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Der Iran-Krieg, die Finanzmärkte und worauf es nun ankommt

Ausgabe vom 02.03.2026

Der Iran-Krieg, die Finanzmärkte und worauf es nun ankommt

von Torsten Ewert

Nach den israelisch-US-amerikanischen Militärangriffen auf Iran wurden und werden wieder einmal Horrorszenarien entworfen: Ölpreise von 80 bis 100 Dollar („bis hin Richtung 200 Dollar“ war sogar in einer Nachricht zu lesen) mit den entsprechend negativen Folgen für Aktienmärkte und Wirtschaft.

Wie die Finanzmärkte bisher reagierten

Keine Frage, möglich ist das alles. Wenn es jedoch nach den heutigen Verläufen an den Finanzmärkten geht, sind solche Extremszenarien aber nicht das, was die Investoren bevorzugt erwarten. Dazu die folgenden Charts zu Öl, Gas, DAX, Dow Jones und Gold:

So schoss der Ölpreis für die Sorte WTI zum Handelsbeginn nach dem Wochenende zwar zunächst bis auf 80 Dollar, aber das war dann auch der Höchststand, von dem es wieder bis auf 70 Dollar nach unten ging, bevor sich der Kurs dazwischen einpendelte.

20260302a_WTI Crude Oil Tageschart seit 2026-01

Beim Brent liegen die Eckpunkte bei 81 und 76 Dollar, wobei die Differenz ziemlich genau dem Wert entspricht, den Brent schon in den vergangenen Wochen höher lag als WTI. Ein kleiner Risikoaufschlag wäre verständlich, denn die USA können sich leichter mit eigenem Öl versorgen als Europa (siehe unten). Daran gemessen gibt sich sogar der Rohölmarkt einigermaßen entspannt.

Dramatischer war die Lage am europäischen Gasmarkt, weil Katar seine LNG-(Flüssiggas-)Produktion nach iranischen Angriffen stoppen musste, was den Gaspreis explodieren ließ:

20260302b_EU-Gaspreis seit 2026-02

Quelle: Trading Economics

Er schnellte von 32,43 €/MWh zum Handelsschluss der Vorwoche auf bis 47,46 €/MWh nach oben (+46,4 %).

Daher zeigts sich auch der DAX deutlich leichter und fiel aus seinem aktuellen Aufwärtstrend (grün) heraus. Im Handelsverlauf scheiterte er zudem bei einem Erholungsversuch am Tief der Vorwoche (siehe Pfeil) und produzierte eine Unsicherheitskerze, die knapp außerhalb des grünen Kanals liegt:

Der Dow Jones hatte zunächst ebenfalls Schwierigkeiten wichtige Marken zu verteidigen. So fiel er im vorbörslichen Handel unter die wichtige grüne Unterstützung und konnte sie bis zum Beginn des regulären Handels um 15.30 Uhr nicht nachhaltig zurückerobern:

20260302c_DJIA-Tageschart seit 2025-09

Immerhin wurde mit dem heutigen Tief vorerst die untere rot gestrichelte Linie verteidigt. Diese ist eine Parallellinie der Oberkante des grauen Rechtecks. Damit hätte der Dow Jones die Möglichkeit einem entsprechenden Aufwärtstrend zu folgen. Die Chancen dafür stehen gut, weil es schon im weiteren Verlauf des heutigen Handels mit dem Kurs wieder kräftig aufwärts ging.

Gold stieg zunächst erwartungsgemäß, aber der Anstieg blieb moderat, wie die tägliche Veränderungsrate (unterer Chartteil) zeigt. So gab es z.B. auch kein neues Allzeithoch:

20260302c_Gold-Tageschart seit 2025-09

Zudem kam der Kurs mit den steigenden Aktienkursen in den USA wieder zurück, was auf eine gewisse Entspannung hindeutet

Zwischenfazit: Bisher nehmen die Märkte den Angriff zwar als kritisch, aber nicht als bedrohlich wahr. Größere Kursausschläge gab es bisher nur dort, wo wirklich Effekte zu verzeichnen sind, z.B. beim Gas.

Wodurch sich die moderate Reaktion verschärfen könnte

Aber wie eingangs gesagt: Je nach weiterem Verlauf der Gefechte sowie insbesondere drastischer Gegenmaßnahmen Irans können sich die Einschätzungen ändern und damit auch die Kursverläufe.

