In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Die Aktienmärkte laufen derzeit unkalkulierbar auf und ab. Daher könnte sich ein Blick auf andere Märkte lohnen - z.B. auf den Ölpreis. ...
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Die Aktienmärkte zeigen sich auch in dieser Woche noch hochvolatil. Und der Tipp vom vergangenen Donnerstag, besser mit weiteren Kursverlusten zu rechnen, hat sich bereits als hilfreich herausgestellt. Denn gestern ging es mit den Kursen noch einmal deutlich abwärts (siehe rote Ellipse im Chart des S&P 500).

S&P 500 - Chartanalyse

Damit sind in den US-Indizes S&P 500 und Dow Jones die symmetrischen Dreiecke, die sich hätten ausbilden können, wenn es im Rahmen einer Kursberuhigung zu kürzeren Amplituden gekommen wäre (blauen Linien im Chart), nun endgültig hinfällig.

Und auch jede alternative Konsolidierungsformation, wie zum Beispiel Rechtecke oder ähnliches, ist derzeit nicht wirklich erkennbar. Das hat damit zu tun, dass die Kurse zurzeit unkalkulierbar auf und ab laufen und sich dabei kaum an Kursmuster halten. Und dies zeigt, wie nervös die Anleger aktuell reagieren. Lediglich von einer generellen Seitwärtstendenz kann bei den US-Indizes noch die Rede sein. Denn nach den neuen Korrekturtiefs kam es zu einer deutlichen Kurserholung.

Besser auf eine Kursberuhigung warten

Diese Seitwärtstendenz kann man nun zwar auch versuchen zu traden, indem man am oberen Ende short und am unteren Ende long geht, doch dafür braucht man gute Nerven. Aufgrund der hohen Volatilität und der dadurch überschießenden Kurse, die Fehlsignale generieren, kann man sich dabei schnell die Finger verbrennen, wie man zum Beispiel an der gestrigen Kerze gut ablesen kann. Es macht daher Sinn, zunächst auf eine Kursberuhigung zu warten und sich derweil in anderen Märkten umzusehen.

"OPEC+" einigt sich auf Öl-Förderkürzung - 1,2 Mio. Barrell

Und da kommt mir beispielsweise der Öl-Markt in den Sinn. Die OPEC hat sich auf dem Treffen Ende der vergangenen Woche mit ihren verbündeten Nicht-OPEC-Ländern auf eine Drosselung der Ölproduktion geeinigt. Die 25 kooperierenden Staaten wollen ab Januar 2019 rund 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag weniger fördern - zunächst für einen ersten Zeitraum von sechs Monaten. Dabei entfallen 800.000 Barrel auf die 15 OPEC-Staaten und die restlichen 400.000 auf die Verbündeten.

Saudi-Arabien trägt den größten Anteil

Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih erklärte, dass allein sein Land die Förderung um rund 500.000 auf etwa 10,2 Millionen Barrel Öl pro Tag reduzieren werde. Dies könnte auf den ersten Blick als klares Signal dafür gewertet werden, dass Saudi-Arabien zumindest in dieser Hinsicht dem Druck von Trump nicht nachgibt (siehe dazu Börse-Intern vom 30. November).

Doch Saudi-Arabien hatte seine Öl-Förderung erst im November um 500.000 Barrel deutlich angehoben und war daher für den aktuellen Preisverfall zumindest mitverantwortlich. Nun wird das November-Förderplus lediglich wieder zurückgenommen und der Ölpreis damit auf einem deutlich niedrigeren Niveau stabilisiert.

Denn für eine Rückkehr des Ölpreises auf das vorherige Niveau reicht die aktuell beschlossene Förderkürzung wahrscheinlich nicht aus. Schließlich hatte das OPEC-Sekretariat die Notwendigkeit von 1,36 Millionen Fass pro Tag weniger als im Vorjahresmonat genannt, um ein Überangebot zu verhindern.

Ölpreise werden auf niedrigerem Niveau stabilisiert

Jedenfalls kam der Hinweis auf eine Übertreibung beim Ölpreisverfall und die Erwartung an eine baldige Stabilisierung zum genau richtigen Zeitpunkt. Denn einen Tag zuvor markierte der Ölpreis-Verfall sein bisheriges Tief bei 49,42 USD in der Öl-Sorte WTI. Aktuell steht der Preis bei 52,21 USD.

Rohöl der Sorte WTI - Chartanalyse

Und vor einer Woche notierte er sogar schon wieder bei 54,55 USD. Das war aber vor dem OPEC-Treffen. Und der anschließende Rücksetzer zeigt, dass der Markt für eine klare Preiserholung mehr erwartet hatte. So dürfte sich die Stabilisierung wohl erst einmal lediglich knapp oberhalb von 50 USD fortsetzen. Ein Long-Trade bietet sich daher hier aktuell nicht an. Das wäre erst der Fall, wenn sich eine klare neue Aufwärtsbewegung etabliert.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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