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Chart: Siemens

 

Von Manfred Ries

Die Ausgangslage. Die Aktien der Siemens AG waren am gestrigen Dienstag, 26. Januar 2016, unangefochtener Performance-Sieger innerhalb des Deutschen Aktienindex (DAX): Der Schlusskurs lag bei 90,60 Euro (+10,1%). Doch Achtung: Zahlreiche Widerstände versperren den Weg nach oben! Kurs aktuell: 87,36 Euro (-3,6%) (27.1.2016; 11:40 Uhr).

Die Charttechnik. Vorab: Am heutigen Mittwoch, 27. Januar 2016, wird die Siemens-Aktie mit einem Dividendenabschlag von 3,50 Euro gehandelt – dies entspricht einem Abschlag von ~3,9 Prozent. Damit lässt sich das Minus von heute erklären. Zur technischen Ausgangslage: Die vergangenen Jahre waren mit den Aktien der Siemens AG nicht viel zu verdienen; zumindest nicht als Langfristanleger – die vergangenen Jahre gehörten den (Day)Tradern! Dabei hat sich die Marke um 80 Euro als stabile Unterstützung etabliert: Dreimal bereits hielt diese in den vergangenen drei Jahren den Angriffen der „Shorties“ stand (A); letztmalig am 20. Januar 2016. Besagte Unterstützung rief erneut Schnäppchenjäger auf den Plan, die den Titel nach oben trieben. Gemeinsam mit der gestrigen Rallye summiert sich das jüngste Kursplus der Siemens-Aktie auf bis zu 14,1 Prozent in nur vier Handelstagen. Geht das Kursfeuerwerk weiter? Schauen wir uns an, was den gestrigen Kursgewinn ausgelöst hat:

Die Hintergründe. Am Dienstag, 26. Januar 2016, fand die Hauptversammlung von Siemens statt. Die dort vorgelegten Geschäftszahlen überzeugten ebenso wie der Ausblick nach vorne. So geht Siemens-Chef Joe Kaeser davon aus, dass das organische Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr höher sein wird als im ersten Quartal. Die Schweizerische Investmentbank UBS bestätigte daraufhin ihre Investment-Einschätzung: „Buy“„Kaufen!“ mit einem Target von 110 Euro.

Die Prognose. Was fundamental attraktiv aussehen mag, kann charttechnisch bereits als „überhitzt“ bezeichnet werden. Zwar dürfte der Bereich zwischen 87 Euro und 87,77 Euro (B) als leichter Support dienen, doch zeigte sich die fallende 200-Tagelinie bei 91,28 Euro gestern bereits als Widerstand, der Gewinnmitnahmen auslöste. Interessant: Der Kursanstieg wurde nahezu punktgenau am MA(200) beendet! Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung dieser gleitenden Durchschnittslinie. Zudem wartet ein weiterer Widerstand im Bereich um 92 Euro (C).

Der langfristige Abwärtstrend – der im März 2015 an einem Mehrjahreshoch seinen Anfang nahm – ist noch immer intakt und verläuft aktuell bei rund 95 Euro. Solange dieser aber nicht nach oben durchbrochen wird, bleiben die Papiere der Siemens AG wohl auch weiterhin ein Spielball für (Day)Trader. Der Weekly-MACD ist gegenwärtig neutral zu bewerten. Etwaige Buchgewinne aus Long-Engagements sollten zeitnah abzusichert werden! Ein Stop-Losskurs lässt sich unterhalb des 86er-Support anlegen, bzw. knapp unterhalb des Vorwochentiefs, welches sich bei 79,52 Euro fand. Wer auf einen fallenden Siemens-Kurs setzen will, ist mit einem Stop-Losskurs knapp oberhalb von 92 Euro gut beraten.

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*) Glossar:

200-Tagelinie: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen 200 Handelstage wiederspiegelt. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.  

Buy: Englisch für „Kaufen“.

Gleitender Durchschnitt: Eine gleitende Durchschnittslinie, welche die Durchschnittskurse der vergangenen „x“ Handelstage wiederspiegelt; etwa 200 Tage. Der Kursverlauf wird dadurch in geglätteter Form wiedergegeben. Die 200-Tagelinie gilt als einfacher – aber vielbeachteter – Indikator innerhalb der Technischen Analyse.

Hausse: Englischsprachige Bezeichnung für einen nachhaltigen Aufwärtstrend.

MA(200): Abk. für: Moving Average(200) – gemeint ist damit der Gleitende Durchschnitt von 200 Tagen (200-Tagelinie).

MACD: Der MACD („Moving Average Convergence/Divergence”) gehört zu den trendfolgenden Indikatoren. Seine Berechnung erfolgt anhand der Differenz zweier exponentiell Gleitender Durchschnitte; üblich sind zwölf und 26 Handelsperioden. Aus diesem Kurvenverlauf wird wiederum eine „langsamere“ 9-Tagelinie gebildet. Man spricht dann von der Standardeinstellung (12/26/9). Grundsätzlich gilt: Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn die schnellere Linie die langsamere von unten nach oben schneidet, bzw. umgekehrt im Falle eines Verkaufssignals.

Resistance: Englischsprachige Bezeichnung für „Widerstand“.

Support: Englischsprachige Bezeichnung für „Unterstützung“.

Target: Englischsprachige Bezeichnung für „Kursziel“.


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