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Die Woche der PMIs
Ausgabe vom 04.02.2026
Die Woche der PMIs
von Torsten Ewert
Neben den Quartalszahlen der laufenden Berichtssaison schwappt in dieser Woche wieder eine Flut von Einkaufsmanager-Indizes (Purchasing Manager Indices – PMIs) über die Anleger.
Erst bessere Geschäfte, dann mehr Jobs!
Außer den Januar-Daten für Deutschland und andere europäische Länder gab bzw. gibt es auch die PMIs für den Euroraum insgesamt, die USA sowie weitere Länder. Sie alle werden von S&P Global veröffentlicht.
Darüber hinaus kommen aus den USA auch die PMIs des Institute for Supply Management (ISM), die über die längste Historie derartiger Indikatoren verfügen.
Und die jüngsten Ergebnisse aus den USA sind zum Teil durchaus überraschend, vor allem in der Industrie. Am Dienstag schrieb Sven Weisenhaus noch, dass sich US-Präsident Trump von einem schwächeren Dollar „mehr Industriejobs in den USA erhofft“.
Nun, bevor die Industrieunternehmen (oder andere Firmen) neue Leute einstellen, müssen die Geschäfte besser laufen oder zumindest bessere absehbar sein. Und in gewisser Weise signalisieren die Januar-PMIs für die US-Industrie das inzwischen – wenn auch mit Abstrichen.
S&P Global: Breite Produktionsaktivitäten in der Industrie
So stieg der Industrie-PMI von S&P Global im Januar von 51,8 auf 52,4 Punkte. Das erscheint zunächst als recht verhaltener Anstieg, zumal der Wert damit weiterhin in der engen Spanne der vergangenen Monate bleibt:

Immerhin hält der Indikator damit sein Niveau, das inzwischen recht klar über der Schwelle von 50 Punkten liegt, ab der er Wachstum anzeigt.
Laut S&P Global sind es vor allem einzelne Komponenten des Gesamtindex, die überraschen. So stieg die Produktion bei so vielen Unternehmen wie seit Mai 2022 nicht mehr, als der Nach-Corona-Boom abebbte.
S&P Global berichtet zudem, dass die Produzenten generell einen Umsatzanstieg in den kommenden 12 Monaten erwarten und insgesamt recht optimistisch sind. So hoffen die Unternehmen tatsächlich, dass bestimmte Teile der in den Vorjahren ausgelagerten Produktionskapazitäten wieder in die USA zurückkehren, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den USA (weiter/wieder?) verbessern und die Finanzierungsbedingungen vorteilhaft bleiben.
Mehr Jobs? Ja, aber …
Und das motiviert tatsächlich mehr Unternehmen dazu, neue Arbeitsplätze zu schaffen; allerdings ist die Zahl der Unternehmen, die neu einstellen, auf den niedrigsten Stand der vergangenen 3 Monate gefallen. Immerhin: Der Trend zu (moderaten) Neueinstellungen ist ungebrochen.
Das ist etwas überraschend, denn S&P Global berichtet außerdem, dass die Aufträge zwar wieder bei mehr als der Hälfte der Unternehmen zunahmen (wodurch der Abwärtstrend der Vormonate beendet wurde), aber dass viel mehr Unternehmen von einem höheren Lageraufbau berichten.
Das deutet darauf hin, dass womöglich „auf Halde“ produziert wird – vielleicht, weil man sich bald eine höhere Nachfrage erhofft, die man dann schnell bedienen will, aber vielleicht auch, weil man die neuen Arbeitskräfte erst mal beschäftigen und nicht gleich wieder rauswerfen will. (Immerhin dünnt die rigide Migrationspolitik der US-Regierung ja den Arbeitsmarkt aus: siehe Börse-Intern vom 09.01.2026).
Andererseits weist die zunehmende Zahl an Unternehmen, die höhere Auftragsbestände melden, daraufhin, dass die Unternehmen immer noch unterhalb ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten.
Die US-Industrie bäckt immer kleinere Brötchen
Insgesamt ergibt sich nach den Daten von S&P Global ein eher durchwachsenes Bild der US-Industrie: Von einem Boom von Neuaufträgen oder wenigstens deutlich anziehenden Bestellungen kann offensichtlich noch keine Rede sein.
Immerhin haben die Unternehmen bei höheren Auftragsbeständen eine größere Produktionsreichweite, die sie theoretisch ohne Neuaufträge überstehen können. Das gibt eine gewisse Sicherheit (für eine eventuelle Durststrecke), was den Optimismus erklären würde.
Mein Eindruck ist nach diesen Ergebnissen, dass die Industrie in den USA zunehmend kleinere Brötchen bäckt – zumal S&P Global schreibt: „Die Exporte blieben eine Quelle der Nachfrageschwäche und gingen insgesamt den siebten Monat in Folge zurück. Zölle und anhaltende Handelsunsicherheiten belasteten den Berichten zufolge den Absatz“.
Nachhaltige Erfolge der US-Handelspolitik sehen die produzierenden Unternehmen in den USA bisher also nicht.
ISM-Industrie-PMI: Was ist denn hier passiert?
Der PMI des ISM für die Industrie zeigt in wesentlichen Teilen in die gleiche Richtung wie die Daten von S&P Global – allerdings mit einem gewaltigen Unterschied: Manche Änderungen fielen erstaunlich stark aus!
So schoss der PMI-Index-Wert von mageren 47,9 im Dezember und nach 3 Monaten mit fallenden Werten auf kräftige 52,6 Punkte nach oben und damit erstmals seit einem knappen Jahr wieder über die 50-Punkte-Schwelle:

