In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Jüngst gab es einige negative Nachrichten aus den USA. An den Aktienmärkten wurden daher erste Signale für eine mögliche Herbstkorrektur gesendet. ...
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Kaum hatte ich gestern über die negativen Nachrichten aus den Unternehmen K+S, Bauer und SAF Holland berichtet, legten Pfeiffer Vakuum und Kuka mit Gewinnwarnungen nach. Da verwundert es mich wenig, dass DAX & Co. inzwischen wieder den Rückwärtsgang eingelegt haben. Zumal jüngst auch einige negative Nachrichten aus den USA über den großen Teich geschwappt sind.

Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump

Die brisanteste Meldung ist dabei sicherlich die Prüfung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen US-Präsident Donald Trump durch die US-Demokraten im Rahmen der Ukraine-Affäre. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, erklärte am Dienstagabend, Trump habe seine verfassungsmäßigen Pflichten verletzt. Er soll in einem Telefonat seinen ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj im Juli aufgefordert und unter Druck gesetzt haben, Nachforschungen zu dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden bzw. seinem Sohn zu unternehmen. Trump bestreitet hingegen jedes Fehlverhalten.

Widersprüchliche Signale zum Handelsstreit

Zudem gab es widersprüchliche Signale zum Handelskonflikt zwischen den USA und China. Torsten Ewert hatte am Montag bereits über die frühzeitige Abreise einer chinesischen Delegation berichtet. US-Finanzminister Steven Mnuchin verkündete jedoch inzwischen, die nächste Runde der Handelsgespräche würde in der Woche ab dem 7. Oktober stattfinden. Damit kamen neue Hoffnungen auf. Doch diese wurden gleich wieder zerstört, als Trump in seiner gestrigen UN-Rede China deutliche Vorwürfe machte und ankündigte, „keinen schlechten Deal“ mit China zu akzeptieren.

Verlieren die US-Konsumenten das Vertrauen?

Diese Hin und Her scheint inzwischen auf die Stimmung der US-Konsumenten zu drücken. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen fiel im September um 9,1 Zähler auf 125,1 Punkte, wie das Marktforschungsinstitut Conference Board am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte.

US-Verbrauchervertrauen des Conference Boards

Allerdings ist der Rücksetzer noch nicht als kritisch zu werten, denn wir hatten in diesem Jahr schon niedrigere Werte. Doch der private Konsum macht etwa 70 % der US-Wirtschaftsleistung aus. Und daher sollte man die weitere Entwicklung dieses Indikators zumindest wieder stärker im Auge behalten.

US-Wirtschaft wächst weiter im abgeschwächten Tempo

Immerhin zeigt sich die Wirtschaft der USA nach wie vor noch relativ robust. So dürfte die Wirtschaftsleistung der privaten Unternehmen in der weltweit größten Volkswirtschaft im September sogar mit einem etwas höheren Tempo gewachsen sein als noch beim Dreieinhalbjahrestief im Vormonat August. Das ergab zumindest die aktuelle Umfrage von IHS Markit. Nach vorläufigen Ergebnissen gab es sowohl im Dienstleistungssektor als auch im verarbeitenden Gewerbe moderate Anstiege. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft (Composite PMI) lag mit 51,0 im September (August: 50,7) weiterhin oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex USA Composite (Industrie und Dienstleistung)

Die Daten weisen insgesamt auf ein BIP-Wachstum der US-Wirtschaft im 3. Quartal 2019 von 1,5 % hin (Q1: +3,1 %, Q2: +2,0 %). Die Aussichten bleiben allerdings verhalten, weil die aktuelle Wachstumsrate der Auftragseingänge die schwächste seit dem Beginn der Datenerhebungen im Oktober 2009 ist.

Outperformance der US-Indizes

Da sich die US-Wirtschaft aber aktuell noch weiterhin deutlich besser entwickelt als die der Eurozone, ist die anhaltende Outperformance der US-Indizes nachvollziehbar. Die US-Wirtschaft hat aber auch vermehrt mit Problemen zu kämpfen. Und daher ist ein Stand der US-Indizes nahe der Allzeithochs für mich nicht so recht nicht nachvollziehbar. Denn das ist aus Sicht der fundamentalen Bewertung (Kurs-Gewinn-Verhältnis) nicht vereinbar mit den aktuellen und erwarteten Gewinnwachstumsraten für die Unternehmen aus dem S&P 500 (siehe dazu u. a. Börse-Intern vom 9. August). Eine Herbstkorrektur an den Aktienmärkten erscheint somit wahrscheinlich.

Erste Anzeichen für eine Herbstkorrektur

Und für eine solche gibt es inzwischen auch charttechnisch erste Anzeichen. Dabei ist der Nasdaq 100 aktuell der Vorreiter. Der Technologieindex ist jüngst wieder an der oberen Linie seiner trompetenartigen Formation abgeprallt (siehe rote Pfeile im folgenden Chart) und gestern exakt bis auf das Trendhoch von Oktober 2018 zurückgefallen (grüner Pfeil).

Nasdaq 100 - Chartanalyse

Damit ist auf den ersten Blick noch nichts Schlimmes passiert, weil der Index nicht erneut in die ursprünglich erwartete Seitwärtsrange (gelbes Rechteck) zurückgefallen ist. Doch die obere Linie dieser Range wurde inzwischen mehrfach durchlaufen. Und daher ist die Seitwärtsrange kaum noch ein wahrscheinliches Szenario. Daher können die gelben Rechtecke nun auch aus dem Chart entfernt werden. Das gilt auch für den S&P 500 und den Dow Jones, wo in allen drei Fällen das Trompeten-Szenario realistischer erscheint. Insbesondere auch, nachdem der Nasdaq 100 jüngst wieder die obere Linie der Formation als Widerstand bestätigt hat.

Zudem fällt auf den zweiten Blick auf, dass der Nasdaq 100 im kurzfristigen Bereich in ein aufsteigendes Dreieck zurückgefallen ist (siehe roter Pfeil im folgenden Chart) und der bullishe Ausbruch aus dieser Konsolidierungsformation damit ein Fehlsignal war.

Nasdaq 100 - kurzfristige Chartanalyse

Gewöhnlich zieht eine solche Bullenfalle weiter fallende Kurse nach sich. Kommt es zu diesen Anschlussverlusten, könnte damit eine Herbstkorrektur eingeleitet worden sein. Ein Bruch der blauen Aufwärtstrendlinie im Nasdaq 100 wäre dafür ein deutliches Indiz.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


PS: Im Target-Trend-CFD hatten wir gestern noch bei 7.774 Punkten eine Short-Position eröffnet. Da dies kurz vor dem stärkeren Kursrutsch geschah, liegt dieser Trade nun schon schön im Gewinn. Kommt es nun zu Anschlussverlusten, können wir ihn bereits auf Einstandskurs absichern und die Gewinne dann ganz entspannt laufen lassen.


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