Deutsche Aktien erholt / Industriedaten überraschen positiv
Ausgabe vom 06.07.2022 von Stockstreet-Team
DAX mit weiterem Stabilisierungsversuch
Zur Wochenmitte präsentieren sich die deutschen Aktien in Grün. Der DAX klettert um 1,4 Prozent auf 12.579 Punkte empor. Allerdings muss man das kleine Plus in das große Gesamtbild einordnen: Gestern gab es einen ordentlichen Abverkaufstag in Frankfurt, der Deutsche Aktienindex fiel auf ein neues Jahrestief bei 12.390 Zähler. Damit wurde das bisherige Tief aus dem März, welches im Zuge des Russland-Schocks markiert wurde, erreicht bzw. knapp unterschritten. Anschließend erholten sich die Märkte im Zuge einer festeren Tendenz an der Wall Street von den Tagestiefstkursen.
Thema des Tages ist der schwache Euro im Vergleich zum US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung fiel gestern auf ein neues Jahrestief bei 1,0219 Dollar. Der Hintergrund ist klar: Investoren rund um den Globus verkaufen derzeit aufgrund des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen Gasversorgungskrise tendenziell ihre Investments in Europa und schichten in andere Regionen um.
Ein kleiner Lichtblick kommt zumindest vom Öl. Der Preis für ein Barrel Rohöl ist gestern um über zehn Prozent gefallen. Immerhin. Die herben Preissteigerungen des Energieträgers scheinen den Zenit bereits überschritten zu haben.
Deutsche Industrie überrascht positiv
Positive Konjunkturdaten kamen am Morgen aus der deutschen Industrie. Der Sektor hat im Mai etwas mehr Aufträge erhalten als gedacht. Konkret erhöhten sich die Bestellungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum April um 0,1 Prozent. Das Plus ist natürlich nicht weltbewegend, jedoch wurde im Vorfeld mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet. In den drei Monaten davor waren die Aufträge rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahresmonat, also dem Mai 2021, gingen die Aufträge um 3,1 Prozent zurück.
Automarkt in China nimmt wieder Fahrt auf
Gut für VW, BMW & Co.: Nach einer Durststrecke scheinen die Autoverkäufe im Reich der Mitte wieder anzulaufen. Denn der Absatz der Autohersteller an die dortigen Händler ist im Juni erstmals seit Februar wieder gestiegen. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge legte im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Fünftel auf 2,45 Millionen Stück zu. Diese Daten kommen vom chinesischen Branchenverband CAAM. Im Vergleich zum Mai kletterten die Verkäufe um etwas mehr als ein Drittel. Die deutschen Automobilhersteller VW, Mercedes und BMW sind stark abhängig von der Nachfrage aus China.