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Big Techs drücken DAX in ABC-Korrektur

Ausgabe vom 29.01.2026

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Big Techs drücken DAX in ABC-Korrektur

von Sven Weisenhaus

Die US-Notenbank (Fed) hat gestern beschlossen, den Leitzins unverändert zu belassen. Im Statement dazu heißt es, die US-Wirtschaft wachse in einem soliden Tempo, die Arbeitslosenquote habe einige Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt und die Inflation sei nach wie vor etwas erhöht. Angesichts dessen war eine Zinssenkung einerseits auch nicht erforderlich (solides Wachstum bei stabiler Arbeitslosigkeit) und andererseits auch nicht geboten (immer noch erhöhte Inflation).

Da all das aber längst bekannte Informationen waren, zu denen es bei der Pressekonferenz auch nichts Neues gab, und die abwartende Haltung der Fed vom Markt auch so erwartet wurde, fielen die Kursreaktionen gering aus.

Big Techs sorgen wieder für Kursausschläge

Deutlich größer waren die Kursausschläge, als nach Börsenschluss Microsoft, Meta Platforms und Tesla im Rahmen der laufenden Bilanzsaison ihre Geschäftszahlen veröffentlichten. Während die Aktien von Tesla zumindest ihr Niveau hielten, ging es mit dem Meta-Kurs kräftig nach oben. Microsoft-Papiere kamen dagegen deutlich unter Druck.

SAP: Ein mahnendes Beispiel

Und das gilt auch für die Aktien des deutschen Big Tech-Unternehmens SAP (-16 %), das die Erwartungen der Anleger enttäuscht hat.

SAP-Aktien brechen ein

SAP ist ein mahnendes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn ein Aktienkurs explodiert (binnen nur etwas mehr als einem Jahr um mehr als +100 %), die Bewertung dadurch durch die Decke geht, sich das Wachstum dann aber abschwächt.

DAX belastet, ABC-Korrektur nimmt Form an

Durch den heutigen Kurseinbruch von SAP (und Microsoft) zeigt sich nicht nur TecDAX deutlich belastet (fast -4 %), sondern auch der DAX wird nach unten gezogen (mehr als -2 %). Beim deutschen Leitindex nimmt dadurch das Szenario einer ABC-Korrektur Form an, über das ich vor einer Woche berichtete.

Beim DAX bildet sich die erwartete ABC-Korrektur

Aus Sicht der Target-Trend-Methode sind die Kurse von der Mittellinie bei 25.015 Punkten abgeprallt und wieder in die alte Seitwärtsspanne (gelb) zurückgefallen, wo sie das bisherige Korrekturtief unterschritten und die Mittellinie bei 24.305 Zählern erreicht haben.

In diesem Bereich sind nun schon etwa 50 % der vorherigen Aufwärtsrally korrigiert. Das ist noch eine völlig normale Gegenbewegung, die zu Käufen auf deutlich ermäßigtem Niveau einlädt.

Gewinn, realisiert, günstiger Rückkaufgelegenheit

Übrigens: Der Long-Trade auf den DAX, über den ich vor einer Woche ebenfalls berichtet hatte, wurde bei 24.905 Punkten per Stop-Loss beendet. Damit ist der Gewinn von rund 400 Punkten bzw. Euro je CFD-Kontrakt nun auch realisiert. Die Performance-Kurve aller bislang beendeten DAX-Trades zeigt weiter steil nach oben.

Und durch den aktuellen Rücksetzer bietet sich bereits ein günstiger Rückkauf an.

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Unterhalb von 23.950 Punkten wird es kritisch

Kritisch wird es für den DAX jedenfalls erst, wenn die Rechteckgrenze bei 23.950 Punkten unterschritten wird und das Ausmaß der Korrektur damit Größenordnungen von mehr als 61,80 % der vorherigen Rally annimmt.

Dann wäre der DAX zudem wieder unter die nächste Tausender-Marke und unter die Mittellinie der alten Seitwärtsbewegung zurückgefallen (gelbe Rechtecke in den Charts), also weit in alte Kursregionen. Allein wären schon mehrere bearishe Signale.

Gewinn der DAX-Konzerne 2025 wohl kaum gestiegen

Übrigens: Das Handelsblatt hat am Montag berichtet, dass rund 600 internationale und nationale Analysten, die regelmäßig die 40 DAX-Konzerne analysieren, ihre Prognosen für die 2025er Nettogewinne dieser Unternehmen innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 14 % von 130 auf 112 Milliarden Euro gesenkt haben.

Im Vergleich zu 2024 (111 Milliarden Euro) wären damit die Gewinne im Jahr 2025 kaum gewachsen (+0,9 %). Und zum bisherigen Rekordjahr 2021 würden sie sogar um 11,5 Milliarden Euro (-9,3 %) sinken.

Es wird zwar häufig berichtet, dass der DAX deshalb so stark zulegen kann, weil die in ihm beinhalteten Unternehmen international aufgestellt sind und daher unter der hiesigen Wirtschaftsflaute nicht so stark leiden, mit Blick auf die Zahlen kommen an dieser bullishen Sichtweise aber Zweifel auf.

2026 ist Besserung in Sicht

Immerhin: Für das Jahr 2026 rechnen Analysten laut Handelsblatt aktuell im Durchschnitt mit einem Nettogewinn von 133 Milliarden Euro. Das wäre so viel wie noch nie, wobei die Schätzungen vor 12 Monaten allerdings sogar noch bei 150 Milliarden Euro lagen. Das war aber wohl deutlich überzogen. Denn selbst die aktuelle Prognose würde noch einen Gewinnanstieg von fast +19 % zum Vorjahr bedeuten. Auch das erscheint ambitioniert.

Die DWS ist da etwas konservativer. Laut ihren Angaben rechnet der Marktkonsens für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Gewinnwachstum von rund 16 % für die DAX-Unternehmen.

Man kann jedenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass 2026 Besserung eintritt, nachdem die Unternehmensgewinne zuletzt 3 Jahre in Folge auf der Stelle getreten sind. Allerdings räumt die DWS dazu auch ein, dass die Bewertung des deutschen Leitindex mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 nicht mehr günstig ist. Vielmehr ist der Gewinnanstieg von 16 % damit quasi schon eingepreist. Aber dazu passt ja auch, dass die Aktienkurse in US-Zwischenwahljahren eher konsolidieren.


Ihnen wünsche ich jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr 
Sven Weisenhaus 
www.stockstreet.de

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