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Ereignisse können sich in den nächsten Stunden überschlagen
Ausgabe vom 07.04.2026
Ereignisse können sich in den nächsten Stunden überschlagen
von Sven Weisenhaus
Auch nach den Osterfeiertagen dominiert der Krieg im Nahen Osten weiterhin die Nachrichten und das Geschehen an den Börsen. Dabei scheint eine Entspannung immer noch nicht in Sicht. Stattdessen gibt es nach wie vor sehr widersprüchliche Aussagen, vor allem von Seiten der US-Regierung.
Am Ostersonntag hieß es zum Beispiel von US-Präsident Donald Trump, er rechne bis Montag mit einem Abkommen. Sollte der Iran allerdings nicht zu einer Einigung bereit sein, wolle Trump sich das iranische Öl aneignen. Wenig später drohte Trump zudem mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken. Dabei gilt aktuell eine Frist, die am Dienstagabend 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit bzw. Mittwochmorgen 02.00 Uhr MESZ endet.
Am Ostermontag folgten Meldungen über einen von Pakistan ausgearbeiteten Plan zur Beendigung der Kriegshandlungen. Der Plan sehe eine sofortige Waffenruhe und anschließend ein umfassendes Abkommen vor. Doch Iran lehnte eine Waffenruhe ab und beharrte auf eigene Forderungen. Derweil bezeichnete Trump die von ihm gesetzte Frist für ein Abkommen als endgültig und erneuerte seine Drohungen.
Ein wildes Auf und Ab
Vor diesem Hintergrund herrscht weiterhin große Skepsis bei den Anlegern. DAX & Co. konnten nach der feiertagsbedingten Pause zwar heute im nächtlichen (Future-/CFD-)Handel durch die Kursgewinne der US-Märkte vom Ostermontag zunächst einen Sprung nach oben machen, legten aber unmittelbar danach wieder den Rückwärtsgang ein. Und das galt heute auch ab Beginn des Xetra-Handels.
Die Kurse bewegen sich also wieder einmal recht wild auf und ab und treten damit letztlich auf dem aktuellen Niveau lediglich auf der Stelle. Schon am vergangenen Donnerstag war in der Wochenausgabe des Börsenbriefs „Börse-Intern Premium“ zu lesen, seit der vorangegangenen Wochenausgabe habe „der DAX um fast -750 Punkte bzw. -3,26 % nachgegeben und anschließend um fast +1.200 Zähler bzw. +4,87 % zugelegt, nur um dann wieder um fast -700 Punkte bzw. -2,99 % zurückzusetzen und sich von diesem Tief um bis zu +557 Zähler bzw. +2,46 % zu erholen“. In Summe hat sich der DAX damit nur um relativ magere +211 Pünktchen bzw. +0,92 % verändert.
Und so konnte sich der deutsche Leitindex trotz dieser sehr hohen Volatilität immer noch nicht aus der Handelsspanne des 23. März lösen (siehe unteres gelbes Rechteck im folgenden Chart). Zur Erinnerung: An diesem Tag fiel der DAX auf ein neues Korrekturtief, explodierte anschließend aber in der Spitze um mehr als +1.300 Punkte bzw. +6 %.

Am Mittwoch vergangener Woche war bereits ein Ausbruch aus dieser Spanne gelungen. Und mit den heutigen Kursgewinnen gab es den nächsten Ausbruchsversuch nach oben. Doch in beiden Fällen prallte der DAX am unteren Ende seiner alten Seitwärtsspanne ab (siehe rote Pfeile im Chart). Und anschließende Rücksetzer sorgten jeweils für einen Rückfall in den aktuellen Kursbereich.
Immerhin: Der DAX bewegt sich damit aktuell am oberen Ende dieser Spanne. Die Kurserholung ist somit noch intakt. Zumal heute sogar noch ein höheres Hoch markiert wurde. Sollte Trumps Frist allerdings ergebnislos verstreichen und der Konflikt weiter eskalieren, so dass die Ölpreise weiterhin stark erhöht bleiben oder gar weiter steigen, dürften neue Korrekturtiefs am Aktienmarkt nur eine Frage der Zeit sein.
Es droht eine zweite Korrekturwelle
Vor diesem Hintergrund weise ich auf den Kursverlauf der Aktienmärkte bei der Eskalation des Zoll-Streits im vergangenen Jahr hin – und vor allem auch auf die Linie des 200-Tage-Durchschnitts (blau im folgenden Chart):