Quelle: Institute for Supply Management
Auch nach den ISM-Daten wurde damit der höchste Wert seit dem Abflauen des Nach-Corona-Booms erreicht. Mehr noch: Der Sprung um 4,7 Punkte war – abgesehen von zwei Erholungsschüben während der Corona-Pandemie – der größte seit Juli 1995!
Mehr Neuaufträge? Ja, aber …
Auslöser war – anders als bei der Erhebung von S&P Global – nicht nur eine breite Zunahme der Produktion bei den Unternehmen (der entsprechende Teilindex legte um ebenfalls sehr starke 5,2 Punkte zu), sondern ein außergewöhnlicher Sprung im Teilindex Neuaufträge.
Hier schoss der Wert um unglaubliche 9,7 Punkte nach oben. Einen solchen Sprung gab es – abgesehen von der Corona-Erholung und einem Einbruch nebst Rücksprung nach den Terroranschlägen im September 2001 – letztmals im Juni 1991!
Hier besteht also eine große Diskrepanz zwischen den beiden Datenquellen. Das ISM schreibt zudem zum kräftigen Zuwachs bei den Neuaufträgen: „In einer Reihe von Kommentaren wurden jedoch das Wiederauffüllen der Lagerbestände nach den Feiertagen und der Wunsch der Kunden, zusätzlichen zollbedingten Preiserhöhungen zuvorzukommen, als mögliche Gründe für den Anstieg genannt.“
Auch das klingt nicht so, als ob es bald eine generelle Kehrtwende in der US-Industrie gibt. Zumal – ebenfalls im Gegensatz zu S&P Global – das ISM beim Teilindex Beschäftigung keine Trendwende ausmachen kann: Hier stieg der Wert zwar um 3,3 Punkte gegenüber Dezember, bleibt aber mit 48,1 Punkten unterhalb der 50-Punkte-Marke, was in diesem Fall bedeutet, dass eine (minimale) Mehrheit der Unternehmen nach wie vor Jobs abbaut – und das den 28. Monat in Folge!
Das Preisproblem bleibt hier wie da
Zudem bleiben für die Unternehmen – sowohl nach den Daten von S&P Global als auch vom ISM – die Preise ein Problem. Dazu beispielhaft der Verlauf der vergangenen Jahre von S&P Global:

Werte von mehr als 50 Punkten bedeuten hier, dass die Mehrzahl der Unternehmen höhere Preise sieht – sowohl bei den Einkaufspreisen (blaue Kurve) als auch den Verkaufspreisen (gelbe Kurve). Wobei die blaue Kurve seit geraumer Zeit deutlich höher als die gelbe verläuft.
Das bedeutet, dass mehr Unternehmen steigende Einkaufspreise erfahren als sie selbst höhere Preise weitergeben (können). Damit nimmt der Druck auf die Margen tendenziell zu.
Groß vs. klein
Das ist erstaunlich, da der Datenanbieter Factset jüngst berichtet hat, dass die Unternehmen des S&P 500 in der laufenden Quartalsberichtssaison voraussichtlich die höchsten Nettomargen seit mehr als 15 Jahren verzeichnen. Und auch S&P Global selbst misst für diese Konzerne bzw. den S&P 500 insgesamt operative Margen in der Nähe ihrer historischen Hochs.
Es sieht also so aus, als ob die Großkonzerne Preiserhöhungen besser abwehren bzw. durchsetzen können als kleinere Unternehmen. Für die Konjunktur in den USA ist das potenziell keine gute Nachricht.
Immerhin: Die heute gemeldeten PMI-Daten vom US-Dienstleistungssektor waren ebenfalls positiv und legten zu (und damit natürlich auch der Gesamtindex, den S&P Global berechnet). Damit muss man sich um die US-Wirtschaft noch keine akuten Sorgen machen.
Die zwei wichtigsten Fragen für Anleger
Für Anleger ergeben sich daraus natürlich wichtige Fragen: Erstens, wenn die Wirtschaft weiter brummt und die Großunternehmen laut Factset Traumrenditen einfahren (siehe oben), wann werden an den Aktienbörsen dann die „Deckel“ bei Dow Jones und S&P 500 geknackt? Und zweitens, was bedeutet es, wenn das nicht geschieht, sondern die Kurse sogar fallen?
Die Antwort auf die erste Frage liefern uns gegebenenfalls die Indizes selbst, die Antwort(en) auf die zweite liefern wir Ihnen nach und nach – hier in Ihrer Börse-Intern!
Mit besten Grüßen
Ihr Torsten Ewert
PS: Noch eher erhalten Sie die Antworten natürlich in unseren Börsenbriefen, z.B. meinem Geldanlage-Brief! Und das kombiniert mit passenden Tipps für konkrete Investments – und in alle Richtungen. Insbesondere erfahren Sie von meinen Kollegen und mir, wann wir was für kaufenswert halten, wann man besser aussteigt und wann man eventuell sogar auf fallende Kurse setzt. Und wie die jüngsten Mails an uns zeigen, gibt es dabei vielfach noch erhebliche Unsicherheiten. Also: Nicht warten, gleich starten – bevor es womöglich zu spät ist…
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