In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Welche Lehren Sie aus dem Wahlausgang in Frankreich und der Reaktion der Börse darauf ziehen können - egal ob Sie Trader oder Langfristinvestor sind. ...
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Inhaltsverzeichnis

Worauf sich Trader und Langfristinvestor wirklich konzentrieren sollten

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

die Online-Ausgabe einer großen deutschen Finanzzeitung titelte heute Morgen: „Märkte feiern Frankreichs neuen Präsidenten“. Verwiesen wurde dabei auf den Euro, der heute – kurz nach Mitternacht – über die Marke von 1,10 USD sprang. Das war es dann aber auch schon.

Keine Feierlaune nach Macron-Sieg?

Denn mit diesem Kurssprung markierte der Euro sein vorläufiges Hoch (siehe Pfeil in folgendem Chart). Danach ging erst einmal kräftig abwärts:

EUR/USD intraday

Der Kurs stabilisierte sich zwar zunächst im Bereich zwischen 1,095/6 USD (siehe blaue Linie/grüne Zone) und setzte zwischenzeitlich auch zu einer Gegenbewegung an. Aber der Abwärtsdruck blieb bestehen und der Kurs fiel weiter. Eine nächste kurze Gegenbewegung scheiterte bereits an der blauen Linie. Damit gibt es nun sogar eine kurzfristige Abwärtstendenz (roter Kanal).

Auch am Aktienmarkt war von der vermeintlichen Feierlaune nichts zu spüren. Der DAX-Future, der „erst“ um 8 Uhr eröffnete, ging sogar sofort in eine Abwärtsbewegung über. Er hat damit bereits am Freitag sein vorläufiges Hoch markiert. Immerhin haben einige wichtige Unterstützungen bisher gehalten (untere grüne Aufwärtstrendlinie, rote Linie).

FDAX intraday

Die vorweggenommene Wahl

Als regelmäßige BI-Leser haben Sie natürlich längst erkannt, was hier passiert ist: Die Märkte haben den Wahlausgang in Frankreich schon in der Vorwoche vorweggenommen. Sowohl der Euro als auch der DAX, aber vor allem der französische CAC40-Index, stiegen spätestens seit vergangenem Mittwoch deutlich an. Im DAX-Future zum Beispiel sieht man klar die mehrfache Beschleunigung der Aufwärtsbewegung (immer steilere Linien), die am Freitag sogar in eine kurzfristige Übertreibungsphase („Fahnenstange“) überging!

Das an der Börse wohlbekannte Muster dahinter lautet: Kaufe die Gerüchte, verkaufe die Fakten. Als daher die Umfragen zuletzt relativ klar zeigten, dass höchstwahrscheinlich Emmanuel Macron siegen wird, setzten die Anleger darauf.

Wer weiß, ob die Bären richtiggelegen hätten

Natürlich konnte man noch am Freitag diverse Kommentare der Bären dazu lesen. Sie verwiesen angesichts dieser klaren Vorwegnahme darauf, dass Meinungsumfragen und Märkte auch beim Brexit-Referendum und bei der US-Präsidentschaftswahl falsch lagen – und betonten natürlich das angeblich hohe negative Überraschungspotenzial für die Märkte.

Allerdings unterschlugen sie dabei, dass zumindest nach der Brexit-Entscheidung die Rückschläge zwar heftig, aber nur sehr kurzlebig waren. Nach der Wahl in den USA blieben sie sogar ganz aus. In beiden Fällen stiegen danach die Kurse bald auf neue Hochs. Vermutlich wären die Börsen also auch bei einem anderen Wahlausgang nach den ersten Kursreaktionen schnell wieder zum Tagesgeschäft übergegangen.

Auch alte Regeln haben immer noch Gültigkeit

Was lernen wir daraus? Die alte Regel, das politische Börsen kurze Beine haben, gilt weiterhin. Den Grund dafür können wir sowohl in Großbritannien als auch den USA derzeit sehr gut beobachten: Die wirklichen Folgen von Wahlentscheidungen werden meist erst viel später sichtbar. Viele Wahlversprechen lassen sich im Getriebe der politischen Mühlen zudem nur sehr schwer umsetzen und werden dabei häufig noch kräftig zurechtgestutzt.

Sie sollten sich daher im Umfeld derartiger Entscheidungen auf die für Sie wichtigen Dinge konzentrieren. Welche das sind, hängt von Ihrem Anlageverhalten ab.

