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Szenario-Denken statt klarer Prognosen
Ausgabe vom 12.03.2026
Szenario-Denken statt klarer Prognosen
von Sven Weisenhaus
Der Iran-Krieg geht heute in Tag 13. Und wie es die ING treffend formuliert: „Es herrscht ein rasantes Umfeld, das derzeit nur Szenario-Denken statt klarer Prognosen zulässt.“ Denn klar ist eigentlich nur, und so hat es Bernd Raschkowski seinen Lesern in den heutigen Wochenausgaben des „Allstar-Trader“ und „Hightech-Trader“ auch schon geschrieben: „Je länger die Straße von Hormuz für die Schifffahrt geschlossen bleibt, desto größer werden die Auswirkungen für die Weltwirtschaft.“ Da aber niemand seriös prognostizieren kann, wie lange das noch der Fall sein wird, bleibt es beim genannten „Szenario-Denken“. Dadurch setzt sich die Unsicherheit an den Börsen fort.
IEA gibt Öl-Reserven in Rekordmenge frei
Einen ersten belastbaren Hinweis darauf, wie lange der Konflikt noch anhalten könnte, gibt es aber inzwischen. Denn die Internationale Energieagentur (IEA) hat zusammen mit ihren 32 Mitgliedstaaten beschlossen, 400 Millionen Barrel Öl aus den strategischen Reserven freizugeben, darunter 172 Millionen Barrel aus den USA und 19,5 Millionen Barrel aus den deutschen Reserven. Letzteres wäre rund ein Fünftel der Vorräte hierzulande. Und insgesamt ist das die größte Freigabe strategischer Ölreserven, die die IEA je vorgenommen hat.
Wie lange wird das reichen?
Zur Einordnung: Die bisherige Höchstmenge von 182 Millionen Barrel wurde zu Beginn des Ukraine-Kriegs freigegeben. Nun soll es mehr als doppelt so viel sein. Das zeigt bereits die Dimension der aktuellen Probleme. Jedenfalls entsprechen 400 Millionen Barrel in etwa der Menge, die gewöhnlich innerhalb von 20 Tagen durch die Straße von Hormus transportiert wird.
Und so legen einfache Berechnungen nahe, dass die IEA-Mitglieder versuchen, die durch die Blockade der Straße von Hormus entstandenen Produktionsausfälle für mindestens 20 Tage auszugleichen. Etwa eine Hälfte davon liegt in der Vergangenheit, die andere in der Zukunft. Es wird also davon ausgegangen, dass der Krieg mindestens noch so lange anhalten wird.
Ob dies zutreffend ist, wird sich zeigen. Wobei man berücksichtigen kann, dass dem Markt durch die Blockade nur theoretisch bis zu 20 Millionen Barrel Öl pro Tag fehlen. Denn einerseits wird ein Teil davon bereits über andere Kanäle transportiert, wie etwa die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien und die Abu-Dhabi-Pipeline. Andererseits führen höhere Preise auch zum Teil zu weniger Verbrauch.
Dennoch: Selbst, wenn die fehlende Menge auf 10 Millionen Barrel je Tag reduziert werden könnte, was aber eher als unrealistisch gilt, würden immer noch knapp 10 % an Öl dem Markt fehlen. Denn der globale Verbrauch von Rohöl liegt bei etwa 100 Millionen Barrel pro Tag.
Es sind weitere Vorräte vorhanden
Aber immerhin: Im Zweifelsfall können weitere Mengen freigegeben werden. Denn die Mitgliedsländer der IEA sind dazu verpflichtet, Öl-Vorräte in Höhe von mindestens 90 Tagen ihrer Nettoölimporte zu halten, um bereit zu sein, gemeinsam auf „schwerwiegende Versorgungsunterbrechungen“ zu reagieren. Und so verfügen die 32 Länder insgesamt über Notreserven von 1,2 Milliarden Barrel.
Wenn davon jetzt zunächst 400 Millionen Barrel freigegeben werden, könnte man diese Aktion in der Zukunft noch zweimal wiederholen. Und man könnte damit die Versorgungsausfälle von weiteren ca. 40 bis 80 Tagen kompensieren.
Laut US-Präsident Donald Trump war der Iran-Krieg auf 4 Wochen ausgelegt, also 28 Tage. Hoffen wir, dass es selbst dazu nicht kommen wird. Der gleiche Trump war es jedenfalls, der laut n-tv gesagt hat, die ab der nächsten Woche freigegebenen Ölreserven der USA würden über einen Zeitraum von 4 Monaten (!) auf den Markt gegeben.
Nur ein Tropfen auf den heißen Stein?
Die Ölpreise haben sich jedenfalls bislang nicht von der Mengenfreigabe beeindrucken lassen. Heute wurde Rohöl der Nordsee-Sorte Brent zeitweise wieder oberhalb von 100 USD gehandelt, mit steigender Tendenz.

