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Der schlechteste US-Job-Report seit …

Ausgabe vom 11.02.2026

Der schlechteste US-Job-Report seit …

von Torsten Ewert

Heute wurden die US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht, die eigentlich schon am Freitag der Vorwoche fällig gewesen wären, aber wegen des 4-tägigen teilweisen Regierungsstillstands verschoben wurden. Und er fiel so schlecht aus wie noch nie.

Besser oder schlechter?

Ok, vermutlich wird in den meisten Kommentaren betont werden, dass der Wert im Januar besser ausgefallen ist, als erwartet – und das sogar ganz beträchtlich: So hatten die Ökonomen – je nach Quelle – mit 55.000 bis 75.000 neuen Stellen im Januar gerechnet. Gemeldet wurden jedoch 130.000 neue Stellen, also rund doppelt so viele!

20260211a_USA_neu geschaffene Stellen_(neu)

Quelle: US. Bureau of Labor Statistics

Und auch die Revisionen der Vormonate blieben mit -2.000 im Dezember und -15.000 im November recht moderat. Zudem ging die Arbeitslosenquote leicht von 4,4 % auf 4,3 % zurück. Auch hier waren die Ökonomen etwas pessimistischer – sie hatten mit einem gleichbleibenden Wert gerechnet.

Also wo ist das Problem?

Wo das Problem liegt

Das lässt sich ahnen, wenn man die Grafik oben mit derjenigen vergleicht, die ich Anfang Januar gezeigt hatte:

20260211b_USA_neu geschaffene Stellen_(alt)

Quelle: US. Bureau of Labor Statistics

Das gelbe Rechteck umfasst in beiden Grafiken den gleichen Zeitraum. Da gab es keine allzu auffälligen Änderungen: Die Vorzeichen blieben jeweils gleich; es gab also nur einige Abwärtsrevisionen. Deutlicher wurde nur der Oktober-Wert revidiert – hier war das Minus (durch den „DOGE-Effekt“, also die schlagartige Entlassung tausender Staatsangesteller) nicht ganz so drastisch, wie ursprünglich gemeldet.

Anders sieht es jedoch in den 4 Monaten zuvor aus (siehe rotes Rechteck in der ersten Grafik) Da gingen die Werte schon stärker zurück; im Januar wurden danach sogar Stellen abgebaut!

Im Gesamtjahr so „gut“ wie in manchem Monat

Grund dafür war die jährliche Revision der Vorjahresdaten, die routinemäßig mit Bekanntgabe der Januar-Daten erfolgt. Basis der Revisionen sind zum einen saisonale Korrekturen, aber vor allem Korrekturen aufgrund aktueller Bevölkerungsdaten, die dann vorliegen.

In absoluten Zahlen erscheint diese Revision gar nicht so drastisch. Es wurden „nur“ 403.000 Stellen weniger gezählt als ursprünglich angegeben. Im Jahr 2024 ergab die Revision sogar mehr als 600.000 Stellen weniger.

Nur: Damit wurde die ursprünglich ohnehin schon mickrige Jahresgesamtzahl an neu geschaffenen Stellen von 584.000 auf nur noch 181.000 reduziert. Und das ist eine Größe, die schaffen die USA auch schon mal locker in einem guten Monat: Vor der Revision wurden von März 2023 bis April 2025 im Durchschnitt rund 167.000 neue Stellen pro Monat geschaffen, nach der Revision waren es immerhin noch knapp 155.000 pro Monat. Da klingt 181.000 pro Jahr doch sehr mau.

Und das sind die Negativrekorde

Aber nicht nur das: Mit nun 4 Monaten mit negativen Werten, also Stellenabbau, in einem Kalenderjahr, ist 2025 das nach diesem Kriterium schlechteste Jahr seit 2010, als die Konjunkturerholung nach der Finanzkrisen-Rezession begann. Selbst im Pandemiejahr 2020 gab es nur 3 negative Monate (allerdings insgesamt den höchsten Stellenabbau der Datenhistorie mit fast 9,25 Mio. weniger Jobs).

Apropos Historie: Das desaströse Arbeitsmarkt-Jahr 2025 könnte auch einen historischen Rekord brechen. Es ist das Jahr mit dem geringsten Stellenaufbau außerhalb einer Rezession bzw. ihrer Vor- und Nachwehen seit 1939 (!):

20260211d_DJIA CFD intraday

Quellen: MarketMaker mit Daten von BLS, NBER, eigene Berechnungen

Es gab überhaupt nur ein Jahr, in dem es einen kleineren (positiven) Stellenzuwachs als 2025 gab, und zwar das schon genannte Jahr 2010, als sich die US-Wirtschaft von der Rezession nach der Finanzkrise erholte (siehe rote Linie).

Kommt es jetzt zur Rezession?

Falls also 2026 kein Rezessionsjahr wird oder die US-Wirtschaft bis Jahresende nicht deutlich abbremst, bleibt 2025 ein Negativ-Rekordjahr. So oder so – für die US-Regierung dürfte diese Bilanz wenig erfreulich sein – schließlich ist sie mit dem Anspruch angetreten, „die größte Wirtschaftskraft, die es jemals in der Geschichte gegeben hat“ zu entfesseln.

Bezeichnend ist auch, dass es offenbar nicht geholfen hat, die Chefin der Behörde für Arbeitsmarktstatistik (BLS) im August zu entlassen, weil sie bzw. ihr Team angeblich die Zahlen „aus politischen Gründen manipuliert“ haben könnten. Da man nun im Umkehrschluss annehmen kann, dass inzwischen alles seine unzweifelhafte Richtigkeit hat, sind die Daten umso besorgniserregender.

Immerhin: Die 50.000er Marke hält!

Womöglich ist das der Grund, warum die Aktienmärkte heute ins Minus drehten, nachdem sie zuvor den starken Januar-Wert noch mit Kursanstiegen feierten:

20260211d_DJIA CFD intraday

Vielleicht war auch das weitere Schwinden der Zinssenkungsfantasien schuld an dem Rückfall: Die Restwahrscheinlichkeit von 20 % für eine Zinssenkung im März ist jedenfalls endgültig zur Unwahrscheinlichkeit geworden – aktuell beträgt sie nur noch weniger als 8 %. Und die nächste Zinssenkung haben die Anleger in Gedanken auf Juli verschoben.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass der Dow Jones vorerst weiterhin die wichtige 50.000-Punkte-Marke verteidigt hat. Damit kann die Rally weitergehen – egal, ob man die aktuellen Arbeitsmarktdaten nun als gut oder schlecht ansieht.

Mit besten Grüßen
Ihr Torsten Ewert

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