In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Der DAX kämpft zurzeit mit der 13.000er-Marke. Und es ist eher unwahrscheinlich, dass er sie in dieser Verfallstagswoche überwindet. ...
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Inhaltsverzeichnis

DAX-Prognose zum Mai-Verfallstag

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

der DAX kämpft zurzeit mit der 13.000er-Marke. Und es ist eher unwahrscheinlich, dass er sie in dieser Woche überwindet. Grund ist unter anderem der (kleine) Verfallstag am Freitag dieser Woche.

Das aktuelle Verfallstagsdiagramm für den DAX

Der Blick auf das aktuelle Verfallstagsdiagramm zeigt, warum das so ist:

Verfallstagsdiagramm DAX Mai 2018

Oberhalb der 13.000Punkte-Marke (siehe Pfeil) liegen faktisch nur noch Call-Positionen (blaue Säulen). Diese würden ins Geld laufen, wenn der DAX weiter steigt – was die Stillhalter nach Möglichkeit verhindern wollen. Und weil der DAX nach der recht kräftigen und stetigen Rally seit Anfang April (+10,5 % in 26 Handelstagen) inzwischen klar überkauft ist, sollte es ihnen nicht allzu schwerfallen, den DAX zu bremsen.

Warum in dieser Woche kaum Impulse für den DAX zu erwarten sind

Hinzu kommt, dass in dieser Woche kaum bedeutsame Konjunkturzahlen veröffentlicht werden, die für neue Kursbewegungen im DAX sorgen könnten. Das Highlight aus DAX-Sicht dürften die morgigen ZEW-Konjunkturerwartungen werden. Hier ist ein weiterer Rückgang schon eingepreist, allerdings nur ein minimaler (von -8,0 auf -8,2). Ein erheblich stärkerer Einbruch könnte die Aktienkurse natürlich belasten.

Noch kritischer könnte ein deutlicher Rücksetzer bei der Lageeinschätzung sein. Diese sprang noch im Januar auf ein neues Allzeithoch und bröckelt seitdem ab. Auch hier ist schon ein weiterer Rückgang eingepreist, aber erste andere Indikatoren deuten an, dass dieser Rückgang erheblich kräftiger ausfallen könnte, als bislang gedacht.

Grund dafür dürften vermutlich in erster Linie die handelspolitischen Belastungen durch die jüngsten US-Maßnahmen sein (Zölle, neue Iran-Sanktionen). Aber inzwischen kämpft die deutsche Wirtschaft auch mit anderen (Luxus-)Problemen. So berichten die Unternehmen zwar einerseits über eine gute Auftragslage und Nachfragesituation. Aber andererseits sehen sich die Unternehmen auch immer ausgeprägteren Engpässen bei Material, Maschinen und Personal ausgesetzt. Daher werden die Anleger diesmal auch auf die sonst eher untergeordneten Daten zur Industrieproduktion im Euroraum, in den USA und in China achten, die ebenfalls in dieser Woche veröffentlicht werden. Sie könnten Hinweise geben, ob sich dieser „Knoten“ wieder löst.

Diese Daten sind nun uninteressant

Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt in Deutschland, dem Euroraum und Japan in dieser Woche sind dagegen relativ uninteressant. Die Erkenntnis, dass das erste Quartal weltweit ungewöhnlich schwach ausgefallen ist, hat sich längst durchgesetzt (siehe auch Börse-Intern vom 04. Mai 2018). Über die Gründe dafür rätseln die Ökonomen zum Teil immer noch, aber Kapazitätsengpässe könnten natürlich eine Ursache sein. Daher richtet sich der Blick von Anlegern und Analysten hoffnungsvoll nach vorn – in der Erwartung, aus den Frühindikatoren neuen Optimismus schöpfen zu können.

Unerwartete Enttäuschungen, die es dabei gibt, könnten also die Kurse drücken. Und da die Wahrscheinlichkeit für solche Enttäuschungen merklich größer ist als für unerwartet positive Überraschungen, erwarten wir in der Verfallstagswoche einen leicht schwächeren DAX.

Die knifflige Kurszielbestimmung für den Verfallstag

Schwierig ist diesmal allerdings die Bestimmung eines Kursziels aus den Verfallstagsdaten. Tasten wir uns also langsam heran: Das theoretische Kursziel aus den Max-Pain-Daten (siehe Pfeil in der „Schüsselkurve“ im kleinen Chart unten) liegt bei 12.600 Punkten. Dieses Kursziel erscheint zwar relativ weit weg – auch wenn es „nur“ ein Kursrückgang von rund 3 % im DAX bedeutet. Es hat aber einen gewissen Charme, denn bei 12.600 Punkten liegt eine wichtige Unterstützung: die Oberkante der bisherigen Bodenbildungsformation (siehe dicke hellgrüne Linie im folgenden Chart):

DAX Tageschart seit Juni 2017

Und knapp darunter, bei 12.560 Punkten, liegt das 38,2%-Fibonacci-Niveau – das übliche Mindest-Korrekturziel des jüngsten Anstiegs (siehe blaue Linien).