Wie Sie als Trader von bevorstehenden Ereignissen profitieren

Als kurzfristiger Trader können Sie solche Ereignisse getrost komplett ausblenden. Entscheidend ist für Sie vor allem eine möglichst hohe Volatilität bzw. stabile Trends, damit in kurzer Zeit lukrative Trades machbar sind. Wie die Charts oben zeigen, gibt es bei solchen Anlässen beides häufig automatisch. Und das sehen Sie dann stets in den Kursbewegungen.

Je nach Ihren charttechnischen Fähigkeiten bzw. dem Zeitrahmen, in dem Sie unterwegs sind, kann es natürlich sein, dass die entsprechenden Signale relativ spät kommen. Es schadet daher nichts, auf diese Termine vorbereitet zu sein. Dazu können Sie im Vorfeld Ihre Positionen komplett auflösen, Stopps nachziehen oder einfach die Kurse aufmerksam(er) beobachten.

Im Fall der Frankreich-Wahl am Sonntag war es eindeutig: Der Kursanstieg im Vorfeld war klar erkennbar. Damit war auch der heutige Rückfall recht wahrscheinlich. Auf dieses vorweggenommene Ergebnis habe ich daher auch meine Leser der Stockstreet Investment Strategie und der Aktien-Perlen in den jüngsten Wochenupdates aufmerksam gemacht.

Besondere Chancen für erfahrene Trader

Mit einiger Erfahrung können Sie (vor allem als Day-Trader!) dieses Wissen sogar für aussichtsreiche Trades nutzen. Hierzu brauchen Sie natürlich im Vorfeld klare Wenn-Dann-Szenarien für die verschiedensten Varianten. Daraus können Sie dann Ihre Trading-Strategien ableiten bzw. – fast noch wichtiger! – die Fälle, in denen Sie nicht traden.

Anfangs ist es natürlich höchst empfehlenswert, diese Trades nur auf dem Papier zu machen oder mit sehr kleinen Einsätzen. Ein weiterer Tipp: Warten Sie die Entscheidung und die erste Reaktion der Märkte ab. Dann gehen Sie nicht nur den meisten automatischen Handelssystemen aus dem Weg, sondern dann ist auch einfacher zu beurteilen, ob eine Reaktion sehr heftig ausfällt, also als Überraschung interpretiert wird. Dann könnte sich ein Trade besonders lohnen. Nach dem Brexit war das z.B. auf jeden Fall so.

Allerdings ist diese Art des Tradings nichts für „Schlafmützen“. Der EUR/USD-Handel bei den großen Brokern und der (außerbörsliche) Handel des S&P500-Futures sind fast rund um die Uhr möglich. Und wie der EUR/USD-Chart oben zeigt, gibt es meist schon mitten in der Nacht beachtliche Kursreaktionen. Wer also erst auf die Eröffnung der heimischen Börsen wartet, hat dann womöglich das Beste schon verpasst.

Doch gerade der außerbörsliche Handel hat einige Tücken! Und bei solchen Gelegenheiten tummeln Sie sich natürlich unter Umständen mit den ganz dicken Fischen in einem Becken. Sie sollten also erst ausreichend Erfahrungen sammeln, bevor Sie mit großen Positionen mitspielen.

Wie Sie als Langfristinvestor von bevorstehenden Ereignissen profitieren

Langfristige Investoren brauchen sich von solchen kurzfristigen politischen Entscheidungen ohnehin nicht aus der Ruhe bringen lassen. Beim Blick auf einen langfristigen Chart fällt z.B. selbst der kräftige Kursausschlag nach dem Brexit kaum auf (siehe folgender Chart des DAX). Viel einschneidender waren dagegen die Einbrüche vom August 2015 und Januar 2016 (siehe blaue Pfeile). Beide kamen jedoch überraschend und waren daher nicht „berechenbar“.

DAX-Wochenchart

Dennoch können Sie auch als langfristiger Investor von solchen Ereignissen profitieren. Falls es z.B. – wie beim Brexit – zu übertriebenen kurzfristigen Kursabschlägen kommt, können Sie diese natürlich als (Nach-)Kaufgelegenheit nutzen. Voraussetzung ist allerdings, dass das jeweilige Ereignis Ihre strategische Ausrichtung unberührt lässt. Auch dazu ist es erforderlich, dass Sie über die Eventualitäten rechtzeitig vorher nachdenken – und nicht erst, wenn die Kurse bereits zu tanzen beginnen. Dann wird der unvoreingenommene Blick auf die Lage häufig zu stark durch die aktuelle „Panik“ getrübt.