Auch damals gab es nach einer ersten Korrekturwelle (A) eine deutliche Kurserholung (von mehr als 38,20 %, Welle B), auf die dann aber noch eine zweite Korrekturwelle (C) folgte. Und bei einer weitergehenden Eskalation im aktuellen Iran-Krieg ist auch jetzt wieder eine zweite Korrekturwelle wahrscheinlich. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.
Iran-Krise schlimmer als alle bisherigen Krisen zusammen
Beachten Sie, dass sich die Ereignisse in den nächsten Stunden überschlagen könnten! Während ich diese Zeilen schreibe, meldet Iran sogar schon erste Angriffe auf die Verkehrsinfrastruktur. Neben der Bombardierung einer Eisenbahnbrücke waren demnach auch mehrere Autobahnen des Landes Ziele von Luftangriffen.
Dabei ist laut dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) die aktuelle Krise schon jetzt schwerwiegender als die Öl- und Gaskrisen von 1973, 1979 und 2022 zusammen. Und Experten gehen davon aus, dass die Ölpreise aufgrund der bisherigen Schäden an der Energieversorgungskette auch nach Kriegsende noch längere Zeit hoch bleiben. Nehmen die Schäden weiter zu, werden die damit verbundenen Probleme umso länger anhalten.
ISM-Preisindex auf höchstem Stand seit Oktober 2022
So kommt es nicht überraschend, dass der ISM-Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor im März auf 54 Punkte gesunken ist, wie das Institute for Supply Management (ISM) gestern zu seiner vielbeachteten Umfrage mitteilte. Der Frühindikator hielt sich damit allerdings noch auf einem recht ordentlichen Niveau, das für anhaltendes Wachstum spricht.

Was dabei allerdings noch viel wichtiger ist: Der Preisindex stieg zeitgleich auf 70,7 Punkte – den höchsten Stand seit Oktober 2022.

Man darf somit davon ausgehen, dass die gestiegenen Energiepreise die Wirtschaft zu belasten beginnen.
5 Wochen in Folge den Markt geschlagen
Ich bin daher sehr froh, dass wir aus dem Depot des „Börse-Intern Premium“ bereits kurz vor Ostern zwei Positionen verkauft haben:
- Die Aktien von Südzucker konnten am 30. und 31. März binnen nur 2 Handelstagen um rund 30 % (!) zulegen. Seit dem Tief vom 16. Februar sind es sogar rund +50 %. Dadurch erreichte der Aktienkurs das höchste Niveau seit Juli 2024. Und das nahmen wir zum Anlass für eine Gewinnmitnahme.
- Derweil haben die Aktien von Evonik 7 Handelstage in Folge zugelegt. Insgesamt kam der Wert auf ein Kursplus von +23,8 %. Und auch das nahmen wir zum Anlass für eine Gewinnmitnahme.
Unter anderem auch dadurch hat das Depot trotz der herben Kursverluste an den Börsen nun schon die 5. Woche in Folge den Markt geschlagen.
In nur 2 Wochen +3.751,71 €
Ähnlich erfreulich ist es für die Leser des Börsenbriefs „Target-Trend-CFD“ gelaufen. Alleine in den vergangenen 2 Wochen konnten sie sich über realisierte Gewinne in Höhe von +1.192,36 € freuen, bei einem dafür nötigen Kapitaleinsatz von lediglich ca. 4.200 €. Das entspricht also einer Rendite von mehr als 28 %. Hinzu kommt, dass sich der Wert laufender Trades in diesem Zeitraum um insgesamt +2.559,35 € verbessert hat.
Fazit
Man kann auch in der aktuellen Marktphase an den Börsen Gewinne erzielen. Aber man muss sich dabei des aktuell sehr hohen Risikos bewusst sein und sollte dementsprechend vorsichtig vorgehen. Und vor der anstehenden Nacht sollte man sich mit Neuengagements zurückhalten.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
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