In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Die Aktienmärkte befinden sich in einem zumindest kleinen Crash. Und viele Anleger fragen sich, wie sie nun reagieren sollen. Wir geben Antworten. ...
Börse - Intern ist ein börsentäglicher Newsletter vom Börsenprofi Sven Weisenhaus. Sollten Sie diesen kostenlosen Newsletter noch nicht beziehen, können Sie sich → hier anmelden.


Die Nachrichten überschlagen sich derzeit. Die meisten dürften mit dem Sichten und Einordnen aller Informationen kaum nachkommen. Auch ich kann hier nicht einmal ansatzweise alle wichtigen Ereignisse aufzählen, die derzeit gemeldet werden, ohne den Rahmen des Newsletters zu sprengen. Also fasse ich zusammen:

Globale Konsequenzen befeuern den Crash

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Immer mehr Institutionen warnen, kündigen Maßnahmen an oder revidieren ihre bisherigen Prognosen zur Entwicklung der Weltwirtschaft. Ebenso nehmen zahlreiche Unternehmen ihre Geschäftserwartungen zurück – mit zunehmender Tendenz.

Das befeuert natürlich die Kursverluste an den Aktienmärkten. Und das dortige Kursgeschehen kann man inzwischen durchaus schon als (zumindest kleinen) Crash bezeichnen. Denn die Abwärtsbewegungen gehen in der Kürze der Zeit über die einer normalen, selbst einer sehr dynamischen Korrektur hinaus.

Ohne Rücksicht auf Verluste

Zumal aktuell alles aus den Depots geworfen wird, was nicht niet- und nagelfest ist – ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Beachtung der reellen Geschäftsaussichten bzw. möglichen Geschäftsbeeinträchtigungen der einzelnen Firmen. Obwohl viele Unternehmen nur eingeschränkt von der Virus-Problematik beeinträchtigt sein werden, fallen deren Aktienkurse dennoch wie ein Stein. Es wird kaum ein Unterschied gemacht gegenüber den Firmen, die voraussichtlich deutlich stärker unter den Folgen der Virus-Ausbreitung leiden. Das kann unter anderem auch damit zusammenhängen, dass Anleger ihre Fonds und/oder ETFs verkaufen und diese daraufhin eben entsprechende Anteile über die gesamte Marktbreite veräußern müssen.

Derweil werden Aktien von Unternehmen hochgejubelt, die auch nur im Entferntesten etwas zur Bekämpfung des Virus selbst oder dessen Ausbreitung beisteuern können. Dieses Feld beherrschen zurzeit eindeutig die Spekulanten.

Anleger suchen nach Antworten

In einer solchen Phase kommen natürlich Fragen wie „Soll ich jetzt noch auf fallende Kurse setzen?“, „Ab wann macht ein Einstieg Sinn?“ oder „Wo liegen jetzt die relevanten Chartmarken?“. Anleger suchen aufgrund einer extremen Verunsicherung nach Antworten. Ich kann Ihnen dazu gerne verraten, was wir unseren Lesern des Target-Trend-Spezial in den Ausgaben dieser Woche bereits wiederholt geschrieben haben:

Ich empfehle aktuell, sich nach Möglichkeit einfach eine Weile aus dem Markt herauszuhalten. Und insbesondere sollte man sich mit Neueinstiegen noch zurückhalten oder zumindest nur kleine Trades wagen, bis sich die Kurse beruhigt haben. Und es macht derzeit kaum Sinn, charttechnische Marken zu benennen – aus folgendem Grund:

Die aktuellen Kursbewegungen halten sich nicht an Chartmarken

Der DAX hatte zum Beispiel mit dem gestrigen Korrekturtief schon fast 1.400 Punkte bzw. etwas mehr als 10 % binnen nur vier Tagen abgegeben. Heute ging es dennoch weiter abwärts. Ähnlich sieht es auch in den diversen anderen Aktienindizes aus. Und bei unzähligen Einzelwerten ist die Entwicklung sogar noch wesentlich dramatischer.

In dieser Marktbreite sind das extrem ungewöhnliche Kursbewegungen, mit denen niemand in dieser Art und Weise rechnen konnte. Sicherlich, es wird einige Marktteilnehmer geben, die zuvor schon ein größeres Ausmaß der Virus-Problematik befürchtet und erwartet hatten und die deshalb auch durchaus einen Crash vorhergesehen haben. Doch wann genau dieser einsetzt und wie er ablaufen würde, das war nicht vorherzusehen. Und die Kursbewegungen sind auch jetzt völlig unkalkulierbar. Denn der Markt hält sich aktuell kaum mit charttechnisch relevanten Marken auf.

