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OPEC, EZB, Fed, Brexit - Juni wird ein heißer Börsenmonat

Ausgabe vom 01.06.2016

Heute beginnt der Juni. Ob er hochsommerliche Temperaturen mit sich bringen wird, ist noch unklar. In jedem Fall wird er aber ein sehr heißer Börsenmonat. Denn es stehen in den kommenden 30 Tagen viele wichtige Ereignisse an.

Am 23. Juni fällt die Entscheidung über den „Brexit“

So dürfte zum Beispiel die Unsicherheit über den Ausgang des Referendums über die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens („Brexit“) bis zum Tag der Entscheidung am 23. Juni mit jedem Tag zunehmen. Bereits jetzt lässt sich feststellen, dass die Ungewissheit über den Ausgang der Abstimmung wie ein Damoklesschwert über den Märkten hängt. Und es ist zu erwarten, dass neue Meldungen in diesem Zusammenhang zu immer stärkeren Kursausschlägen führen könnten, je näher der Termin rückt.

Am 15. Juni fällt die Zinsentscheidung der Fed

Bereits in zwei Wochen steht in den USA die nächste Zinsentscheidung der Fed an. Zwar haben zuletzt viele Daten aus den USA eine Zinsanhebung wahrscheinlicher werden lassen, ob diese jedoch schon für den Juni-Termin reichen, ist noch unklar. Zumal die jüngsten Zahlen wieder etwas gemischter ausfielen.

Am 2. Juni fällen die OPEC und die EZB wichtige Entscheidungen

Während die US-Zinsentscheidung (15. Juni) und die Abstimmung über den „Brexit“ (23. Juni) noch in relativ weiter Ferne sind, gibt es schon morgen in Wien gleich zwei wichtige Treffen, die in einem gewissen Zusammenhang stehen: Zum einen kommen dort die Öl-Minister der Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zusammen, zum anderen treffen sich dort auch die Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB), um über die zukünftige Geldpolitik in der Eurozone zu beraten.

Beide Treffen haben dabei quasi ein gemeinsames Thema: die niedrigen Energiepreise. Für die OPEC-Länder geht es darum, durch eine Begrenzung der Fördermenge den Preis zu stabilisieren bzw. höher zu treiben. Schließlich ist das Rohöl ihre wichtigste Einnahmequelle und (zu) niedrige Preise, bringen ihre Staatsfinanzen durcheinander. Die EZB berät unterdessen darüber, wie sie trotz niedriger Ölpreise ihr Inflationsziel von 2 Prozent erreichen kann.

Zur Zinsentscheidung der Fed

Die für die US-Notenbank Fed maßgebliche Inflationskennzahl, die PCE-Kernrate, lag im April wie schon im März bei +1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fed strebt hier aber eine Zielrate von +2 Prozent an. Wie Sie aber aus der Analyse vom 18. Mai wissen, muss die Fed die Zinsen schon frühzeitig auf ein höheres Niveau gehievt haben, bevor die Inflation ihr Ziel erreicht hat. Denn sonst könnte die Inflation über das Ziel hinausschießen und der Fed davongaloppieren. Die Notenbank müsste dann mit noch höheren Zinsen reagieren, womit sie ein Abwürgen des Wirtschaftsaufschwungs riskieren würde.

Konsumfreudige US-Verbraucher

Ein weiterer Grund für eine baldige Zinsanhebung könnte für die Fed auch die Kauflust der US-Konsumenten sein. Die Konsumausgaben sprangen im April unerwartet stark an und legten um 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Das ist das dickste Plus seit mehr als sechs Jahren. Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent gerechnet.

Doch wichtiger ist, wie sich die Konsumenten in Zukunft verhalten und hier sind es zwei umfragebasierte Erhebungen, die darüber Aufschluss geben:

Das Konsumentenvertrauen des Conference Boards fiel um 2,1 auf 92,6 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit November 2015 (April: 94,1, Erwartung: 96,0). Und es deutet auf den ersten Blick auf eine nachlassende Konsumneigung hin. Doch auf den zweiten Blick erkennt man, dass dieser Rückgang lediglich durch eine deutlich schlechtere Bewertung der aktuellen Lage (112,9 nach 117,1 Punkten) zustande kam. Die Erwartungen für die Zukunft blieben hingegen mit 79,0 nach 79,7 Punkten nahezu auf dem gleichen Niveau. Das weist auf einen weiterhin soliden US-Konsum in den nächsten Monaten hin, zumal zuvor die Universität Michigan einen Anstieg ihres Barometers für die Konsumentenstimmung im Mai vermeldet hatte.

Leicht gemischte US-Daten sind überwiegend positiv zu sehen

Soweit alles positiv. Einen leichten Dämpfer für das Thema Zinserhöhung in den USA brachte der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes aus der Fed-Region Chicago. Er rutschte mit 49,3 Punkten für Mai (nach 50,4 Punkten) unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten zurück. Erwartet waren 50,7 Punkte. Dafür zeigte aber der Case-Shiller-Haupreisindex für März ein starkes Momentum auf dem Hausmarkt an.

