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Im DAX fehlen Anschlusskäufe

Ausgabe vom 06.09.2016

In den USA war wegen des Feiertags „Labor Day“ (Tag der Arbeit) am gestrigen Montag die Börse geschlossen. Impulse von der Wall Street bleiben somit aus. Und dies wirkte sich auch auf den DAX aus.

Nach einem bullishen Impuls kam der Handel fast zum Erliegen

Zu Beginn konnten die Kurse gestern zwar noch mit einer Aufwärtslücke relativ dynamisch in den Handel starten (siehe grüne Ellipse im folgenden Chart). Ein Grund unter anderen war der Einkaufsmanagerindex für den chinesischen Dienstleistungssektor. Denn dieser gewann im August deutlich an Schwung. Der vom Markit-Instituts und dem Medienhaus Caixin ermittelte Index stieg von 51,7 Punkten im Juli auf nun 52,1 Zähler. Wie Sie inzwischen wissen, zeigt ein Stand oberhalb von 50 Punkten Wachstum an. Anleger feierten also die Hoffnung, dass Chinas Wirtschaft wieder an Schwung gewinnt. Doch nach dem verheißungsvollen Start dümpelten die Kurse nur noch in immer engeren Bahnen vor sich hin, bis das Geschäft an der Börse fast zum Erliegen kam.

Daran konnte auch der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor des Vereinigtes Königreichs nichts ändern. Dieser ist zum Vormonat um stolze 5,5 Punkte auf 52,9 Punkte gestiegen und hat damit den 4,9-Punkte-Rückgang vom Brexit-Votum mehr als wettgemacht. Wie schon zu diesem Thema geschrieben, die kurzfristigen Auswirkungen des Brexit in Großbritannien sind zunächst wenig belastend. Interessanter wird die Frage, wie sich die wirtschaftliche Situation dort auf Sicht von mehreren Jahren entwickelt. Und das werden uns erst die Kurse und Daten in den kommenden Monat verraten.

Dem DAX mangelt es seit Tagen an Schwung

Gegen Ende des gestrigen Handels bröckelten die Kurse im DAX noch etwas ab, womit die anfänglichen Gewinne vollständig egalisiert wurden. Dadurch wurde der gestrige Handelstag im deutschen Leitindex zum absoluten Non-Event. Das Problem an der Sache ist, dass sich diese Tendenz auch heute fortsetzte und dem DAX insgesamt weiterhin der Schwung fehlt. Er fluktuiert weiter um die 10.700er Marke.

Zwar bewegt er sich damit oberhalb der kurzfristigen Seitwärtsrange von ca. 10.440 bis 10.660 Punkten, womit der mehrfach erfolgreiche Test des Ausbruchsniveaus (grüne Pfeile im folgenden Chart) etwas nachhaltiger wurde. Doch es fehlen die dynamischen Anschlusskäufe, die gewöhnlich auf einen solchen Ausbruch bzw. Test des Ausbruchsniveaus folgen. Deshalb wurde auch die Ausbruchskerze, die vor einer Woche Hoffnung machte (siehe Börse-Intern vom 30. August), bislang nicht bestätigt. Stattdessen hangelt sich der Index nur sehr gemächlich entlang der grün gestrichelten Linie weiter aufwärts (roter Pfeil).

Es liegt dadurch nach wie vor kein starkes Indiz für weiter steigende Kurse vor. Zwar ist die Mittellinie bei 10.815 Punkten als Kursziel in greifbare Nähe gerückt, doch wie die beiden Intraday-Rücksetzer vom Ende der vergangenen Woche gezeigt haben, kann die wichtige Unterstützung bei 10.460 Punkten auch schnell wieder erreicht und sogar gebrochen werden.

Was nicht steigt, fällt!

Um nicht doch noch in die saisonale Herbstschwäche zu geraten, muss der DAX demnach bald liefern. Gemeint sind damit möglichst dynamisch steigende Kurse. Sonst kann ein Widerstand, wie die Mittellinie bei 10.815 Punkten, zwar als Kursziel erreicht, aber sicher nicht leicht überwunden werden. Und an der Börse gibt es ein Sprichwort: Was nicht steigt, fällt! Und mit stärkeren Kursverlusten muss man rechnen, wenn der DAX doch noch unter das April-Hoch zurückfällt.

Erster Erfolg beim Google-Trends-Trading

Noch kurz zu einem anderen Thema: Unser neues Tool: Google-Trends-Trading. Sie erinnern sich sicherlich, dass wir am 9.08.2016 schreiben, dass sich bei Adidas ein Hoch bei den Google Suchanfragen gezeigt hat:

„Aktuell sehen wir bei Adidas ein Nachfragehoch bei den Google-Suchanfragen. Gleichzeitig mit fundamentalen Überlegungen liegt also der Schluss nahe, dass sich bei Adidas ein mittelfristiges Hoch ausbildet. Insofern muss man, sofern man Aktien von Adidas besitzt, zurzeit sehr vorsichtig werden.“

Schauen wir uns an, wie sich Adidas seit diesem Hoch entwickelt hat:

Nach dem Hinweis hier in der Börse-Intern gab es zwar anschließend noch einen kleinen weiteren Anstieg, aber anschließend kamen die Kurse deutlicher zurück und mittlerweile ist bereits eine klare relative Schwäche im Vergleich zum DAX zu erkennen. Hier hat also das Hoch bei den Suchanfragen nach Adidas tatsächlich eine anschließende Schwäche vorhergesagt. Perfekt.

Die Charts von Google-Trends-Trading, in denen die Entwicklungen der Suchanfragen dargestellt sind, finden Sie hier:

Google-Trends-Trading

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


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