DAX: Zurück in der alten Seitwärtsspanne
Ausgabe vom 05.03.2026 von Sven Weisenhaus
Mit seinem zweitägigen Kurseinbruch hat der DAX fast -1.700 Punkte bzw. -6,65 % verloren. Damit prallte der deutsche Leitindex von der oberen Linie seiner Unsicherheitsformation (dick blau im folgenden Chart) deutlich nach unten ab, womit diese noch einmal ihre Relevanz bestätigt hat.
Ausbruchsversuch aus Seitwärtsspanne gescheitert
Wichtiger ist daher, dass der DAX weit mehr als 61,80 % der Aufwärtsbewegung von Ende 2025 bis Mitte Januar 2026 korrigiert hat. Auch das ist sehr bearish zu werten. Und mit diesen Verlusten hat er sich wieder in seiner alten Seitwärtsspanne (gelb) eingefunden, was ebenfalls eher bearish ist. Denn im Chartanalyse-Dienst „Target-Trend-Spezial“ war dazu wiederholt zu lesen:
„Der Ausbruch aus der mehrmonatigen Seitwärtstendenz gilt unverändert erst als nachhaltig, wenn der DAX nach dem Rücksetzer, mit dem der Ausbruch aus der (großen) Seitwärtsspanne von oben getestet wurde, die Aufwärtsbewegung mit einem weiteren Rekordhoch fortsetzt, so dass dieser Test als erfolgreich absolviert gilt.
Dann kann man im großen Chartbild wieder an einen nachhaltigen neuen Aufwärtstrend glauben […].“
Da der DAX nun die Tiefs des Rücksetzers von Januar und Februar weit unterschritten hat, gilt der Test als gescheitert und der Ausbruch aus der alten Seitwärtsrange als Fehlsignal. Fehlsignale ziehen häufig starke Bewegungen in die entgegengesetzte Richtung nach sich – so offensichtlich auch jetzt wieder.
DAX hat die befürchtete Welle C gebildet
Und diese Bewegung kann man nun als die Welle C betrachten, die ich in der Börse-Intern-Ausgabe vom 12. Februar ins Spiel gebracht hatte.

Grundsätzlich wäre es denkbar, dass diese Welle C der großen ABC-Korrektur bereits beendet ist. Das lässt sich aber kaum seriös bestimmten bzw. zählen – was den Abwärtslücken geschuldet ist.
Schwache Gegenbewegung
Dagegen spricht, dass die Kurserholung bislang erst etwas mehr als 38,20% der gesamten Kursverluste aufgeholt hat.

Somit handelt es sich bislang lediglich um eine sehr typische Gegenbewegung nach zuvor starken Kursverlusten.
Mögliche Unterstützungen
Ein wichtiger Halt könnte nun die Rechteckgrenze bei 23.950 Punkten sein. Diese ist in etwa auch die Mittellinie der alten Seitwärtsspanne. Diese dient häufig als Unterstützung.

Wird sie allerdings erneut unterschritten, muss man wohl damit rechnen, dass wieder die Mittellinie bei 23.595 Zählern angelaufen wird. Diese wurde interessanterweise bei dem zweitägigen Kurseinbruch bis auf wenige Punkte als Halt genutzt.
DAX setzt wilde Seitwärtstendenz fort
Vorerst scheint sich der DAX jedenfalls wieder in der alten Seitwärtsspanne einzupendeln. Und damit setzt sich das wilde Auf und Ab der vergangenen Wochen und Monate fort. Daher muss man nun wieder verstärkt beachten, dass sich Seitwärtstendenzen häufig durch plötzliche Richtungswechsel auf unterschiedlichen Niveaus sowie durch Fehlsignale auszeichnen.
Zudem gilt weiterhin, dass man mit Blick auf die Saisonalität in US-Zwischenwahljahren und die nach wie vor charttechnisch massiv überkauften US-Indizes mit weiteren Kursverlusten rechnen sollte.
Fazit
Das kurzfristige Auf und Ab des DAX ist noch ziemlich wild. Die Anleger wirken vor dem Hintergrund des Nahost-Kriegs noch orientierungslos. Und es ist völlig unklar, wie lange dieser anhält, wie stark die Ölpreise und damit die sonstigen Kurse an den Börsen noch schwanken – und in welche Richtung. Daher gilt mein Rat aus der Analyse von vorgestern unverändert und in erster Linie: Man sollte im Zweifelsfall vorerst noch etwas abwarten, bis sich der Staub ein wenig gelegt hat.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de