zudem im Februar wie allgemein erwartet auf 4,7 Prozent, nach 4,8 Prozent zuvor.

Arbeitslosenquote der USA

Mit diesen Daten dürfte die US-Notenbank in der kommenden Woche am 15. März den Leitzins definitiv um 25 Basispunkte auf dann 0,75 bis 1,00 Prozent anheben.

Keine neuen Impulse für die Märkte

Der US-Arbeitsmarktbericht war damit genau so ein Non-Event, wie die EZB-Sitzung gestern. Denn die Zinsanhebung war schon vor Veröffentlichung der Daten mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent an den Märkten eingepreist. Und da kurstreibende News aktuell Mangelware sind, könnte sich die aktuelle Konsolidierung fortsetzen und der DAX damit bis zum Verfallstag am Freitag tatsächlich unter 12.000 Punkte bleiben (siehe Börse-Intern vom vergangenen Mittwoch). Dadurch würde sich auch der überkaufte Zustand endlich etwas stärker abbauen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de

Börse - Intern

28. März 2024

Börse - Intern

USD/JPY: Japan droht mit Interventionen

Weiterlesen...

27. März 2024

Börse - Intern

Wie hängen Leitzinsen und Aktienkurse zusammen?

Weiterlesen...

26. März 2024

Börse - Intern

Steht der DAX bald schon bei 19.296 Punkten?

Weiterlesen...

25. März 2024

Börse - Intern

Wenn der letzte Bär zum Bullen wird

Weiterlesen...

22. März 2024

Börse - Intern

Die neue Rally am Aktienmarkt

Weiterlesen...

21. März 2024

Börse - Intern

Die Fed prophezeit den Börsen ein Goldilocks-Szenario

Weiterlesen...

20. März 2024

Börse - Intern

NVIDIA und der Leser-Mail-Indikator

Weiterlesen...

19. März 2024

Börse - Intern

BoJ erhöht die Zinsen – und der Yen schwächelt dennoch

Weiterlesen...

18. März 2024

Börse - Intern

Verfallstag-Nachlese + + + So weit die Kurse tragen

Weiterlesen...

15. März 2024

Börse - Intern

S&P 500: Kurse steigen schneller als die Gewinne

Weiterlesen...

Alle Börsenbriefe von Stockstreet.de

allstar-trader

Allstar-Trader

Vom Traden leben!
Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski
Jetzt informieren und kostenlos testen!

investment-strategie

Geldanlage-Brief

Ihr langfristig orientierter 
Börsendienst 
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!
von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

boerse-intern-premium

Börse-Intern Premium

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!
Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und kostenlos testen!

target-trend-spezial

Target-Trend-Spezial

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!
von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und kostenlos testen!

aktien-perlen

Aktien-Perlen

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!
von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

optionsscheine-expert-trader

Optionsscheine-Expert-Trader

Der Börsendienst für volatile Zeiten
Die besten Trades in volatilen Märkten

von Manfred Ries

Jetzt informieren und kostenlos testen!

target-trend-cfd

Target-Trend-CFD

CFD-Trading mit
der revolutionären Methode!

Schneller Handel, schnelle Gewinne!
von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und kostenlos testen!

hightech-trader

Hightech-Trader

Profitieren Sie vom Hightech-Boom
Mit Hightech Aktien, Crypto Währungen
und Bio-Techs
von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!