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Iran: Was die Märkte vorweggenommen haben – und was nicht

Ausgabe vom 13.03.2026

Iran: Was die Märkte vorweggenommen haben – und was nicht

von Torsten Ewert

Kürzlich las ich die Analyse eines von mir sehr geschätzten Vermögensverwalters und Chartexperten. Seiner Meinung nach haben die Aktienmärkte den Krieg in Iran vorweggenommen. Sie wurden also, so schrieb er, „nicht auf dem falschen Fuß erwischt“. Wirklich?

Der Energiesektor als „Beweis“

Er begründete dies mit der Stärke des Energiesektors, die bereits im Januar begann. Doch trotz der Massenproteste in Iran im Januar und einiger militärischer Muskelspiele der USA in diese Richtung stand vor allem Venezuela im Zentrum der Aufmerksamkeit von Medien, Börsen und Energiesektor. Die Fondsmanager nahmen die Risiken durch einen Krieg in Iran laut Umfragen wohl nicht sonderlich ernst.

Richtig ist jedoch, dass der Energiesektor seit Januar eine bemerkenswerte Stärke zeigt. Auf diese habe ich regelmäßig in der entsprechenden Rubrik meines Geldanlage-Briefs hingewiesen. Inzwischen nimmt allerdings diese Stärke groteske Züge an. Man kann es Übertreibung nennen, aber angesichts der Lage im Nahen Osten und ihrer möglichen Folgen für Wirtschaft und Börsen (siehe gestrige Börse-Intern) ist die Reaktion in gewisser Weise verständlich.

Die außergewöhnliche Stärke des Energiesektors

Hier zunächst der beeindruckende Chart (auf Wochenbasis):

20260313a_Energiesektor-Übertreibung

Quellen: MarketMaker mit Daten von infront

Der Sektorindex MSCI World Energy durchlief seit 2008 de facto eine riesige Konsolidierung – mit ein paar Abstürzen und (kleineren) Übertreibungen. Charttechnisch gab es im Januar sowohl einen dynamischen Ausbruch über das Mehrjahreshoch von 2024 (grüne Linie) und die flache Abwärtslinie (rot) seit 2008 (!).

Allein diese beiden Signale waren schon dazu geeignet, einen starken Momentum-Impuls auszulösen, wie wir ihn aktuell sehen. Die fundamentale bzw. geopolitische Lage befeuerte ihn nur.

Rekorde, Rekorde

Damit hat der Sektorindex nun einige Rekorde auf- bzw. eingestellt: So hat der Kurs inzwischen das Allzeithoch von 2008 erreicht. Je länger der Krieg dauert, umso wahrscheinlicher sind ein Ausbruch und umso größer das weitere Kurspotenzial.

Weitere Rekorde dieses fulminanten Anstiegs sind die mit Abstand längste Folge ununterbrochener Wochengewinne (12 in Folge), ein rekordverdächtiger Kursgewinn in diesem Zeitraum (ca. 30 %) sowie eine rekordhohe relative Stärke. Zudem ist es erst das zweite Mal nach 2022, dass derartige Rekorde nicht in Erholungen nach markanten Tiefs, sondern in einer laufenden Aufwärtsbewegung auftreten (siehe gelbes Rechteck).

Und was machen die anderen Sektoren?

Alles gut und schön, mögen manche nun sagen, aber warum kann diese außergewöhnliche Stärke des Energiesektors keine Vorwegnahme des Iran-Kriegs durch die Börsianer gewesen sein? Weil sie dann nicht nur die Stärke des Energiesektors, sondern auch die Schwäche der Sektoren vorausgesehen hätten, die unter den hohen Energiepreisen leiden! Dazu folgende Tabelle:

20260313b_Tabelle Sektor-Perfor-Vergleich

Quellen: eigene Berechnungen mit Daten von infront

Die mittlere Spalte zeigt die Performance der 11 MSCI-Sektorindizes seit Ende Februar. Danach ist der Energiesektor der einzige, der zulegen konnte. Das ist verständlich, ebenso wie die Schwäche der anderen Sektoren.

Am Ende liegen der Industrie- und Grundstoffsektor. Beide sind energieintensiv, also von den explodierenden Energiepreisen besonders hart betroffen. Auch ihre Schwäche in jüngster Zeit ist also verständlich.

Unverständlich ist jedoch, warum ausgerechnet diese beiden Sektoren zu den 3 Top-Performern seit Jahresbeginn gehörten (siehe rechte Spalte)! Wenn die Börsianer die Iran-Katastrophe vorausgesehen und eingepreist hätten, wie angeblich der Energiesektor zeigt, dann hätten sie zuvor den Industrie- und Grundstoffsektor niemals derart nach oben treiben dürfen. (Wer erinnert sich eigentlich noch an den „Superzyklus“ bei Rohstoffen, der in den Monaten vor dem Iran-Krieg wieder einmal ausgerufen wurde?)

Der entscheidende Punkt

Warum ich darauf so herumhacke? Aus einem ganz entscheidenden Grund: Wenn die Börsianer den Iran-Krieg zuvor eingepreist hätten, könnten wir uns relativ entspannt zurücklehnen und der überraschenden positiven Wende entgegensehen, die sie offenbar erwarten. Schließlich sind die Kurse wichtiger Indizes bisher nur moderat gefallen – wie Sven Weisenhaus gestern betont hat.

Aber wenn der Iran-Krieg und mögliche stärkere/längere Negativeffekte nicht eingepreist sind, wie mein Sektorvergleich hier nahelegt, dann könnte das sprichwörtliche „dicke Ende“ noch kommen. Dann wären also die bisherigen Verluste (siehe Tabelle) womöglich nur der Anfang.

Natürlich könnte es sein, dass die USA und Israel noch irgendeinen militärischen Joker aus dem Ärmel ziehen und die Lage im Iran in ihrem Sinn klären und die Ölversorgung dann schnell und bis zum alten Niveau wieder anläuft. Aber das halte ich für eine gewagte Wette.

Die Szenario-Analyse stößt hier an Grenzen

Sven Weisenhaus hat gestern dazu geschrieben, dass man in Szenarien denken sollte – ein Hinweis, den ich grundsätzlich sehr gutheiße. Doch selbst die Szenario-Analyse stößt in der aktuellen Lage an ihre Grenzen.

Dazu ein Zitat des Konjunktur-Chefs des ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser. Er hat gestern die bisherigen Prognosen seines Instituts aufgrund des Iran-Kriegs angepasst – natürlich nach unten. Dabei geht er von 2 Szenarien aus, einem mit „baldigem Kriegsende“, das andere mit längerem Krieg.

Dazu sagte er: „Wir haben die beiden Szenarien ‚Eskalation‘ und ‚Deeskalation‘ genannt und nicht ‚Basis‘ und ‚Risiko‘, wie man vielleicht auch hätte meinen können, weil wir letztendlich nicht wissen, wie sich dieser Krieg weiterentwickelt.

Fazit: Was die Börsen gar nicht mögen

Womit wir wieder bei dem Wort wären, dass in jedem Bericht zum Iran-Krieg mindestens einmal vorkommt: Unsicherheit. Und wie wir wissen, ist dies genau das, was die Börsen überhaupt nicht mögen.

Mit besten Grüßen
Torsten Ewert

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