In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Die Aktienmärkte haben heute leicht bearishe Signale gesendet. Ein Grund zur Panik ist das aber noch lange nicht. ...
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Seit der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten am 8. November 2016 hat der Dow-Jones-Index um 28,5 % zugelegt. Das melden passend zum Jahrestag derzeit einige Medien. Die Deutsche Bank gibt derweil zu bedenken, dass der S&P 500 im Juni 2016 unter dem Eindruck des Brexit-Referendums einen Kursrückgang um mehr als 5 % verzeichnete und dies bis heute der letzte derartige Rücksetzer war. Mittlerweile sind 487 Kalendertage vergangen, ohne dass wir einen Kursverlust von mehr als 5 % im S&P 500 gesehen haben. Laut Deutscher Bank ist dies die zweitlängste derartige Episode seit 1970.

Dauer der Aufwärtstrends im S&P 500
(Quelle: Deutsche Bank)

Betrachtet man dagegen nur das Ausmaß der Kursgewinne, so steht der derzeitige Aufschwung seit 1970 nur auf Platz 13. Dennoch: Ob hier die Leistung der US-Wirtschaft mit der Performance des S&P 500 zusammenpasst? Oder ist die Stimmung an den Aktienmärkten doch deutlich besser als die Stimmung in den USA insgesamt? Heute jedenfalls gab es einen leichten Dämpfer für die Bullen.

Dow Jones gibt Gewinne einer Woche ab

Der Dow Jones hat zum Beispiel einen kurzfristig wichtigen Halt bei 23.470 Punkten gebrochen. Mit dem Unterschreiten der Marke hat der Index die Gewinne einer Woche abgegeben und notiert nun auf dem Stand vom vergangenen Donnerstag. Damit zeigt sich erneut, wie auch schon zuletzt am 20. Oktober, dass die Tradinggewinne aktuell nur sehr mühsam erarbeitet werden und die Arbeit vieler Tage innerhalb weniger Minuten schnell ausgelöscht werden kann.

Erste leicht bearishe Signale

Kurzfristig liegen nun  erste (!) leicht bearishe Signale im Dow Jones vor. Ähnlich sieht es auch im S&P 500 und im Nasdaq100 aus. Der DAX hat derweil seine gestrige Seitwärtskonsolidierung (siehe rotes Rechteck im folgenden Chart) nach unten verlassen und damit die am Dienstag begonnene Abwärtsbewegung wieder aufgenommen.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Kam es zuvor nach Seitwärtstendenzen (gelbe Rechtecke) immer wieder zu weiter steigenden Notierungen, so liegt nun ein anderes Kursverhalten vor - das einer Korrektur. Doch es besteht weiterhin kein Grund zur Panik. Mit der heutigen Abwärtsbewegung ist der DAX lediglich etwas stärker gefallen als am vergangenen Dienstag (siehe blaue Rechtecke).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Es könnte sich somit lediglich um eine kleine ABC-Korrektur handeln. Im langfristigen Chart ist dies noch bei weitem nicht bedenklich. Stattdessen wäre es sogar bulish zu werten, wenn es bald wieder aufwärts geht. Schließlich liegen bearishe und bullishe Signale nach wie vor sehr eng beieinander, weil sich die Kurse wegen der extrem niedrigen Volatilität auf engstem Raum bewegen. Schon ein Anstieg zurück in den Bereich der gestrigen Konsolidierung (rotes Rechteck) würde einen Großteil der bisherigen Verluste aufholen und die Korrektur damit wahrscheinlich bereits wieder beenden.

Rechteckgrenze bei 13.300 Punkten gebrochen

So könnte auch das bearishe Signal, welches heute durch den Bruch der Rechteckgrenze bei 13.300 Punkten im DAX entstanden ist (siehe folgender Chart), mit einer schnellen Kurserholung bis über die Rechteckkante bereits wieder egalisiert werden.

DAX - Target-Trend-Analyse

Bis es soweit ist, muss man nun aber zunächst damit rechnen, dass eine Korrektur begonnen hat. Die Bären haben mit der Rückkehr in das dunkelblaue Rechteck jedenfalls nun die Mittellinie bei 12.945 Punkten im Visier.

Wirkt die 13.000er Marke doch noch anziehend?

Damit könnte der DAX auch wieder zur psychologisch wichtigen 13.000er Marke tendieren, die damit doch noch einmal eine hohe Anziehungskraft auf die Kurse ausüben könnte. Nach einem Ausbruch über einen solchen Widerstand ist es durchaus üblich, dass dieser noch einmal von oben getestet wird.

Auch wenn man sich das aktuelle Verfallstagsdiagramm anschaut, verwundert es nicht, dass der DAX noch einmal unter 13.300 Punkte zurückfällt. Denn auf diesem Niveau liegt derzeit die größte Call-Position.

Verfallstagsgrafik

Diese wollen die Stillhalter sicherlich nicht in den Gewinn laufen lassen.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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