In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Seit zwei Jahren kämpft der DAX mit der 10.000er Marke - viele Trader sind frustriert. ...
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Und wieder steht der DAX an der 10.000er Marke. Diese psychologisch hoch relevante Marke lässt ihn einfach nicht los – und das nun schon seit mehr als zwei Jahren:

Das Problem bei Seitwärtsbewegungen an psychologisch relevanten Marken ist, dass die Signalqualität diverser Prognosemittel erheblich abnimmt. Das ist ein Umstand, auf den wir in der Börse-Intern immer wieder hingewiesen haben.

Trader sind frustriert

Und so verwundert es nicht, dass ich in den vergangenen Monaten vermehrt auch von seit Jahren erfolgreichenTradern höre, dass sie den Markt „äußerst schwierig“ finden. Einige haben sogar mittlerweile das Handtuch geworfen, weil es „einfach keinen Spaß mehr macht“. Übersetzt heißt das wohl, dass es nichts mehr einbringt.

Die Anziehung, die zur Verzerrung wird

Doch genau das ist typisch für diese Phasen. Verständlicher wird dieses Phänomen, wenn man sich vorstellt, dass diese 10.000er Marke wie eine Art Magnet funktioniert. Sie zieht die Kurse an. Und dadurch werden „normale“ Kursbewegungen verzerrt. Das heißt: Aufwärtsbewegungen werden gerne verkürzt, Kurseinbrüche enden früher als man es erwarten würde. Selbst impulsive und starke Kursbewegungen, wie die Rally Anfang 2015, brechen urplötzlich in sich zusammen  - und schon ist man wieder an der 10.000er Marke. Und genau dieses Kursverhalten führt dazu, dass Trader in solchen Phasen immer wieder auf dem falschen Fuß erwischt werden und entsprechend frustriert sind.

In Richtung der 10.000 traden

Wenn Sie dieses Wissen um die Anziehungskraft wichtiger Marken in Ihre Trades einbeziehen, kann das helfen. Es ändert zwar nichts an der im Durchschnitt niedrigeren Signalqualität, doch es gibt einen gravierenden Unterschied: Die Signale, die von der 10.000er Marke ausgehend gebildet werden sind deutlich weniger zuverlässig, als die Signale, die in Richtung der 10.00er Marke gebildet werden. Sprich: Ein Verkaufssignal bei 10.500 Punkten hat eine leicht höhere Relevanz, als ein Kaufsignal bei 10.000 Punkte.

Wenn man sich mit etwas Geduld beim Traden auf genau diese Signale beschränkt, kann das also die Performance durchaus positiv verbessern.

Eine der sinnvollsten Möglichkeiten, mit solchen Phasen umzugehen, ist aber, insgesamt einfach die Anzahl der Trades zu reduzieren und lediglich sehr gute Chance/Risiko-Verhältnisse zu traden, bei denen sehr dichte Stopps möglich sind.

Der Ausbruch

Es gibt eine weitere Weisheit, die in diesem Zusammenhang interessant ist: Je länger eine Seitwärtsbewegung andauert, desto impulsiver und länger wird die Ausbruchsbewegung. Warum tradet man nicht einfach bei einem Ausbruch in Trendrichtung und holt sich in dieser Phase die Performance zurück, die man in der Seitwärtsbewegung liegen gelassen hat?

Weil es auch hier natürlich Hürden gibt. Das gilt vor allem bei Seitwärtsbewegung, die im Zusammenhang mit solch psychologisch relevanten Marken auftreten. Normalerweise ist eine Seitwärtsbewegung gut einzugrenzen (Rechteck). Wenn die Ursache einer Seitwärtsbewegung jedoch wie hier eine psychologische Marke ist, dann sind die Fluktuationen um diese Marke meist nicht sauber eingrenzbar (siehe Chart oben). Und das führt leider dazu, dass man nicht genau sagen kann, wann nun der Ausbruch endgültig geglückt ist.

Doch das ist nicht alles. Wenn man in dieser Seitwärtsbewegung immer nur die Signale tradet, die in Richtung der 10.000er Marke generiert werden, wird man das Ausbruchsignal natürlich verpassen.

Eine Vielzahl von Faktoren beobachten

Und das ist der Grund, warum ich hier in der Börse-Intern zuletzt auf die vielen Faktoren hingewiesen habe, welche den DAX zurzeit beeinflussen. Wenn bald alle Faktoren, einschließlich der Charttechnik als Signalgeber, in eine Richtung deuten, dann ergibt sich daraus eine hohe Chance, den Ausbruch rechtzeitig zu erkennen.

Im Moment fehlen allerdings noch weitere Signale. Ein charttechnisch wichtiges Signal wird generiert, wenn der DAX das Hoch bei 10.112 Punkten überwinden kann:

 

Bestätigt würde es, wenn dieser Ausbruch unter einem hohen Umsatz erfolgt. Doch allein für sich genommen reicht dieses Signal natürlich noch bei weitem nicht aus, um das Ende der Seitwärtsbewegung um die 10.000er Marke auszurufen.  Aber es wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Viele Grüße

Ihr

Sven Weisenhaus


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