Unser DAX-Verfallstags-Szenario

Allerdings dürften einige der Call-Positionen unterhalb von 13.000 Punkten nach dem Ausbruch über die 12.600er Marke bereits abgesichert worden sein. Das betrifft natürlich vor allem die relativ große Call-Position bei 12.750 Punkten. Abgesicherte Positionen kann man aus der Max-Pain-Berechnung herausnehmen. Das führt dazu, dass sich wegen dieser wegfallenden Call-Positionen der Tiefpunkt der „Schüssel“ zu höheren Werten verschiebt.

Und beim Blick von 12.600 Punkten nach oben fällt auf, dass ab 12.800/12.750 Punkten die Put-Positionen (rote Säulen) zunehmen. Diese sind derzeit aus Sicht der Stillhalter uninteressant, weil sie unterhalb des aktuellen Kurses liegen, also wertlos verfallen würden. Wenn der DAX aber schwächelt, würden sie womöglich ins Geld laufen – woran die Stillhalter natürlich kein Interesse haben.

Daher ist zu erwarten, dass die Stillhalter versuchen dürften, den DAX bis Freitag in dem schmalen Band zwischen 13.000 und 12.800/12.750 Punkten zu halten; eventuell sogar direkt an der 13.000er Marke. Dieses Szenario passt auch gut zum jüngsten Kursverlauf, wonach im Anschluss an die Rally seit April eine (schmale) Seitwärtsbewegung unterhalb der 13.000er Marke möglich ist (siehe gelbes Rechteck im Chart oben).

Wie dieses Szenario zum übergeordneten Bild passt

Eine solche Seitwärtsbewegung – also das Vermeiden eines stärkeren Rücksetzers – würde zudem die momentane Stärke des DAX unterstreichen. Diese Stärke wäre eine gute Basis für die Fortsetzung des Elliott-Wellen-Szenarios, wonach in den kommenden Wochen/Monaten ein weiterer Anstieg im Rahmen der abschließenden Welle 5 der laufenden Aufwärtsbewegung zu erwarten ist (siehe Börse-Intern vom 04. Mai 2018).

Wie immer gilt aber mit Blick auf den Verfallstag: Wenn der DAX die genannten Grenzen überwindet – insbesondere die 13.000-Punkte-Marke nach oben und die 12.750er oder gar die 12.600er Marke nach unten – dann können eventuelle Absicherungsmaßnahmen der Stillhalter die jeweilige Bewegung verstärken und eine kräftige Kursdynamik auslösen, die den DAX unter Umständen weit jenseits der genannten Grenzen führen kann.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Trader-Sentiment für 20. KW 2018 (14.05. - 18.05.)

Das Trader-Sentiment hatte in der vergangenen Woche als Kontraindikator einen Totalausfall. Denn obwohl mit 58,68 % Bullenanteil ein klarer Optimismus herrschte und damit gemäß der Sentiment-Theorie eigentlich eine schwere Last auf dem DAX lag, konnte der deutsche Leitindex einen lupenrein bullishen Kursverlauf auf das Börsenparkett legen (siehe helles Rechteck im Chart).

Von Beginn an ging es mit den Kursen aufwärts, womit der gesamte Handelsverlauf oberhalb des Schlusskurses der Vorwoche stattfand (blaue Linie). Und am Ende schloss der DAX mit 13.001,24 Punkten in der Nähe des Wochenhochs und erzielte einen Gewinn in Höhe von 1,45 %. Die Bullen lagen vor einer Woche mit ihrer Erwartung also absolut richtig, dass sich der Aufwärtstrend im DAX fortsetzen wird.

Offensichtlich hat die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten die DAX-Anleger angezogen und dieser Effekt über das Sentiment gesiegt. Aber da das Kursniveau nun abgearbeitet wurde, stellt sich jetzt die Frage, in welche Richtung es als nächstes mit dem deutschen Leitindex gehen wird. Und diese Unsicherheit über den weiteren Kursverlauf spiegelt sich auch im aktuellen Umfrageergebnis wieder. Denn es herrscht ein fast perfektes Gleichgewicht zwischen Bullen und Bären.

Scheinbar wollte ein großer Teil der Bullen vor einer Woche nur das Erreichen der 13.000 Punkte sehen und hat sich nach der Zielerreichung wieder aus dem Bullenlager verabschiedet. Dieses Anlegerverhalten würde die hohe Relevanz dieser runden Marke untermauern. Und da mit dem derzeitigen Stimmungsbild nun gleich große Kräfte am DAX ziehen, könnten die Kurse in dieser Woche seitwärts tendieren und um die 13.000er Marke herumpendeln. Sie würde damit ihre Relevanz weiter ausspielen.

Allerdings ist dieses Szenario aus Sicht der Sentiment-Theorie mit Vorsicht zu genießen. Denn gewöhnlich ist die Anlegerstimmung nur bei klaren Ungleichgewichten zwischen Bullen und Bären ein guter (Kontra-)Indikator.


Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -
www.trader-sentiment.de


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