In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Nach den neuen Allzeithochs an den US-Börse herrscht Erklärungsnot unter den Analysten. Die Gründe taugen nichts, aber wichtiger ist wie es nun weitergeht. ...
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Inhaltsverzeichnis

Wie Kurse Nachrichten machen

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

der S&P 500 markierte am vergangenen Donnerstag ein neues Allzeithoch. Auch der NASDAQ 100 und der NASDAQ Composite brachen nach oben aus. Das kam ein wenig überraschend. Schließlich gab es noch eine Woche zuvor einen kräftigen Rückschlag vom erreichten neuen Allzeithoch. Und so herrscht wieder Erklärungsnot unter den Analysten.

Die schwierige Suche nach den Gründen

Mangels eines konkreten Anlasses für die neue Stärke der US-Börsen wurden unter anderem das Fed-Protokoll vom Mittwoch sowie die gute Quartalsberichtssaison als Gründe genannt. Beides überzeugt aber nicht.

So sollen einige Formulierungen im Fed-Protokoll Hinweise darauf geben, dass die Geldpolitik eventuell doch noch länger lockerer bleiben könnte, als bislang angenommen. Abgesehen davon, dass dies eine Menge „Vielleichts“ sind, hat die Fed ja schon mehrfach bewiesen, dass sie im Zweifelsfall eher zurückhaltender agiert. Das ist also nichts Neues. Und inzwischen werden die Aktienmärkte längst durch klassische konjunkturelle Entwicklungen getrieben als durch Nuancen in der Fed-Politik.

Dennoch ist auch die gute Quartalsberichtssaison schwerlich der Auslöser für das neue Hoch. Denn dass die Unternehmensergebnisse besser als erwartet ausfallen würden, war schon vor Wochen absehbar (siehe z.B. Börse-Intern vom 05.05.2017). Das ist also längst eingepreist, zumal die weiteren Zahlen am Endresultat kaum etwas geändert haben.

Trump-Rally mal anders

Einige Zyniker behaupten daher, die Aussicht auf ein mögliches vorzeitiges Ende der Präsidentschaft von Donald Trump hätte die Kurse befeuert. Nach der Einsetzung eines Sonderermittlers in der sogenannten Russland-Affäre steht zumindest theoretisch ein Amtsenthebungsverfahren im Raum.

Dieses Argument lässt sich sogar chartechnisch begründen. So war die Meldung über die Einsetzung des Sonderermittlers zunächst der Auslöser für den schon erwähnten kräftigen Rückschlag vom vorherigen Allzeithoch Mitte Mai (siehe roter Pfeil im folgenden Chart).

S&P500, Tageschart

Nach diesem ersten Schock erholten sich die Kurse jedoch sofort wieder und drehten gleich an der Oberkante des früheren Konsolidierungskanals nach oben (siehe grüner Pfeil). Von dort aus stiegen sie in den Folgetagen ununterbrochen an, machten den vorherigen Kursverlust wett – und erreichten am Donnerstag schließlich das neue Allzeithoch.

Warum auch diese These zweifelhaft ist

Anhand des Kursverlaufs könnte man also tatsächlich auf die Idee kommen, dass die Börsianer nach kurzer Überlegung womöglich zu der Einschätzung kamen, dass Wirtschaft und Börsen mit einem anderen US-Präsidenten besser dran wären. Passend dazu kam in der vergangenen Woche außerdem die Meldung, dass z.B. auch der bekannte Spekulant George Soros auf ein baldiges Ende der Amtszeit von Donald Trump wettet.

Drei Punkte wecken aber auch an dieser These Zweifel. Zum einen ist zurzeit noch völlig offen, ob es überhaupt zu einem Amtsenthebungsverfahren kommt, wie lange es dauert und wie es ausgeht. Eine Vorwegnahme des Ergebnisses zum jetzigen Zeitpunkt wäre daher mehr als die übliche Spekulation der Börsen. Zum anderen setzt z.B. George Soros darauf, dass bei einem vorzeitigen Ausscheiden von Präsident Trump aus dem Amt die US-Börsen fallen. Nun kann natürlich auch George Soros mal falsch liegen. Aber das Beispiel zeigt, dass die Marktteilnehmer keineswegs einer Meinung über die Folgen eines Amtsenthebungsverfahren sein dürften. Doch viel wichtiger ist, dass derartige politische Entwicklungen für die Börsen allenfalls kurzfristig von Bedeutung sind („Politische Börsen haben kurze Beine“). Das erleben wir immer wieder – und auch die jüngste Kursreaktion beweist dies eindrucksvoll!

Was auch immer die tatsächlichen Gründe für den Ausbruch waren – dieser Fall zeigt einmal mehr, wie sehr es die Kurse sind, die Nachrichten und Analysen beeinflussen. Denn für die breiten Medien taugen Börsenerfahrungen wie „Politische Börsen…“ nicht. Hier will man handfeste „Begründungen“. Die wiederum brauchen wir Anleger meist nicht. Für uns ist viel wichtiger, wie es weitergeht.

