In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Die zweite Abwärtswelle ist an den Aktienmärkten angerollt. Damit ergeben sich für die Aktienindizes nun verschiedene Szenarien. ...
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Inhaltsverzeichnis

DAX: Die Welle C der Welle 4 läuft

Die zweite Abwärtswelle ist an den Aktienmärkten angerollt. Nachdem der DAX gestern seinen flachen Aufwärtstrendkanal brach, weiteten sich die Verluste noch deutlich aus. Auch die US-Indizes gaben erneut kräftig nach.

Kurse machen Nachrichten

Natürlich werden als Grund für die neuerlichen Verluste abermals angeblich neu entfachte Zinssorgen angeführt. Und auch die Ankündigung der USA, Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium einzuführen, kam den Marktkommentatoren sehr gelegen. Schließlich kann man damit eine Angst vor einem möglichen Handelskrieg als Begründung aus dem Hut zaubern.

Lassen Sie sich davon aber nicht beirren. Schon am 14. Februar bei der ersten Abwärtswelle hatte ich mit dem folgenden Chart des Dow Jones aufgezeigt, dass der Kursrutsch schon zuvor begann und durch die Meldungen über Inflations- und Zinsängste „nur“ verstärkt wurde.

Dow Jones - Analyse des Kurseinbruchs

Wahrscheinlich wäre es aber auch ohne diese Meldungen zu weiteren Gewinnmitnahmen gekommen Denn wie ich schon in der damaligen Börse-Intern schrieb, lief eine ganz simple Entwicklung ab: „Nach den steilen Kursanstiegen in den Tagen und Wochen zuvor kam es zu Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten. Diese riefen immer mehr Verkäufer auf den Plan. Und am Ende verselbständigte sich die Abwärtsbewegung durch Stopps und Computerprogramme.

Und auch die aktuelle Abwärtswelle war schon weit vor den Meldungen zu Strafzöllen angerollt. Schließlich sprach ich schon vorgestern von einer normalen Gegenbewegung  (siehe roter Pfeil im folgenden Chart) in einer zu diesem Zeitpunkt noch intakten Aufwärtstendenz.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse

Zudem hatte sich die zweite Abwärtswelle charttechnisch auch schon längst angekündigt. Im DAX (siehe folgender Chart) sollte diese zum Beispiel die (gelbe) Welle C der (schwarzen) Welle 4 darstellen:

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Und direkt nach der ersten Abwärtswelle war schon klar, dass man nach einer Kursberuhigung mit der nächsten Trendbewegung rechnen musste. „Und erst diese wird uns verraten, wie stark die Bullen oder Bären noch sind“, hieß es dazu in der Börse-Intern vom 07.02.2018. Der DAX liegt also voll im Plan. Die Welle C der Welle 4 läuft.

Dabei hat der DAX das heutige Tagestief nahezu exakt am 38,20 % Fibonacci-Retracement der (schwarzen) Welle 3 bei 11.878,58 Punkten (blaue Linien) und damit am Mindestkorrekturkursziel der Welle 4 markiert. Dieses Niveau wurde auch schon in der Nacht zum 6. Februar im außerbörslichen CFD-Handel erreicht, womit die (schwarze) Welle 4 damals bereits sowohl aus Sicht der Elliott-Wellen als auch der Fibonacci-Marken (blaue Linien) eine völlig ausreichende Korrektur gebildet hatte. Nun wurde dieses Niveau auch im Xetra-Handel erreicht. Das macht das Chartbild noch perfekter.

Gerne kann es nun schon bald wieder aufwärts gehen - im Rahmen der Welle 5 (grüner Pfeil im Chart). Wahrscheinlicher ist aber angesichts der charttechnischen Situation in den US-Indizes, dass es noch ein Stück weiter abwärts geht.


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Diese Szenarien sind für Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq100 denkbar

Weil der Nasdaq100 im Hoch nur noch knapp 20 Punkte bzw. 0,28 % von seinem Allzeithoch entfernt war (siehe roter Pfeil im folgenden Chart), könnte er eine klassische Seitwärtsrange ausbilden (gelbes Rechteck). Bestätigt wird dies, wenn nun das Korrekturtief bei 6.164 Punkten angelaufen wird und die Kurse in diesem Bereich wieder nach oben drehen.