Sämtliche Unterstützungen oder Widerstände wurden in den wilden Abwärtsbewegungen und kurzen Kurserholungen einfach überrannt oder sie haben immer nur kurz gehalten. Man könnte zwar nun unzählige Unterstützungen benennen, doch was nützt es im aktuellen Marktumfeld? Erst wenn ein markantes Tief gebildet wird und eine ordentliche Kurserholung einsetzt, die Kurse dann langsam auspendeln und sich dabei Formationen abzeichnen, wird man mit der Charttechnik wieder klarer sehen können. Bis dahin sind Chartmarken nur irgendwelche Nummern unter vielen.

In welche Richtung geht der Markt als nächstes?

Wenn Sie jetzt aber dennoch im Markt aktiv sein wollen, dann sind Short-Trades gegenüber Long-Positionen aktuell natürlich grundsätzlich zu bevorzugen. Doch niemand kann vorhersagen, wann eine Kurserholung einsetzt und wie weit diese laufen wird. Mit einer neuen Short-Position gerät man dann leicht sehr weit in den Verlust und muss unter Umständen lange warten, bis sich dies wieder ändert. Schließlich sind 1.000 Punkte Kursveränderung im Dow Jones aktuell auf der Tagesordnung. Ähnliches gilt für Long-Trades. Man kann zwar auf eine Kurserholung setzen, doch im bisherigen Verlauf waren diese relativ kurz und es folgten sehr schnell neue Tiefs.

Crash-Phasen sind Sache der Spekulanten

Ich kann verstehen, wenn Sie in der aktuell unsicheren Zeit gerne konkrete Antworten zur Charttechnik und zu möglichen neuen Trades erhalten möchten. Doch ich kann Ihnen versichern, dass der Tipp, sich aus dem Markt herauszuhalten, aktuell der beste ist, den Sie bekommen können. Crash-Phasen sollte man den Zockern überlassen.

S&P 500: Fast 16 % Verlust binnen 7 Handelstagen

Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf den Chart des S&P 500, der das hier Geschriebene untermalt.

S&P 500 - Chartanalyse

Die letzte große Korrektur fand Ende 2019 statt (siehe linkes rotes Rechteck). Schon die damalige, finale Abwärtsbewegung verlief extrem dynamisch. Binnen nur 15 Handelstagen (23 Tagen) verlor der S&P 500 mehr als ca. 16 %. Vergleicht man dies nun mit der aktuellen Korrekturwelle, dann stellt man fest, dass der Index fast die gleiche Strecke zurückgelegt hat, dafür aber nur 7 Handelstage (9 Tage), also die halbe Zeit, benötigte. – Der aktuelle Crash ist also deutlich rasanter. Allerdings waren die Aktien ja jüngst auch deutlich höher bewertet und hatten die Kurse charttechnisch stärker nach oben übertrieben.

Der erste Boden ist nicht der letzte

Beim Vergleich der beiden Korrekturen fällt auch noch auf, dass es Ende 2018 zu zwei großen Abwärtswellen kam. Und auf ein solches Szenario sollte man sich auch jetzt wieder einstellen. Wenn bald eine stärkere Kurserholung einsetzt, dann wird der erste Boden sehr wahrscheinlich nicht der letzte gewesen sein.

S&P 500 erreicht über Umwegen das erste Kursziel

Und wenn Sie sich jetzt noch fragen, was die roten Pfeile in dem Chart zu bedeuten haben, dann verweise ich erneut, wie vorgestern bereits, auf die Börse-Intern vom 15. November 2019 mit dem Titel „S&P 500: Eine Korrektur um bis zu 12 % wäre nur normal“. Schon Mitte November hatte ich darauf hingewiesen, dass Gewinnschätzungen und Aktienkurse weit auseinander gelaufen waren.

Will sich der S&P 500 nur dem Gewinntrend erneut annähern, indem er zum Beispiel auf die Unterstützung bei 2.730 Punkten zurückfällt, würde das immerhin eine Korrektur um 12 % bedeuten“, schrieb ich damals. Und weiter: „Es muss nicht so kommen, aber die Hälfte würde ich aktuell schon einkalkulieren – also eine Gegenbewegung von ca. 6 %“. Nun wurde dieses erste Ziel einer Gegenbewegung erreicht, allerdings leider erst nach einem gewaltigen Umweg. Da die Kurse weiter angestiegen waren, mussten sie nun halt stärker fallen, um das gleiche Bewertungsniveau zu erreichen.

