Börse-Intern

Ihr täglicher und kostenloser Börsen-Newsletter mit den besten Prognosen für die Aktienmärkte

sven-weisenhaus

Börse-Intern

Ihr täglicher und kostenloser Börsen-Newsletter mit den besten Prognosen für die Aktienmärkte

Ölpreise: Anhaltende Stabilisierung wirkt auf Inflation

Ausgabe vom 20.07.2016

Ölpreise: Anhaltende Stabilisierung wirkt auf Inflation

von Sven Weisenhaus

Die Ölmärkte haben nach Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) eine „außergewöhnliche Transformation“ durchlaufen und sind von einem großen Überschuss an Rohöl fast zu einem Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage im zweiten Quartal übergeschwenkt. Dies berichtet die Agentur in ihrem aktuellen Monatsbericht. Allerdings dämpft sie den Optimismus etwas, weil aus ihrer Sicht die rekordhohen Öllagerbestände die jüngste Stabilität der Preise bedrohen. Trotz der regelmäßigen Aufwärtsrevisionen zum Verbrauch gäbe es Anzeichen, dass die Dynamik des Nachfrageanstiegs nachlässt, so die IEA. Sollte die Nachfrage zukünftig sogar wieder nachlassen, könnten die Lagerbestände angesichts eines dann wieder vorherrschenden Überangebots weiter ansteigen und die Preise wieder fallen.

Vorsichtig optimistisch

Auch die OPEC gab sich jüngst vorsichtig optimistisch. Sie erwartet wegen steigender Nachfrage und sinkender Förderung für das kommende Jahr eine Reduzierung des Überangebots an Rohöl auf dem Weltmarkt. Schon im dritten Quartal dieses Jahres werde die Nachfrage höher als das Angebot liegen, hieß es in dem aktuellen Monatsbericht des Kartells.

Öl hält sich bislang an die erwartete Seitwärtsrange

Bereits in der „Börse-Intern“ vom 1. Juli berichteten wir, dass Saudi-Arabiens neuer Energieminister, Khalid al-Falih, das Ende der globalen Rohölschwemme gekommen sah. Aber auch er war nur vorsichtig optimistisch, weil sich die Rohöllagerbestände nach Jahren des Überangebots immer noch auf hohem Niveau befinden.

Derweil folgt der Ölpreis der Sorte Brent bislang unserer Prognose, wonach die Seitwärtsbewegung, in die der Ölpreis eingeschwenkt war, noch eine Weile anhalten könnte. Anfang Juli zeichnete sich eine Seitwärtsrange von ca. 46 bis 53 USD ab. Inzwischen hat der Ölpreis ein Korrekturtief bei 45,90 USD und damit ziemlich exakt am unteren Ende der Range gebildet.

Rohöl der Sorte Brent - Chartanalyse

Entsprechend bleibt es bei den Aussagen der vorangegangenen Öl-Analyse: „Einerseits wird von der OPEC ein hoher Ölpreis angestrebt, um möglichst hohe Staatseinnahmen zu generieren. Andererseits ist ein Preis von über 60 USD derzeit nicht erwünscht, weil sonst das Fracking der US-Ölindustrie in der Breite wieder profitabel würde.“ Aus diesen Argumenten folgte die Erwartung an die anhaltende Seitwärtsbewegung unterhalb von 60 USD.

Ölpreisanstieg wirkt sich auf Inflation aus

Derweil hat der gestiegene Ölpreis auch die erwartete Auswirkung auf die Inflation. Am 1. Juni war hier in der Börse-Intern zu lesen, dass die Erholung der Ölpreise die Inflationsrate schon bald deutlicher ansteigen lassen könnte. „Denn im August 2015 kostete ein Fass Öl bereits rund 50 USD und damit so viel wie heute.  Bleibt es dabei, wird sich die Jahresrate der Energiepreise also ganz automatisch von aktuell -8,1 Prozent bis August in den positiven Bereich bewegen. Damit würde die Inflation insgesamt nicht mehr durch die Ölpreise belastet werden“, hieß es in der Analyse.

Inzwischen wissen wir, dass der Ölpreis seitdem relativ stabil seitwärts läuft. Entsprechend müsste die Inflation also bereits weniger belastet sein. Und tatsächlich: Der Inflation in der Eurozone ist im Juni bereits ganz knapp die Rückkehr in den positiven Bereich gelungen. Die jährliche Inflationsrate stieg auf +0,1 Prozent, nachdem sie im Mai noch mit -0,1 Prozent im negativen Bereich lag.