Insgesamt zeichnen die jüngsten US-Daten also ein leicht gemischtes Bild, wobei aber der starke Konsum auf eine weitergehende konjunkturelle Erholung nach dem schwachen 1. Quartal schließen lässt. Entsprechend bleibt es bei meiner Ansicht: Eine Zinsanhebung durch die Fed wird immer wahrscheinlicher.

Zur OPEC und der EZB-Sitzung

Schon morgen kommt es in Wien zu zwei wichtigen Treffen, die in einem gewissen Zusammenhang stehen: Zum einen kommen dort die Öl-Minister der Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zusammen, zum anderen treffen sich dort auch die Mitglieder des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB), um über die zukünftige Geldpolitik in der Eurozone zu beraten.

Beide Treffen haben dabei quasi ein gemeinsames Thema: die niedrigen Energiepreise. Für die OPEC-Länder geht es darum, durch eine Begrenzung der Fördermenge den Preis zu stabilisieren bzw. höher zu treiben. Schließlich ist das Rohöl ihre wichtigste Einnahmequelle und (zu) niedrige Preise, bringen ihre Staatsfinanzen durcheinander. Die EZB berät unterdessen darüber, wie sie trotz niedriger Ölpreise ihr Inflationsziel von 2 Prozent erreichen kann.

Inflationsprobleme der EZB könnten sich in Luft auflösen

Wenn die OPEC-Länder dieses Mal einen Konsens finden, könnten sich die Inflationsprobleme der EZB schon bald in Luft auflösen. Aktuell haben wir es noch mit deflationären Tendenzen in der Eurozone zu tun. So lagen die Konsumentenpreise ungeachtet der extrem expansiven Geldpolitik der EZB im Mai mit -0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr erneut im negativen Bereich (April: -0,2 Prozent).

Entwicklung der Inflation im Euroraum und in der EU
(Quelle: Eurostat)

Der Grund dafür waren aber nahezu ausschließlich die Energiepreise, die gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,1 Prozent sanken. Viele andere Preise sind hingegen zumindest leicht gestiegen: Dienstleistungen verteuerten sich zum Beispiel um ein Prozent, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak um 0,8 Prozent und Industriegüter ohne Energie um 0,5 Prozent.

Entwicklung der Preise im Euroraum
(Quelle: Eurostat)

Inflation könnte ab August deutlich steigen

Doch die Erholung der Ölpreise könnte die Inflationsrate schon bald deutlicher ansteigen lassen. Denn im August 2015 kostete ein Fass Öl bereits rund 50 USD und damit so viel wie heute (blauer Pfeil im folgenden Chart).  Bleibt es dabei, wird sich die Jahresrate der Energiepreise also ganz automatisch von aktuell -8,1 Prozent bis August in den positiven Bereich bewegen. Damit würde die Inflation insgesamt nicht mehr durch die Ölpreise belastet werden.

Rohöl der Sorte Brent - Chartanalyse

Und ab Januar 2017 könnte es sogar zu deutlich höheren Jahresraten bei den Energiepreisen kommen, weil die Ölpreise zu Jahresbeginn 2016 ihren Tiefpunkt erreicht hatten und seitdem kräftig angestiegen sind (grüner Pfeil).

Wenn die Ölpreise Anfang 2017 auf dem aktuellen Niveau stehen, dann wird sich der 71%ige Anstieg seit dem Tief dementsprechend stark auf die Jahresrate der Energiepreise und auf die Inflation insgesamt auswirken. Die EZB könnte also aus heutiger Sicht einfach nur abwarten und dabei zusehen, wie die Inflation in Richtung ihrer Zielrate von 2 Prozent steigt.

Kreditvergabe legt weiter zu

Zumal auch die anderen Ziele der EZB, wie zum Beispiel eine zunehmende Kreditvergabe, offenbar weiterhin erreicht scheinen. So reichen die Banken der Eurozone immer mehr von dem billigen Zentralbankgeld an die Unternehmen weiter. Im April wurden 1,2 Prozent mehr Darlehen an nicht finanzielle Unternehmen vergeben als vor einem Jahr. Das war sogar der kräftigste Anstieg seit November 2011.

Kreditvergabe im Euroraum
(Quelle: Bundesbank)

Fazit

Zum Brexit ist nicht viel zu sagen, hier müssen die Engländer abstimmen. Was danach geschieht ist zurzeit noch Spekulation. Wie immer wird viel dazu geschrieben, doch oft entwickelt es sich anders. Das bleibt also einfach abzuwarten. Und so reagiert der Markt auch noch relativ gelassen. Das könnte sich aber ändern, wenn der Termin näher rückt.

Die Fed-Zinsentscheid wird wohl auch erst wenige Tage vor dem Termin relevanter werden. Und dann kommt es darauf an, womit der Markt rechnet. Darüber werden wir Sie in den kommenden Ausgaben auf dem Laufenden halten.

Aktuell sollten Sie daher kurzfristig auf den Ölpreis achten. Dieser könnte, je nach Ergebnis der OPEC-Sitzung, stärker ausschlagen und auch entsprechende Spuren an den Aktienmärkten hinterlassen. Eine Begrenzung der Förderung sollte dabei sowohl die Ölpreise als auch die Aktienkurse beflügeln. Kommt es hingegen erneut zu keiner Einigung, so sollte man mit Rückschlägen in beiden Märkten rechnen.


Viele Grüße

Ihr

Sven Weisenhaus


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