Und um die oben genannten Fragen nun doch noch etwas genauer zu beantworten:

 „Soll ich jetzt noch auf fallende Kurse setzen?“

Jetzt vielleicht nicht gerade. Aber kommt es zu einer ordentlichen Kurserholung, beim S&P 500 zum Beispiel bis in den Bereich zwischen 3.000 und 3.100 Punkten, kann man auf eine zweite Abwärtswelle setzen.

„Ab wann macht ein Einstieg Sinn?“

Wer es spekulativ mag, kann auf dem aktuellen Niveau auf eine Kurserholung setzen. Ansonsten würde ich warten, bis der S&P 500 auch noch das zweite Kursziel abgearbeitet hat und damit das untere Ende des Aufwärtstrendkanals (grün) erreicht. Diese Unterstützung wäre eine gute Basis für einen (erneuten) Kursanstieg. Man sollte dann aber den Stopp auf Einstandskurs ziehen, wenn dieser Anstieg angelaufen ist.

 „Wo liegen jetzt die relevanten Chartmarken?“

Das aktuelle Niveau ist im S&P 500 eine wichtige Unterstützung. Den nächsten markanten Halt kann die untere Linie des Aufwärtstrendkanals in Verbindung mit der horizontalen Linie bei 2.728 Zählern bieten. Aber ob diese Chartmarken lange halten, muss abgewartet werden (siehe oben).


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren bis zum Premium Trader und Allstar Trader für schnelle Gewinne. Die sehr spekulativen Optionsscheine Expert Trader und Target-Trend-CFD sowie die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot - hier geht es zur Übersicht!


§ 34b Wertpapierhandelsgesetz
Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte nach § 34b Wertpapierhandelsgesetz zu den besprochenen Wertpapieren: Wir weisen Sie darauf hin, dass Redakteure und Mitarbeiter der Stockstreet GmbH jederzeit eigene Positionen in den zum Teil hier vorgestellten Wertpapieren eingehen und diese auch wieder veräußern können.

Haftungsausschluss:
Die Autoren übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen die Autoren, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen. Die Informationen in diesem Börsendienst stellen wir Ihnen im Rahmen Ihrer eigenen Recherche und Informationsbeschaffung zur Verfügung. Wir empfehlen Ihnen deshalb, vor jedem Kauf oder Verkauf Ihren Bankberater zu konsultieren, und weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei diesen Informationen nicht um eine Anlage- oder Vermögensberatung handelt. Des Weiteren gelten die AGB und die datenschutzrechtlichen Hinweise auf www.stockstreet.de.

Urheberrecht
Der Nachdruck, die Verwendung der Texte, die Veröffentlichung/Vervielfältigung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Stockstreet GmbH gestattet.

Quelle der Charts: (sofern nicht anders angegeben)
Tradesignal Online – Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.


Anmeldung zum kostenlosen Newsletter "Börse - Intern"

  • Kostenloser Tagesbericht vom Börsenprofi Sven Weisenhaus.
  • Börsentäglich nach Börsenschluss direkt zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Newsletter "Börse - Intern" ab der nächsten Ausgabe.

Anmeldung zum kostenlosen Rohstoffdienst

  • Die ganze Welt der Rohstoffe in einem Newsletter.
  • Mehrmals pro Woche direkt per E-Mail kostenlosen zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Rohstoffdienst ab der nächsten Ausgabe.

Alle Börsenbriefe und Börsen-Newsletter von Stockstreet.de

  • Logo Börse-Intern
  • Logo Rohstoffe & Devisen News
  • Logo Stockstreet Marktberichte
  • Logo Premium-Trader
  • Logo Optionsscheine-Expert-Trader
  • Logo Geldanlage-Brief
  • Logo Aktien-Perlen
  • Logo Allstar-Trader
  • Logo Target-Trend-Spezial

Allstar-Trader

Das erwartet Sie

Allstar-Trader Cover

Vom Traden leben!

Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Geldanlage-Brief

Das erwartet Sie

Geldanlage-Brief Cover

Ihr langfristig orientierter Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Premium-Trader

Das erwartet Sie

Premium-Trader Cover

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Jochen Steffens

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Target-Trend-Spezial

Das erwartet Sie

Target-Trend-Spezial Cover

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und Beispiele lesen!

Aktien-Perlen

Das erwartet Sie

Aktien-Perlen Cover

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Optionsscheine-Expert-Trader

Das erwartet Sie

Optionsscheine-Expert-Trader Cover

Der Börsendienst für volatile Zeiten

Die besten Trades in volatilen Märkten

von Manfred Ries

Jetzt informieren und kostenlos testen!