Was jetzt geschehen muss

Und wie immer helfen uns dabei die Charts. Die neuralgische Marke ist weiterhin die 2.400-Punkte-Marke im S&P 500, also das alte Allzeithoch vom März (blaue Linie im Chart oben), weil die zwischenzeitlichen Ausbrüche nach oben nicht nachhaltig waren. Ein Rückfall unter dieses Niveau wäre ein weiterer Fehlausbruch und dementsprechend bearish zu werten – zumal diesmal der Kurs doch um einiges höher stieg und der Ausbruch vom Donnerstag auch mit einer deutlichen Kurslücke einherging.

Ein (erstes!) Indiz für dieses Szenario ist, dass der jüngste Anstieg zum Hoch unter abnehmenden Umsätzen erfolgte (siehe rote Linie im unteren Chartteil). Das spricht tatsächlich eher dafür, dass nur eine kurzfristige Laune der Börsianer für Anstieg und Ausbruch verantwortlich waren.

Immerhin gab es beim eigentlichen Ausbruch nach oben einen deutlichen Volumenimpuls (siehe blauer Pfeil). Daher besteht noch die Möglichkeit, dass es in den kommenden Tagen zu Anschlusskäufen kommt und die Kurse weiter steigen.

Die zwei wichtigsten Kriterien für einen nachhaltigen Ausbruch

Ein bullishes Zeichen wäre in diesem Zusammenhang, wenn auch dem Dow Jones noch der Ausbruch nach oben gelingt. Hier steht der Kurs bislang knapp unter dem März-Hoch. Ein weiteres bullishes Zeichen wäre, wenn die Kurse des S&P 500 nach einem kurzen Anstieg an die 2.400er Marke zurücksetzen, dort wieder dynamisch nach oben drehen und danach neue Hochs erreichen (siehe grau gestrichelte Prognoselinien). Dann wäre der Ausbruch bestätigt.

Solange gelten die hier schon mehrfach gegebenen Empfehlungen: Gewinne laufen lassen, Stopps nachziehen, aber Neuinvestments nur nach und nach bei neuen bullishen Signalen eingehen. Und unsere Warnung, dass Short-Trades weiterhin extrem riskant sind, belegt der neue Ausbruch an den US-Börsen ein weiteres Mal perfekt.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Trader-Sentiment für 22. KW 2017 (29.05. - 02.06.)

Der DAX ist in der vergangenen Woche (helles Rechteck im folgenden Chart) recht wild um den Schlusskurs der Vorwoche (blaue Linie) herumgependelt. Im Vergleich zu diesem kam es im Hoch mit 12.703,74 Punkten zu einem Gewinn in Höhe von 0,51 Prozent und im Tief bei 12.529,51 Punkten zu einem Verlust von 0,86 Prozent. Am Ende blieb davon mit 12.602,18 Zählern ein Wochenminus von 0,29 Prozent übrig.

Nun kann man darüber streiten, inwiefern das in der Abstimmung zuvor gemessene Sentiment als Kontraindikator funktioniert hat. Denn die Bären waren mit 51,50 Prozent in der Überzahl und lagen letztlich richtig. Doch auch die Mindestanforderung an den DAX, die wir vor einer Woche aus dem Stimmungsbild abgeleitet hatten, wurde erfüllt. Denn vor einer Woche war hier an dieser Stelle folgendes zu lesen: "Funktioniert das Sentiment erneut als Kontraindikator, dann wird der DAX in dieser Woche seine Kurserholung fortsetzen können." Und mit den Kursen oberhalb von 12.700 Punkten ist dem DAX dies zwischenzeitig durchaus gelungen, auch wenn die Erholung letztlich nicht nachhaltig war.

In jedem Fall aber kann man argumentieren, dass das bearishe Sentiment eine stärkere Korrektur im DAX verhindert hat - und dies auch schon über mehrere Wochen. Denn in den vergangenen 17 Umfragen haben die Anleger 15 Mal mehrheitlich fallende Kurse erwartet (siehe grüner Bereich in der folgenden Grafik). Doch der DAX ist in dieser Zeit recht kontinuierlich gestiegen (blaue Linie) und steht aktuell nur 1,86 Prozent unter seinem Allzeithoch von 12.841,66 Punkten, das er vor knapp zwei Wochen, ebenfalls bei bearisher Stimmung, erreicht hat.

Und es ist zu erwarten, dass diese Tendenz der vergangenen Wochen auch in der neuen Handelssession anhält. Denn in den oben genannten 17 Umfragen und der dazugehörigen Grafik ist die aktuelle Stimmungserhebung vom vergangenen Wochenende bereits enthalten. Demnach ist der Pessimismus ungebrochen und nach drei Rückgängen sogar wieder deutlich gestiegen. Die Bullenquote nahm von 48,50 auf 44,10 Prozent ab, der Bärenanteil legte entsprechend von 51,50 auf 55,90 Prozent zu.

Funktioniert das Sentiment also weiterhin als Kontraindikator, dann wird dem DAX auch in dieser Woche keine nachhaltige Korrektur gelingen.


Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -
www.trader-sentiment.de


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