Stockstreet Chart-Analysen

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MTU: Versucht, nach oben auszubrechen

Ausgabe vom 23.10.2020

Chart: MTU

Von Manfred Ries

Die Ausgangslage. Der Aktienkurs der MTU Aero Engines AG (Namensaktien) präsentiert sich zum Wochenschluss hin sehr fest. Kurs am Freitag, den 23. Oktober 2020 (11 Uhr): 165,00EUR (+4,0%). Damit zählen die Titel zu den Outperformern im DAX.

Die Charttechnik. Mit dem heutigen Plus versucht der Titel, über seine 200-Tagelinie auszubrechen. Dabei konnte sich ein kurzfristiger Aufwärtstrend etablieren. Die aktuelle und übergeordnete Seitwärtsbewegung wird durch die Schlüsselmarken 129,55 Euro (Unterstützung) und 168,25 Euro (Widerstand) gebildet. Der MACD-Trendfolgeindikator auf wöchentlicher Betrachtungsbasis ist positiv zu bewerten.

Die Hintergründe. MTU veröffentlicht voraussichtlich am kommenden 29. Oktober seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal. Erwartet wird ein Gewinn je Aktie (EpS) in Höhe von 1,29 Euro nach 2,41 Euro im Vorjahresquartal.

Die Company. Die MTU Aero Engines AG mit Sitz in München ist ein Unternehmen, dessen Geschäftsfeld die Herstellung und Instandhaltung von Triebwerken für die zivile und militärische Luftfahrt ist. Die Titel sind im DAX notiert.

Die Prognose.  Die charttechnische Ausgangslage sieht vielversprechend aus: Nach dem kräftigen Kurseinbruch im ersten Quartal 2020 kam es zu einer Aufwärtsbewegung bis auf 187,75 Euro. Seither konsolidieren die Titel. In dessen Verlauf hat sich der prozentuale Abstand zwischen Kurs und fallender 200-Tagelinie zunehmend verringert. Ein signifikanter Break out über diesen MA(200) – aktuell bei 168,37 Euro verlaufend – wäre sehr positiv zu beurteilen. Ein Support ist im Bereich ~ 150 Euro zu erwarten.

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*) Glossar:

200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage widerspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.  

Break out: Englischsprachige Bezeichnung für „Ausbruch“.

Gewinn je Aktie (EpS): Die Abkürzung EpS steht für den englischsprachigen Fachbegriff Earnings per Shares – „Gewinn je Aktie“. Das EpS bezeichnet eine Kenngröße aus der fundamentalen Wertpapieranalyse um den Wert einer Aktie zu beurteilen. Zu seiner Berechnung teilt man den gesamten vom Unternehmen erzielten Jahresgewinn (abzüglich außerordentlicher Ausgaben) durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien. Die Interpretation (kurzgesprochen):  Je größer das EpS, desto ertragreicher grundsätzlich die Aktie. Das EpS fließt seinerseits wieder in die Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) mit ein.

Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form widergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.

Lineare Chartdarstellung: Auch als absolute Chartdarstellung bezeichnet. Ein Chart kann linear/absolut oder logarithmisch dargestellt werden. Während bei der absoluten Aktienchart-Darstellung die Kursskala (auf der y-Achse) gleiche Abstände zwischen den Kursbeträgen aufweist, zeigt die logarithmische Darstellung gleiche Abstände zwischen den Kursbeträgen als prozentuale Veränderungen an. Technische Analysten arbeiten zumeist mit logarithmischen Charts. Geht es um das Aufspüren von Unterstützungs- und Widerstandslinien, bedient sich der Autor dieses Beitrags gerne der analogen Darstellungsform.

MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).

MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.

Moving Average: Englischsprachige Bezeichnung für Gleitender Durchschnitt.

Wochenchart: Die Betrachtungsweise basiert auf wöchentlichen Kursdaten. Bei einem Linienchart liefert der jeweilige Wochenschlusskurs seinen Beitrag zum Kurvenverlauf. Im Falle von Kerzencharts bildet jede Kerze („Candle“) das Kursverhalten der betrachteten Handelswoche ab: Montagseröffnungs- und Freitagsschlusskurs; Wochenhoch und -tief.

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Der Autor: Manfred Ries erlag dem Reiz der Börse während seiner Bankausbildung - das war 1984. Das Trading lernte er im Devisenhandel bei einer Großbank. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte er bei einem Anlegermagazin ein Volontariat als Wirtschaftsjournalist. Heute ist Manfred Ries Chefredakteur der Online-Rubrik Chart-Analysen bei Stockstreet.de und Autor des wöchentlichen Börsenbriefs Optionsscheine Expert Trader  www.stockstreet.de/optionsscheine-expert-trader-aktuell

 


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