In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Im Goldpreis droht ein Fehlsignal. Denn nach dem jüngsten Ausbruch auf ein neues Trendhoch mangelt es bislang an den sonst typischen Anschlusskäufen. ...
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Inhaltsverzeichnis

Ist das der langersehnte Ausbruch im Goldpreis?

Die aktuellen Konjunkturdaten geben den Spekulationen über eine restriktivere Geldpolitik von EZB und Fed neue Nahrung (siehe „Konjunkturdaten“ unten). Und das könnte, neben einer leichten Entspannung im Nordkorea-Konflikt, ein weiterer Grund dafür sein, dass im Goldpreis aktuell ein Fehlausbruch droht.

Erst kürzlich ist der Kurs des Edelmetalls dynamisch aus einer mehrmonatigen Seitwärtsbewegung ausgebrochen (siehe gelbes Rechteck und grüner Pfeil im folgenden Chart). Dadurch wurde ein neues Trendhoch erreicht. Doch davon konnte der Goldpreis seitdem nicht weiter profitieren. Stattdessen kam er merklich zurück (siehe auch gestrige Börse-Intern). Grund dafür ist wiederrum die obere Linie eines Aufwärtstrendkanals (grün im Chart), der damit schon zum dritten Mal die Kurse zurückwirft (roter Pfeil).

Gold - Ausbruch aus der Seitwärtsrange

Dadurch besteht nun die Gefahr, dass der Kurs in die Seitwärtsrange zurückfällt und sich damit der langersehnte Ausbruch als Fehlsignal entpuppt. Das wäre charttechnisch noch nicht bearish zu werten, doch für die Bullen, die lange Zeit auf den Ausbruch nach oben gewartet haben, dürfte dies eine ziemliche Enttäuschung sein.

Kein Kaufdruck trotz bullisher Signale

Nicht allerdings für die Leser der Börse-Intern. Denn die wissen längst, dass Gold für renditeorientierte Investoren noch einige Zeit uninteressant bleiben dürfte. (Als kurzfristiger Trader oder aus Sicherheitsaspekten in einem langfristigen Depot kann man Gold natürlich nutzen). Daher haben wir uns in Sachen Gold auch seit der letzten Analyse vom 9. Februar 2017 nicht mehr zu Wort gemeldet. Denn an der Einschätzung von damals hat sich bis heute nichts geändert, weil der Kurs innerhalb der erwarteten Range von ca. 1.050 bis 1.400 USD geblieben ist (gelbes Rechteck im folgenden Chart).

Gold - Bruch des langfristigen Abwärtstrends

Und das, obwohl der Goldpreis mit dem aktuellen Anstieg auch den langjährigen Abwärtstrend (rote Linie) nachhaltig gebrochen hat. Dieser lastete seit dem Hoch bei über 1.900 USD im September 2011 auf dem Kurs. Und die diversen Ausbruchsversuche, die seit dem Jahr 2016 unternommen wurde, scheiterten stets.

Geldpolitik spricht gegen stark steigende Goldnotierungen

Doch trotz der nun kurz- und langfristig klar bullishen Signale kommt derzeit kein Kaufdruck in Form von direkten Anschlusskäufen auf. Und dafür könnte, wie oben bereits erwähnt, die Geldpolitik verantwortlich sein. Denn eine restriktivere Geldpolitik bedeutet in der Regel steigende Zinsen. Die Aussicht auf steigende Zinsen macht Gold aber unattraktiv, weil es selbst weder Gewinne noch Zinsen abwirft.

Besonders bitter für Anleger aus dem Euro-Gebiet

Insofern bleiben die Aussichten für Edelmetallanleger getrübt. Dies gilt übrigens insbesondere für Anleger aus dem Eurogebiet. Denn wegen der Euro-Aufwertung schauen diese trotz des Goldpreisanstiegs derzeit in die Röhre. Der Goldpreis in Euro kann sich gerade erst von der unteren Linie eines seit Ende 2013 gültigen Aufwärtstrendkanals lösen:

Goldpreis in Euro

Während US-Anleger seit Jahresbeginn auf Gewinne in Höhe von 261 USD je Unze Gold blicken können, haben Anleger aus dem Euro-Gebiet im selben Zeitraum gerade einmal 6 Euro verdient - dank der Kursbewegungen in dieser Woche.

Sollten Sie allerdings davon ausgehen, dass die Euro-Aufwertung bald ausläuft oder sich sogar wieder umkehrt, dann könnte gerade jetzt ein guter Zeitpunkt für Goldkäufe sein. Denn mit einem schwächeren Euro könnte sich der Aufwärtstrendkanal fortsetzen. Ansonsten setzen Sie lieber weiterhin auf Aktien!


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


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Konjunkturdaten

Die Inflation ist in der Euro-Zone im August auf 1,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, nach 1,3 % im Juli. Dies teilte das Statistikamt Eurostat heute in einer ersten Schnellschätzung mit.

Inflation im Euroraum
(Quelle: Eurostat)

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eigentlich eine Inflationsrate von 2 % an. Dennoch könnte der EZB-Rat bereits auf der nächsten Zinssitzung in der kommenden Woche eine weitere Reduzierung des Volumens der monatlichen Anleihekäufe ab Januar 2018 beschließen. Denn die Konjunkturerholung verläuft stabil und der Arbeitsmarkt verbessert sich kontinuierlich. So verblieb die Arbeitslosenquote der Eurozone im Juli unverändert bei 9,1 % und damit auf dem niedrigsten Niveau seit Februar 2009.

Arbeitslosenquote in der Eurozone und der EU
(Quelle: Eurostat)

In der EU insgesamt lag die Arbeitslosenquote im Juli sogar nur bei 7,7 % und damit, wie schon im Vormonat, auf dem niedrigsten Niveau seit Dezember 2008.

Damit könnte der aktuelle Inflationsanstieg das fehlende Puzzleteil für einen EZB-Beschluss nächste Woche gewesen sein. Insbesondere, wenn die EZB davon ausgeht, dass sich die Inflationsraten in den nächsten Monaten dem Ziel von 2 % weiter annähern. Dann würde eine frühzeitige Vorbereitung der Märkte auf eine Reduzierung der Anleihekäufe zum Jahreswechsel 2017/2018, also in vier Monaten, Sinn machen.

Allerdings müsste die EZB dazu den stärkeren Euro als Resultat der gestiegenen Attraktivität des Euro-Raums darstellen. Denn allgemein gilt er derzeit eher als Problem. Die Euro-Stärke könnte aber auch bereits eine Vorwegnahme des Ergebnisses der kommenen EZB-Sitzung sein.

US-Wirtschaftswachstum höher als erwartet

Zu der Erwartung an eine restriktivere Geldpolitik passt auch die jüngste Revision der Zahlen zum US-amerikanischen BIP. Denn diese brachte eine leichte Verbesserung der bisher gemeldeten Werte mit sich, weil der Konsum stärker anzog als bisher gedacht. Daher wuchs die weltgrößte Volkswirtschaft im 2. Quartal 2017 überraschend stark um 3 %. Zuvor wurde „nur“ ein Plus von 2,6 % gemeldet, nachdem das Wachstum im 1. Quartal 2017 noch lediglich um 1,2 % zugelegt hatte. Diese guten Wirtschaftsdaten haben auch die Wahrscheinlichkeit einer Bilanzreduzierung und einer (danach folgenden) weiteren Zinsanhebung durch die US-Notenbank noch in diesem Jahr steigen lassen.


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