Börse-Intern
Ihr täglicher und kostenloser Börsen-Newsletter mit den besten Prognosen für die Aktienmärkte
Eine Intervention für die Geschichtsbücher
Ausgabe vom 06.08.2026
Eine Intervention für die Geschichtsbücher
von Sven Weisenhaus
Am Devisenmarkt hat es (wieder) eine massive Intervention gegeben. Und diese verdient gleich in mehrfacher Hinsicht einen Eintrag in die Geschichtsbücher.
Denn laut Medienberichten handelt es sich um die erste koordinierte Devisenmarktintervention von G7-Staaten seit März 2011. Damals gab es ein Erdbeben und einen Tsunami in Japan. Zudem ist es die erste gemeinsame Yen-Kaufintervention der USA und Japans seit Juni 1998. In dem Jahr hatte der USD/JPY-Kurs während der Asienkrise die Marke von 150 erreicht.
Bei der aktuellen Intervention wurde der USD/JPY binnen 4 Handelstagen von 163,736 auf 155,221 Yen um -5,2 % nach unten gedrückt (siehe roter Pfeil im folgenden Chart).

Während solche Bewegungen an den Aktienmärkten (vor allem derzeit) als normal und alltäglich gelten, sind dies am Devisenmarkt Welten. Zur Einordnung: Für den vorherigen Anstieg von +5,79 % brauchte der USD/JPY immerhin 68 Handelstage bzw. mehr als 2,5 Monate. Und auch das war für den Devisenmarkt bereits eine sehr große Kursveränderung.
Nach Berechnungen auf Basis von Daten der Bank of Japan, die von Bloomberg ausgewertet wurden, belief sich die Intervention alleine am Donnerstag vergangener Woche auf rund 8,45 Billionen Yen bzw. 53,7 Milliarden US-Dollar. Damit dürfte es sich um die größte eintägige Intervention in der Geschichte Japans gehandelt haben, wie die Berenberg Bank dazu berichtet.
Erst von Long-, dann von Short-Positionen profitiert
Leser, die meinen Analysen aufmerksam folgen, wurden von dieser Intervention und dem Kurseinbruch des USD/JPY nicht überrascht. Vielmehr konnten sie davon sogar gewinnbringend profitieren, auch vom vorherigen Anstieg
Schon in der Börse-Intern-Ausgabe vom 16. Juni hieß es zum USD/JPY, dass „wohl nur erneute Devisenmarktinterventionen deutlich weiter steigende Kurse verhindern“ könnten (siehe „USD/JPY: Nach der BoJ kommt es auf die Fed an“. Seitdem legte der Kurs von 160,326 auf fast 164 Yen weiter zu.
Von dieser Bewegung konnte man mit Long-Positionen profitieren. Denn am 16. Juni Juni hieß es auch: „Seit den letzten Devisenmarktinterventionen von Anfang Mai läuft der USD/JPY seelenruhig und unglaublich kontinuierlich aufwärts. Und solange der Druck auf die Hürden bei rund 160 Yen anhält, ist eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung zu erwarten. Daher bieten sich Long-Positionen an.“
Zugleich war allerdings auch zu lesen, dass Long-Trades aufgrund „der Gefahr von weiteren Devisenmarktinterventionen auf dem aktuellen Niveau riskant sind. Daher könnte man stattdessen auch mit Short-Positionen auf erneute Interventionen setzten. Dabei muss man allerdings womöglich etwas Geduld haben…“.
Im „Elliott-Wellen-Trading“-Dienst von stock3 habe ich einen solchen Long-Trade begleitet, indem ich (nach einem möglichen Einstieg bei 159 Yen) konkrete Tipps zum Platzieren und Nachziehen eines Stop-Loss gegeben habe. Am 29. Juli hieß es zuletzt: „Jetzt kann man den Stop-Loss bis auf 162,83 Yen nachziehen.“ Nur einen Tag später kam es zu der erwarteten bzw. befürchteten Intervention.
Am Tag darauf schrieb ich den Lesern daher: „Wer mit Short-Positionen auf erneute Interventionen gesetzt hat, könnte nun über Gewinnmitnahmen nachdenken.“ Im Stockstreet-Trading-Dienst „Target-Trend-CFD“ haben wir einen solchen Short-Trade auch ganz konkret umgesetzt:
- Einstieg war am 29. Juli per Stop-Entry-Order bei 163,30 Yen
- Ausgestiegen sind wir am Folgetag bei 159,70 Yen.
- Gehandelt wurden 30.000 Kontrakte.
- Damit lag der Gewinn bei +586,83 €.
Nicht schlecht für nur 1 Tag Haltedauer. Ich freue mich jedenfalls riesig für die Abonnenten.
Die Leser des Stockstreet-Chartanalyse-Dienstes „Target-Trend-Spezial“ können sich sogar über noch größere Gewinne freuen. Denn dort hieß es erst gestern, man könne Short-Positionen nun oberhalb von 157,95 Yen per Stop-Loss absichern.
Interventions-Zeitpunkt gut gewählt
Der Zeitpunkt für die zweite Devisenmarktintervention des Jahres – nachdem im Zeitraum vom 30. April bis 1. Mai an 3 Tagen insgesamt rund 73 Mrd. US-Dollar zur Stützung des Yen verkauft wurden – war dieses Mal sehr gut gewählt.
Denn einerseits begannen die Interventionen am Donnerstag vergangener Woche kurz nach Beginn des offiziellen Börsenhandels in den USA (15:30 Uhr MESZ), wo die Augen der Anleger wahrscheinlich vor allem auf den Aktienmarkt gerichtet waren.
