Stockstreet Chart-Analysen

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ThyssenKrupp: Zahlen runter; Kurse hoch

Ausgabe vom 21.11.2020

Chart: THK

Von Manfred Ries

Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der ThyssenKrupp AG präsentiert sich aktuell gut behauptet und ging gut behauptet ins Wochenende. Schlusskurs am Freitag, 21. November 2020 auf Xetra-Basis: 4,94 EUR (+4,3%).

Die Charttechnik. Mit aktuellen Kursen ~5,00 EUR setzt sich die feste Notierung der jüngsten Vergangenheit fort. Zur Erinnerung: Seit dem bisherigen Oktobertief bei 3,82 EUR sind die Titel bis auf 5,30 EUR gestiegen – ein Plus von fast 40 Prozent in nur sieben Wochen. Doch Achtung: Der mittelfristige Trend bei der ThyssenKrupp-Aktie zeigt abwärts; dies wird nicht zuletzt durch den stark fallenden Verlauf der 200-Tagelinie (blaue Kurve) ersichtlich. Das bisherige Jahreshoch wurde im Januar bei 12,40 EUR markiert; das bisherige Jahrestief findet sich bei 3,28 EUR (03/2020). Diese Zahlen verdeutlichen die Schwäche während der Coronakrise, die bis heute noch nicht überstanden ist.

Die Hintergründe. ThyssenKrupp veröffentlichte am Donnerstag, 18. November 2020, ihre Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal. Im Vorfeld dieser Veröffentlichung haben die Equity-Analysten der US-Investmentbank JPMorgan ihre Einschätzung für die ThyssenKrupp-Aktie mit dem Rating »Underweight« bestätigt bei einem Kursziel von 5,30 Euro. »Unsere Schätzung für den bereinigten operativen Verlust (Ebit) der fortzuführenden Geschäftsaktivitäten im abgelaufenen Quartal liegt acht Prozent über der Konsensschätzung, impliziert aber ein 17%-iges Plus im Vergleich zum Vorquartal«, heißt es im Rahmen einer Analyse vom vergangenen Dienstag.

Die Company. Die ThyssenKrupp AG ist ein weltweit tätiger Stahlkonzern und ist im MDAX notiert.

Die Prognose.  Der erste Eindruck vom Chartbild ist negativ: Ein fallender MA(200); zahlreiche Widerstände nach oben und die anhaltende Kursschwäche; eine ThyssenKrupp-Aktie kostet auch heute noch so viel / so wenig wie letztmalig im Corona-Crashmonat März 2020. Ein Lichtblick: Der MACD-Indikator auf wöchentlicher Kursbasis signalisiert ebenso eine mögliche Trendwende nach oben wie auch der Versuch eines Doppelbodens im Bereich ~3,80 EUR. Wobei das Kaufsignal beim MACD-Indikator erst sehr schwach ist. Ein Break out über 6,00 EUR (~200-Tagelinie) wäre langfristig sehr positiv zu bewerten. Ein solider Support ist im Bereich ~3,80 EUR zu erwarten.

Der Autor: Manfred Ries erlag dem Reiz der Börse während seiner Bankausbildung - das war 1984. Das Trading lernte er im Devisenhandel bei einer Großbank. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte er bei einem namhaften Anlegermagazin ein Volontariat als Wirtschaftsjournalist. Heute ist Manfred Ries Chefredakteur der Online-Rubrik Chart-Analysen bei Stockstreet.de und Autor des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader©. Seit der ersten Ausgabe dieses Börsenbriefs im Oktober 2019 weisen 96% der abgeschlossenen Positionen einen Gewinn aus.  www.stockstreet.de/optionsscheine-expert-trader-aktuell

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*) Glossar:

200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.  

Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.

Candle: s. „Kerze“

Doppelboden: Eine Formation aus der Technischen Analyse, die durch zwei markante Tiefpunkte gezeichnet ist. Ein Doppelboden beschreibt zumeist eine häufig auftretende Umkehrformation am Ende eines Abwärtstrends.

Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.

Kerze („Candle“): Bildet innerhalb der Kerzenchartanalyse (Candlestick-Chartanalyse) die Kursdaten (Eröffnungs-, Hoch-, Tiefst-, Schlusskurs) einer Handelsperiode ab. Kerzencharts beinhalten damit wesentlich mehr Kursinformationen als herkömmliche Liniencharts.

Lineare Chartdarstellung: Auch als absolute Chartdarstellung bezeichnet. Ein Chart kann linear/absolut oder logarithmisch dargestellt werden. Während bei der absoluten Aktienchart-Darstellung die Kursskala (auf der y-Achse) gleiche Abstände zwischen den Kursbeträgen aufweist, zeigt die logarithmische Darstellung gleiche Abstände zwischen den Kursbeträgen als prozentuale Veränderungen an. Technische Analysten arbeiten zumeist mit logarithmischen Charts. Geht es um das Aufspüren von Unterstützungs- und Widerstandslinien, bedient sich der Autor dieses Beitrags gerne der analogen Darstellungsform.

MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).

MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.

Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.

Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.

Underweight: Englisch für „Untergewichten“. Diese von Investmentbanken vergebene Einschätzung besagt grundsätzlich, dass Investoren eine Aktie – oder eine Branche – im Depot geringer gewichten sollen als den Gesamtmarkt.

Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.

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Autor: Manfred Ries ist Chefredakteur des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader, eine Publikation aus dem Hause Stockstreet.
Weitere Infos unter: www.stockstreet.de/optionsscheine-expert-trader-aktuell

 


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