Mit den massiven Angriffen Israels und der USA wächst zweifellos die Gefahr, dass Iran – weil man glaubt, nichts mehr zu verlieren zu haben – drakonische Gegenmaßnahmen ergreift, insbesondere die vollständige und längerfristige Blockade der Straße von Hormuz. Diese ist bisher „nur“ geschlossen – aufgrund von Drohungen iranischer Militärs sowie iranischer Attacken auf einzelne Tanker, die damit am Durchfahrtsversuch gehindert werden sollen.

Die meisten Reedereien haben die Durchfahrt ihrer Schiffe bereits gestoppt. Das schont zwar Besatzungen, Transportkapazitäten und das Öl, aber unklar ist, wie das Öl von Schiffen, die nun im Persischen Golf festsitzen, anderweitig transportiert werden kann/soll.

Das Nadelöhr des globalen Ölhandels

Schließlich gibt es – anders als im Roten Meer, wo die Huthi-Milizen zeitweise Tanker angriffen – keine Ausweichrouten: Der Persische Golf ist eine Sackgasse (siehe folgende Grafik). Dabei werden durch sie mit 21 Mio. Barrel Rohöl pro Tag ca. 20 % des globalen Volumens transportiert.

Rohöl-Engpässe in Nahost

Die Kapazität der Ost-West-Pipeline durch Saudi-Arabien kann bestenfalls nur ein Drittel dieser Menge bewältigen; zudem ist sie bereits gut ausgelastet:  Die EIA schätzt daher, dass insgesamt nur 2,6 Mio. Barrel, also ca. 12 % der Menge, die durch die Straße von Hormuz kommen, anderweitig umgeleitet werden können. Eine Blockade dieses Nadelöhrs des globalen Ölhandels würde also auf einen Schlag 17,6 % der weltweiten Liefermenge wegfallen lassen.

Wer kann wie schnell in die Bresche springen?

Nun könnten andere dafür in die Bresche springen. Saudi-Arabien und andere OPEC-Länder kündigten vorsorglich an, dafür mehr Öl zu produzieren. Aber zum einen soll das erst ab April gelten, zum anderen ist offen, wie viel davon unter Umgehung des Persischen Golfs – z.B. direkt durchs Rote Meer und den Suez-Kanal – verfügbar wäre.

Besonders prädestiniert scheinen US-Ölfirmen zu sein, denn die USA sind weiterhin das größte Öl produzierende Land. Doch es ist unklar, ob die USA ihre Produktionsmaschine schnell genug anwerfen können, um gegebenenfalls größere Verwerfungen am Ölmarkt zu verhindern. Der Grund: Die Anzahl der Bohrstellen in den USA ist seit längerem rückläufig bzw. stagniert in der Nähe der „magischen“ Grenze von 600. An oder unter dieser Marke lagen sie bisher nur in Krisenzeiten der US-Ölindustrie:

20260302e_Baker Hughes Rig Count

Quellen: Baker Hughes, eigene Berechnungen

Auf die USA kommt es an

Allerdings ist der Rückgang seit Ende 2023 nur moderat (siehe Pfeil). Und da die US-Ölproduktion im selben Zeitraum weiter gestiegen ist (siehe folgende Grafik), spricht das für eine höhere Effizienz der Produktion (Ausstoß pro Bohrstelle):

20260302f_US Crude Oil Production

Aber es ist unwahrscheinlich, dass die Effizienz weiter derart gesteigert werden kann, dass der Ausfall der Menge aus dem Persischen Golf kompensiert wird.

Ohne neue Bohrstellen wird eine deutliche Steigerung der US-Produktion also nicht möglich sein. Und die Inbetriebnahme neuer Bohrstellen dauert. Der Ölpreis dürfte daher kräftig nach oben schnellen, wenn die Märkte Lieferausfälle vom Persischen Golf einpreisen bzw. die Straße von Hormuz tatsächlich nachhaltig unpassierbar ist. Unrealistisch ist so ein Szenario also nicht, aber bisher scheinen die Märkte darauf zu setzen, dass es dazu nicht kommt.

Der Joker in diesem „Spiel“ könnte übrigens China sein. Das Land hängt relativ stark von Öllieferungen aus Iran ab und hat offenbar im vergangenen Jahr (bei den Luftangriffen auf iranische Atomanlagen) Einfluss auf die iranische Führung genommen, dass die Straße von Hormuz offenbleibt. Ob das unter den aktuellen Umständen auch gelingt, ist allerdings eine andere Frage.

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