Andererseits stand der US-Dollar an diesem Tag bereits unter Druck, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh tags zuvor Zweifel an einer Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im September gesät hatte.
Passend dazu war im „Elliott-Wellen-Trading“-Dienst von stock3 am Mittwoch vergangener Woche zu einem möglichen Short-Trade auf den USD/JPY zu lesen, man solle „weitere Devisenmarktinterventionen einkalkulieren – vor allem im Umfeld der anstehenden Zinsentscheidungen der Bank of Japan und der US-Notenbank“.
Nach der Fed beließ auch die Bank of Japan den Leitzins unverändert
Am Freitag beschloss die Bank of Japan (BoJ) dann mit 8:1 Stimmen, den Leitzins bei 1,00 % zu belassen. Dies folgte auf die Anhebung um 25 Basispunkte im Juni. Der Forderung eines Notenbank-Mitglieds, den Leitzins erneut um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 % anzuheben, kam die japanische Zentralbank (noch) nicht nach.
Ohne Interventionen hätte diese Entscheidung den USD/JPY wahrscheinlich erneut steigen lassen. Denn die Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan spricht immer noch für den Dollar und gegen den Yen. Schließlich sind die Zinsen in den USA deutlich höher. Aktuell liegt der Leitzins der Fed in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 %. Somit ist der US-Dollar ein begehrteres Anlageobjekt als der japanische Yen.
Interventionen ohne nachhaltige Wirkung
Daher war in den USD/JPY-Analysen des „Elliott-Wellen-Trading“-Dienstes sowie des „Target-Trend-Spezial“ auch wiederholt zu lesen, man könne damit rechnen, „dass es immer wieder zu Kurserholungen kommt, weil die fundamentale Situation derzeit für einen starken Dollar und einen relativ schwachen Yen spricht“.
Deswegen erfolgten die Gewinnmitnahmen (bzw. die Stopp-Platzierung) während bzw. nach der aktuellen Interventionskampagne auch so schnell (und eng). Und das offenbar auch zu Recht. Denn nach wie vor ist keine nachhaltige Schwäche bei dem Währungspaar zu erkennen. Stattdessen strebt der Wechselkurs nach jeder Interventionswelle wieder nach oben.

Auch aktuell geht es dabei „seelenruhig und unglaublich kontinuierlich aufwärts“.
Zinsdifferenz wird erst langfristig kleiner
Bei dieser Tendenz dürfte es auf absehbarer Zeit auch bleiben. Denn „der Markt“ geht aktuell mehrheitlich davon aus, dass die nächste Zinserhöhung der BoJ erst im Oktober erfolgen könnte. Zwar deuten Äußerungen von BoJ-Chef Ueda auf eine mögliche Zinserhöhung bereits im September hin, doch in beiden Fällen wäre die Zinsdifferenz zwischen US-Dollar und Yen immer noch groß.
Immerhin: Die japanische Zentralbank bekräftigt offiziell regelmäßig ihre Position, die Geldpolitik weiter zu straffen – voraussichtlich hin zu einem neutralen Leitzins von 2,00 %. Doch es könnte bis zu 2 Jahre dauern, bis dieses Niveau erreicht ist, so zum Beispiel die Erwartung der ING Bank.
Und vorerst neigt auch die Fed zu Zinsanhebungen. Fraglich ist daher, ob der Leitzins der US-Notenbank in den kommenden 2 Jahren nennenswert niedriger notieren wird, sich die Zinsdifferenz als ausreichend einengt, um die Abwertungsspirale des Yen zu durchbrechen.
Mutige Anleger nutzen den aktuell stark gefallenen USD/JPY daher, um vorsichtig neue Long-Positionen aufzubauen – immer mit dem Risiko, dass es zu erneuten Interventionen kommt.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de
PS: Bei den Stockstreet-Börsenbriefen gab es jüngst wieder Gewinnmitnahmen. Aus dem Depot des „Hightech-Trader“ wurden gestern Aktien von GFT Technologies mit einem Gewinn von +16,8 % verkauft. Und Leser des „Börse-Intern Premium“ konnten sich heute über einen Gewinn von +6,9 % freuen – nach einer Trade-Dauer von nur etwas mehr als 3 Wochen.
Lassen Sie sich solche Gewinne nicht länger entgehen und melden Sie sich JETZT HIER an!
Börse - Intern
03. August 2026
Börse - Intern
US-Arbeitsmarktdaten, DAX-Zahlenflut und SpaceX im Fokus!
Weiterlesen...30. Juli 2026
Börse - Intern
Die „Trumpisierung“ der Fed +++ Was entscheidend an der Börse ist
Weiterlesen...23. Juli 2026
Börse - Intern
Ein heißer Herbst steht bevor +++ Strategie für Seitwärtstendenzen
Weiterlesen...Alle Börsenbriefe von Stockstreet.de
Allstar-Trader
Vom Traden leben!
Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!
von Bernd Raschkowski
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Geldanlage-Brief
Ihr langfristig orientierter
Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!
Die Strategie für Ihre Geldanlage!
von Oliver Baron
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Börse-Intern Premium
Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!
Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!
von Sven Weisenhaus
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Target-Trend-Spezial
Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!
Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!
von Sven Weisenhaus
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Aktien-Perlen
Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!
Die Spreu vom Weizen trennen!
von Thomas May
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Optionsscheine-Expert-Trader
Der Börsendienst für volatile Zeiten
Die besten Trades in volatilen Märkten
von Manfred Ries
Jetzt informieren und kostenlos testen!
Target-Trend-CFD
CFD-Trading mit
der revolutionären Methode!
Schneller Handel, schnelle Gewinne!
von Sven Weisenhaus
Jetzt informieren und kostenlos testen!