Entwicklung der Inflation im Euroraum und in der EU
(Quelle: Eurostat)

In Deutschland lagen die Verbraucherpreise im Juni sogar um 0,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex um 0,1 Prozent. Dabei wirkte die Preisentwicklung von Energie zwar nach wie vor dämpfend auf die Gesamtteuerung, doch der Rückgang der Energiepreise hat sich im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter abgeschwächt. Hatte er im Mai noch -7,9 Prozent betragen, so lag er nun im Juni nur noch bei -6,4 Prozent. Der dämpfende Effekt der bis Jahresbeginn gefallenen Ölpreise lässt also tatsächlich Stück für Stück und Monat für Monat nach.

Vorlaufende Indikatoren deuten auf anhaltenden Trend hin

Übrigens zeichnet sich das gleiche Bild auch in den USA ab. So lag die US-Inflation im Juni bei +0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Und die US-Erzeugerpreise legten sogar vor allem wegen steigender Energiekosten um 0,5 Prozent zum Vormonat zu.

Entwicklung der Erzeugerpreise in den USA im Vergleich zum Vormonat

Da die steigenden Preise der Erzeuger meist zeitverzögert auf die Verbraucher umgelegt werden, ist dies ein Indikator dafür, dass sich der Trend zu höheren Inflationsraten (in den USA) fortsetzt.

Aktienmärkte verlieren einen Unterstützer

Während der dämpfende Effekt für die Inflation nachlässt, könnte er für die Aktienmärkte zunehmen. Denn die Notenbanken kommen ihren Inflationszielen nun automatisch näher. Entsprechend werden neue expansive Maßnahmen unwahrscheinlicher. Die Aktienmärkte verlieren also einen Unterstützer – nämlich die Spekulation auf höhere Liquidität.

Nichtsdestotrotz bleiben die Notenbanken natürlich auf absehbare Zeit extrem expansiv, so dass zwar mit der Spekulation auf neue Maßnahmen ein Kurstreiber wegfällt, aber mit den bereits beschlossenen Maßnahmen der Notenbanken eine wichtige Kursstütze erhalten bleibt. Am morgigen Donnerstag berichtet übrigens die EZB über ihre zukünftige Geldpolitik.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage

Ihr

Sven Weisenhaus

Börse - Intern

12. Juni 2024

Börse - Intern

Der fahnenstangenartige Anstieg hatte noch gefehlt

Weiterlesen...

11. Juni 2024

Börse - Intern

Seitwärtstendenzen wegen Unsicherheit oder Sicherheit?

Weiterlesen...

10. Juni 2024

Börse - Intern

Schwieriges Verfallstags-Gerangel im DAX

Weiterlesen...

07. Juni 2024

Börse - Intern

Gamestop - Der Irrsinn an den Börsen geht in eine neue Runde

Weiterlesen...

06. Juni 2024

Börse - Intern

Völlig vorhersehbar

Weiterlesen...

05. Juni 2024

Börse - Intern

Steigen die Kurse wirklich wegen Zinssenkungshoffnungen?

Weiterlesen...

04. Juni 2024

Börse - Intern

Warum brechen die Ölpreise ein?

Weiterlesen...

03. Juni 2024

Börse - Intern

Das Diesmal-ist-es-anders-Syndrom ist wieder da!

Weiterlesen...

29. Mai 2024

Börse - Intern

Steigende Renditen vermiesen Aktien-Party

Weiterlesen...

28. Mai 2024

Börse - Intern

DAX: Bleibt die Seitwärtskonsolidierung trendbestätigend?

Weiterlesen...

Alle Börsenbriefe von Stockstreet.de

allstar-trader

Allstar-Trader

Vom Traden leben!
Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski
Jetzt informieren und kostenlos testen!

investment-strategie

Geldanlage-Brief

Ihr langfristig orientierter 
Börsendienst 
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!
von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

boerse-intern-premium

Börse-Intern Premium

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!
Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und kostenlos testen!

target-trend-spezial

Target-Trend-Spezial

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!
von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und kostenlos testen!

aktien-perlen

Aktien-Perlen

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!
von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

optionsscheine-expert-trader

Optionsscheine-Expert-Trader

Der Börsendienst für volatile Zeiten
Die besten Trades in volatilen Märkten

von Manfred Ries

Jetzt informieren und kostenlos testen!

target-trend-cfd

Target-Trend-CFD

CFD-Trading mit
der revolutionären Methode!

Schneller Handel, schnelle Gewinne!
von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und kostenlos testen!

hightech-trader

Hightech-Trader

Profitieren Sie vom Hightech-Boom
Mit Hightech Aktien, Crypto Währungen
und Bio-Techs
von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!