Geht die Konjunkturschwäche des ersten Quartals weiter?

Als Hilfestellung, insbesondere für Langfristinvestoren, noch ein Blick auf die jüngsten Konjunkturdaten: Am Freitag wurde der US-Arbeitsmarktbericht für April veröffentlicht. Angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums und vor allem der Konsumschwäche in den USA im ersten Quartal (siehe Börse Intern vom 03.05.2017) ist nun natürlich wichtig, ob eine verschlechterte Arbeitsmarktsituation eventuell auf eine anhaltende Konjunkturschwäche hindeutet.

Das aber ist erfreulicherweise nicht der Fall. So wurden im April in den USA wieder mehr als 200.000 neue Stellen geschaffen (exakt: 211.000). Die Ökonomen hatten nach dem schwachen März-Wert (79.000) nur mit 185.000 Neueinstellungen gerechnet. Da auch die Vormonatswerte nur unwesentlich revidiert wurden, wurden im Durchschnitt der vergangenen drei Monate monatlich 174.000 neue Stellen geschaffen.

Das ist ein guter Wert angesichts des inzwischen merklich angespannten US-Arbeitsmarkts. Denn die Arbeitslosenquote sank überraschend auf 4,4 % nach 4,5 % im März. Erwartet wurde dagegen ein Anstieg auf 4,6 %. (Bereits ab einer Quote von 5 % gehen die Ökonomen von Vollbeschäftigung in den USA aus.) Zugleich stiegen die Stundenlöhne und die Wochenarbeitszeit.

Wenn es doch noch zu einer „großen“ Korrektur kommt…

Fazit: Immer mehr Menschen finden in den USA zu steigenden Löhnen Arbeit. Die „Konsumdelle“ im ersten Quartal dürfte also tatsächlich nur vorübergehend sein, wie Sven Weisenhaus ebenfalls schon betonte. Ein längerfristiger Konjunktureinbruch in den USA ist also nicht zu befürchten. Das zeigen auch andere „harte“ Fakten, z.B. die Investitionstätigkeit der Unternehmen im ersten Quartal.

Aus volkswirtschaftlich-fundamentaler Sicht bleibt damit auch der Aktienmarkt in den USA weiter aussichtsreich. Eine doch noch auftretende größere Korrektur wäre also eher eine Kaufgelegenheit als ein Trendwechsel.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Trader-Sentiment für 19. KW 2017 (08.05. – 12.05.)

Nach dem zweiten Ausflug in das Bullenlager binnen 13 Wochen war die Mehrzahl der Anleger in der Umfrage vor einer Woche wieder in das Bärenlager zurückgewechselt. Doch mit dieser Haltung lagen sie wieder falsch. Denn der DAX will, abgesehen von kleineren Rücksetzern, seinen Aufwärtstrend einfach nicht aufgeben. Stattdessen konnte er in der vergangenen Woche (dunkles Rechteck im folgenden Chart) auf das satte Plus der Vorwoche (+3,23 Prozent, helles Rechteck) noch einmal etwas mehr als zwei Drittel davon drauflegen (+2,24 Prozent).

Dabei war der Kursverlauf lupenrein bullish. Denn das Wochentief bei 12.433,51 Zählern (grüne Linie) lag nur unwesentlich (4,4 Punkte) unter dem Schlusskurs der Vorwoche (12.437,91, blaue Linie) und der Schlusskurs dieser Woche lag mit 12.716,89 Zählern lediglich 1,77 Punkte unter dem neuen Allzeithoch. – Damit hat der Pessimismus der Anleger mal wieder zu steigenden Kursen geführt und das Sentiment als Kontraindikator erneut bestens funktioniert.

Dieses Szenario wäre auch für die neue Handelswoche denkbar. Denn in der aktuellen Umfrage sind schon wieder die Bären in der Überzahl – zum 12. Mal in den vergangenen 14 Wochen.



Mit 53,10 Prozent hat der Pessimismus im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage (55,36 Prozent) zwar etwas abgenommen, er ist aber immer noch recht markant. Und so könnte der DAX aus Sicht des Sentiments als Kontraindikator in dieser Woche noch weitere Allzeithochs markieren.


Ihr
Sven Weisenhaus
– Stockstreet-Team –


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