Erneute Abgaben in Frankfurt / VW konkretisiert Porsche-IPO
Ausgabe vom 19.09.2022 von Stockstreet-Team
DAX nimmt das Jahrestief ins Visier
Der Wochenauftakt gestaltete sich für den Deutschen Aktienindex trübe, der Herbst hat auch auf dem Börsenparkett Einzug erhalten. Aktuell notiert der DAX mit 0,7 Prozent im Minus bei 12.650 Punkten. Bereits in den letzten Handelstagen waren deutliche Abgaben an der Tagesordnung. Mitte September notierte das Börsenbarometer zeitweise noch über 13.500 Zählern, momentan sind es knapp 900 Punkte weniger. Mit der Abwärtstendenz der vergangenen Tage rückt unweigerlich das bisherige Jahrestief im DAX auf den Plan. Im Juli markierte der Index sein bisheriges 2022er-Tief bei 12.390 Punkten.
Porsche: Größter Börsengang in Deutschland seit 25 Jahren
Tagesgewinner unter den deutschen Standardwerten ist heute die Porsche Holding (die Beteiligungsgesellschaft hält hauptsächlich VW-Aktien) mit einem Plus von 2,4 Prozent. Auch Volkswagen selbst legt zu. Hintergrund ist die Nachricht vom Wochenende, wonach die operative Porsche AG beim geplanten Börsengang mit bis zu 75 Milliarden Euro bewertet werden könnte. Die Muttergesellschaft, der VW-Konzern, legte zudem die Preisspanne für die Porsche-Vorzugsaktien auf 76,50 bis 82,50 Euro fest. Damit könnte VW mit dem Börsengang 8,7 bis 9,4 Milliarden Euro einnehmen.
Der Börsengang der Sportwagen-Tochter soll am 29. September erfolgen. Ab Dienstag sollen bis zu 113.875.000 Vorzugsaktien inklusive Mehrzuteilungsoptionen zur Zeichnung bereitstehen. Sollte der Börsengang wie geplant über die Bühne gehen, wäre es der größte Börsengang in Deutschland seit dem IPO der Deutschen Telekom.
US-Notenbank dreht erneut an der Zinsschraube
Hauptthema dieser Woche ist weiterhin die hohe Inflation und die damit verbundenen Zinserhöhungen der Notenbanken. Lange Zeit hatten die internationalen Notenbanken die Eindämmung der Teuerungsraten verschlafen, nun wurde die Rückkehr zur Preisstabilität zum obersten Ziel erklärt. Die US-Notenbank dürfte in dieser Woche, genauer gesagt am Mittwoch, abermals den amerikanischen Leitzins anheben – sogar direkt um 75 Basispunkte. Einige Experten halten sogar eine extreme Zinserhöhung um 1,00 Prozent für möglich. Durch die aggressive Zinswende droht allerdings gleichzeitig eine Rezession in weiten Teilen der Erde. Vorsichtshalber gehen die Anleger in Deckung und schicken die Börsen auf Talfahrt.
Viele Grüße und gute Investments wünscht
Bernd Raschkowski