Nasdaq100 - Chartanalyse

Fraglich ist aktuell natürlich, ob die Kurse tatsächlich noch einmal so tief fallen. Einen Hinweis darauf können erneut die Fibonacci-Marken (blaue Linien im Chart) geben. Schon im Rahmen der Erholungsbewegung haben wir uns dieser Chartanalysemethode bedient. Als die US-Indizes ihre jeweilige Fibonacci-Marke von 61,80 % der gesamten Abwärtsbewegung überwinden konnten, sprach dies gegen eine stärkere Korrektur oder gar eine Trendwende und für eine Unterbrechung der Aufwärtstendenz, möglicherweise in Form einer (Seitwärts-)Konsolidierung auf hohem Niveau. Nun können die Fibonacci-Marken in die Gegenrichtung angewendet werden.

Die Fibonacci-Marken geben wieder Auskunft

Gestern hat der Nasdaq100 exakt 38,20 % seiner Erholungsbewegung korrigiert (siehe grüner Pfeil im Chart oben). Das Mindestziel einer Gegenbewegung wurde damit bereits abgearbeitet. Drehen die Kurse hier wieder nach oben und wird dann ein neues Allzeithoch erreicht, muss man an dem Szenario der Seitwärtstendenz (gelbes Rechteck) zweifeln. Fallen die Kurse aber weiter und unterschreiten sie die Marke von 61,80 % bei 6.484,814 Punkten, dann spricht dies ganz klar für das Szenario der Seitwärtstendenz.

Symmetrische Dreiecke im Dow Jones und S&P 500?

Die beiden anderen wichtigen US-Indizes Dow Jones und S&P 500 haben bereits mehr als 61,80 % bzw. 50 % ihrer Erholungsbewegung wieder verloren - wie der folgende Chart des S&P 500 exemplarisch zeigt.

S&P 500 - Chartanalyse

Zudem hatten sie vorher nicht so stark zulegen können wie der Nasdaq100. Daher sind hier andere Szenarien zu erwarten. So könnte sich zum Beispiel ein symmetrisches Dreieck (gelbe Linien im folgenden Chart) bilden.

S&P 500 - Chartanalyse

Im „Target-Trend-Spezial“ hatten wir den Lesern nach der ersten Abwärtswelle von Anfang Februar geschrieben, dass sich die Kurse nach sehr dynamischen Bewegungen meist zunächst seitwärts ein- bzw. auspendeln, bevor es zu einer neuen Trendbewegung kommt. Das Dreieck würde dazu passen.

Doch dieses Dreieck hat einen Schönheitsfehler - es läuft zu steil zusammen und wäre daher in zeitlicher Hinsicht zu kurz. Im Verhältnis zum Ausmaß der Korrektur brauchen die Kurse gewöhnlich länger um zu konsolidieren. Daher ist eine andere Variante aus meiner Sicht wahrscheinlicher:

Flache Abwärtstendenz wahrscheinlicher

Es könnte im S&P 500 und im Dow Jones zu einem relativ breiten Abwärtstrendkanal (rot im folgenden Chart) kommen.

S&P 500 - Chartanalyse

Im Rahmen dieses Trendkanals könnte der S&P 500 relativ flach und ausgedehnt abwärts konsolidieren und dabei noch die Fibonacci-Marken der Aufwärtsbewegung seit Anfang 2016 erreichen. Wie schon in der Börse-Intern vom 16. Februar geschrieben, wurden bislang weniger als 38,20 % der seit Anfang 2016 erzielten Kursgewinne korrigiert wurden. Dieses Ausmaß gilt aber als Minimalkorrekturkursziel. Ein neues Korrekturtief blieb daher möglich - und könnte im Rahmen der Abwärtskonsolidierung erreicht werden.

Fazit

Schon unmittelbar nach der ersten Korrekturwelle am Aktienmarkt hatte ich betont, dass kein Grund zur Panik besteht. Anschließend zeigten uns die Fibonacci-Marken in den Erholungsbewegungen, wie stark bzw. schwach die Bullen in den einzelnen Indizes sind. Und weil nun die zweite Abwärtswelle angerollt ist, lässt sich anhand der jeweiligen Erholungshochs ablesen, welche Tendenzen sich in den einzelnen Indizes für die kommenden Tage und Wochen ergeben können.

Nun gilt es die kommenden Signale abzuwarten. Daran wir abzulesen sein, ob sich die Erwartungen, die sich aus dem bisherigen Kursverlauf ergeben, erfüllt werden oder ob die Chartanalysen angepasst werden müssen. Natürlich können Sie dies hier in der Börse-Intern verfolgen…


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


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