Passend dazu schrieb Torsten Ewert den Lesern seines Börsenbriefs „Aktien-Perlen“ gestern schon in einer Sondermeldung, dass die Freigabe von Öl-Reserven zwar auf den ersten Blick eine positive Nachricht ist, dies auf den zweiten aber eben auch bedeutet, dass von höchsten Stellen nicht mit einem baldigen Kriegsende bzw. der Normalisierung der Ölreserven gerechnet wird. „Und das ist eine schlechte Nachricht, denn letztlich sind auch diese Reserven schlimmstenfalls nur ein Tropfen auf einen heißen Stein“, so Torsten Ewert. Und danach sieht es mit Blick auf die Preise aktuell aus.
Übrigens wurden seit Gründung der IEA vor gut 50 Jahren erst fünfmal in koordinierter Weise Reserven freigegeben:
- 1991 vor dem zweiten Golfkrieg,
- 2005 nach den Hurrikans Katrina und Rita im Golf von Mexiko, einem wichtigen Ölfördergebiet,
- 2011 während des Bürgerkriegs in Libyen,
- und zweimal im Jahr 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.
Aktienmärkte reagieren wieder relativ gelassen
Verblüffend ist, wie gelassen die Aktienmärkte bislang auf die aktuellen Probleme reagieren. Wobei das eigentlich kaum überraschen sollte. Schließlich wurden auch vorherige Probleme eher als Kaufchancen gesehen. Größere und vor allem längere Korrekturen sind eine absolute Seltenheit und hat es schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gegeben.
Beispiel DAX: Obwohl der deutsche Leitindex in einer zweiten Abwärtswelle noch einmal mehr als -5 % verloren hat, blieben die Kursverluste insgesamt unterhalb der Schwelle von -10 %, ab der man von einer Korrektur spricht. Bislang gab es also lediglich Rücksetzer. Und vom Jahresbeginn aus betrachtet liegt der deutsche Leitindex lediglich -3,47 % im Minus.

In der Wochenausgabe des Börsenbriefs „Börse-Intern Premium“ war heute früh bereits zu lesen, dass es beim MDAX seit Jahresbeginn immerhin -5,69 % sind, beim SDAX aber auch nur -2,77 % und beim TecDAX sogar lediglich -1,57 %.
Vor allem Technologiewerte sind also aktuell wieder sehr stark. Logisch: Technologieunternehmen sind vom Krieg im Nahen Osten und steigenden Öl- sowie Gaspreisen weit weniger stark betroffen als zum Beispiel produzierende Unternehmen, die auf diese Rohstoffe angewiesen sind.
Das spiegelt sich auch an den US-Märkten wider: Der Dow Jones hat in den vergangenen 2 Wochen in der Spitze -6,42 % verloren und liegt damit seit Jahresbeginn rund -3 % im Minus. Der Nasdaq 100 hat im selben Zeitraum lediglich maximal -4,16 % und seit Jahresbeginn um sogar nur -1,13 % nachgegeben.
Sollten die Energiepreise allerdings längere Zeit stark erhöht bleiben, weil sich der Iran-Konflikt auf absehbare Zeit nicht entspannt, könnte dies auf die gesamte Wirtschaft durchschlagen, bis hin zu einer Rezession. Und davon werden dann auch Technologieunternehmen betroffen sein.
Es hängt also aktuell alles von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab. Und da ist vieles leider unkalkulierbar. Nach wie vor hilft aber: Ruhe bewahren!
Das Depot des Börsenbriefs "Börse-Intern Premium"
Ruhe und Zurückhaltung hat übrigens dazu geführt, dass das Depot des Börse-Intern Premium seit Jahresbeginn nur -0,83 % verloren hat. 0,5 Prozentpunkte von diesem Minus kamen jüngst auf Wochensicht hinzu. Zum Vergleich: Der DAX hat zeitgleich -2,34 % verloren, also fast 5-mal so viel. Und wie oben bereits erwähnt, lag der deutsche Leitindex seit Jahresbeginn -3,47 % im Minus, also mehr als 4-mal so schwach wie unser Depot.
Dazu beigetragen haben auch einige Gewinnmitnahmen, bei denen das Depot im laufenden Jahr bislang eine weiße Weste hat – bislang wurde kein Verlust realisiert.

Aus meiner Sicht kann man daher mit der Performance des Depots durchaus zufrieden sein. Vor allem sollte man nicht erwarten, dass aktuell massenhaft Trades getätigt werden. Denn das ist aus meiner Sicht im aktuellen Marktumfeld schlicht nicht sinnvoll. Hin und Her macht Taschen leer!
Wilde Seitwärtstendenzen
Denn die Märkte laufen (nicht erst) seit Kriegsbeginn völlig unkalkulierbar auf und ab. In vielen Fällen haben wir es mit Seitwärtstendenzen zu tun – nicht nur beim DAX, sondern auch zum Beispiel beim Nasdaq 100:

Und auch der chinesische Aktienindex Hang Seng tendiert seitwärts:

Dabei zeichnen sich Seitwärtstendenzen sowieso grundsätzlich durch plötzliche Richtungswechsel auf unterschiedlichen Niveaus sowie Fehlsignale aus, wie auch beim Hang Seng eindrucksvoll zu sehen ist. Der Ausbruchsversuch nach oben scheiterte, ähnlich wie beim DAX, weil die Kurse in einer SKS-ähnlichen Formation wieder nach unten drehten. Bei der aktuell stark erhöhten Marktvolatilität ist diese Seitwärts-Problematik noch einmal gravierender.
Hohe Volatilität ist besonders gut für kurzfristige Trades
Wer in der aktuellen Situation trotzdem schnelle und kurzfristige Trades erleben möchte, der ist vielleicht beim Trading-Dienst „Target-Trend-CFD“ gut aufgehoben. Dort haben wir seit dem 2. März 5 neue Trades platziert. Es kam also etwa alle 2 Tage eine Empfehlung. Und in den vergangenen beiden Wochen des Iran-Krieges konnte sich das Depot um insgesamt +1077,98 € verbessern, während die Aktienmärkte zeitgleich deutliche Kurseinbußen hinnehmen mussten.
Wobei uns aber auch dort das wilde Auf und Ab einige Probleme bereitet, weil sich kaum klaren Trends etablieren, sondern die Kurse vielfach unter dem Strich nur auf der Stelle treten, trotz zwischenzeitlich heftiger Ausschläge nach unten und oben.
Und so zitiere ich noch einmal Torsten Ewert aus seiner gestrigen Sondermeldung:
„Aktuell geht es vor allem darum, die Vorgänge an den Börsen genau zu beobachten und nach und nach Schlüsse daraus zu ziehen. Das braucht Zeit, denn auch die Investoren haben offenbar noch keine klare Meinung, wie die vergangenen Tage zeigen. Daher bitte weiterhin geduldig bleiben!“
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
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